HALKWEBAutorenDie AKP ist eine Katastrophe

Die AKP ist eine Katastrophe

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Wie wurden die Institutionen der Republik ausgehöhlt?

Staaten bestehen nicht nur aus Flaggen, Gebäuden und Gesetzen.

Die eigentliche Kraft, die einen Staat zusammenhält, sind seine Institutionen.

Denn Institutionen überdauern den Menschen.

Regierungen kommen und gehen.

Politische Parteien erleben Höhen und Tiefen.

Führer treten auf die Bühne der Geschichte und treten wieder ab.

Das Gedächtnis des Staates lebt jedoch in den Institutionen weiter.

Die Zukunft eines Landes hängt in hohem Maße von der Stabilität dieser Institutionen ab.

Die Republik Türkei war kein makelloser Staat.

Die Bürokratie war zeitweise schwerfällig.

Seine Urteile standen in jeder Amtszeit in der Kritik.

Die Demokratie wurde durch Staatsstreiche unterbrochen.

Doch trotz all ihrer Mängel hatte die Republik über Jahrzehnte hinweg eine institutionelle Staatsstruktur aufgebaut.

Es gab Ministerien.

Es gab Aufsichtsbehörden.

Es gab Einrichtungen, die sich mit Planung befassten.

Bei den Entscheidungsprozessen gab es bestimmte Traditionen und Gepflogenheiten.

Die Kontinuität des Staates wurde durch diese Strukturen gewahrt.

Als die AKP an die Macht kam, fand sie einen solchen Staat vor.

Wenn man heute zurückblickt, stellt sich unweigerlich folgende Frage:

Wurden diese Institutionen gestärkt oder geschwächt?

Der Niedergang einer Institution geschieht nicht über Nacht.

Es beginnt still.

Zunächst tritt die Fachkompetenz in den Hintergrund.

Dann wird die Frage der Verdienste umstritten.

Anschließend werden die Aufgaben nicht mehr nach Qualifikation, sondern nach Loyalität verteilt.

Von außen sieht das Gebäude genauso aus wie zuvor.

An der Tür hängt dasselbe Schild.

Die Abläufe im Inneren haben sich jedoch geändert.

So hat sich die Entwicklung in der Türkei in den letzten dreiundzwanzig Jahren im Wesentlichen vollzogen.

Die Kritik, dass in den staatlichen Ämtern nicht Erfahrung und Fachkompetenz, sondern politische Nähe ausschlaggebend seien, nahm zunehmend zu.

Im Mittelpunkt der Debatten über die wichtigsten Institutionen des Landes stehen mittlerweile nicht mehr die Leistungsfähigkeit, sondern die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit.

Der dadurch entstandene Schaden betrifft nicht nur die Gegenwart.

Denn Institutionen schaffen Vertrauen.

Ein Bürger vertraut dem Staat, wenn er darauf vertraut, dass er fair behandelt wird, wenn er seine Rechte einfordert.

Ein Investor investiert, wenn er davon überzeugt ist, dass sich die Regeln nicht ändern werden.

Wenn ein Schüler Vertrauen in das Prüfungssystem hat, plant er seine Zukunft.

Ein Beamter arbeitet besser, wenn er darauf vertraut, dass er für seine Arbeit angemessen entlohnt wird.

Um zu verstehen, warum Institutionen wichtig sind, muss man nicht erst auf große politische Debatten zurückgreifen.

Ein einfaches Beispiel reicht aus.

Wenn es zu einem Erdbeben kommt, wenden sich die Menschen als Erstes an den Staat.

wendet sich an die AFAD.

Er untersteht dem Gouverneursamt.

Er wendet sich an die Stadtverwaltung.

Er kümmert sich um die Such- und Rettungsteams.

Denn in Katastrophenfällen sind es nicht Slogans, die Leben retten, sondern funktionierende Institutionen.

Wenn die Institutionen stark sind, lässt sich die Krise bewältigen.

Ist sie schwach, verschärft sich die Krise.

Daher ist institutionelle Kapazität kein abstrakter Begriff.

Manchmal ist es entscheidend dafür, wie viele Stunden ein Mensch unter den Trümmern ausharren muss.

Wenn das Vertrauen verloren geht, scheint das System zwar weiterzulaufen, doch von innen beginnt es zu zerfallen.

Genau darin liegt eines der grundlegenden Probleme, mit denen die Türkei heute konfrontiert ist.

Ein weiteres Beispiel ist ein junger Mensch, der gerade sein Studium abgeschlossen hat.

Ein junger Mann legt eine Prüfung ab.

Hält jahrelang.

Er erhält sein Diplom.

Dann bewirbt er sich um die Stelle.

Wenn dieser junge Mensch davon überzeugt ist, dass sein Wissen, sein Einsatz und sein Talent bei der Einstellung berücksichtigt wurden, hat er Vertrauen in das System.

Wenn er jedoch glaubt, dass nicht die Leistung, sondern die Beziehungen über das Ergebnis entscheiden, verliert er nicht nur seinen Job.

Er beginnt auch, den Glauben an sein Land zu verlieren.

Genau darin liegt der unsichtbare Einfluss von Institutionen.

Institutionen treffen nicht nur Entscheidungen.

Es prägt auch das Gerechtigkeitsempfinden der Gesellschaft.

Wirtschaftskrisen sind überwindbar.

Die Inflation lässt sich senken.

Schulden können umgeschuldet werden.

Wenn das Vertrauen in ein Unternehmen jedoch einmal verloren gegangen ist, dauert es Jahre, es wieder aufzubauen.

Vielleicht ist das der Grund, warum einer der Sätze, die man in den letzten Jahren am häufigsten gehört hat, folgender ist:

“Niemand weiß, was morgen sein wird.”

Dabei ist das wichtigste Merkmal starker Staaten, dass sie berechenbar sind.

Sowohl Bürger als auch Investoren und Unternehmer müssen wissen, was auf sie zukommt.

Genau das ist der Zweck dieser Institutionen.

Die Unsicherheit verringern.

Regeln nicht nach Personen, sondern nach Grundsätzen anwenden.

Den Staat über die Tagespolitik stellen.

Allerdings sind in der Türkei immer mehr Menschen zu der Ansicht gelangt, dass die Grenze zwischen Staat und Regierung zunehmend verschwimmt.

Schon diese Wahrnehmung an sich ist ein Problem.

Denn in demokratischen Staaten ist die Macht vergänglich.

Der Staat hingegen ist beständig.

Der Erfolg einer politischen Bewegung misst sich nicht daran, dass sie den Staat nach ihrem eigenen Bild formt, sondern daran, dass sie den Staat unabhängig von sich selbst bleiben lässt.

Was die Türkei heute wieder braucht, sind keine neuen Slogans.

Es handelt sich auch nicht um neue Polarisierungen.

Was wir brauchen, sind starke Institutionen.

Unabhängig arbeitende Einrichtungen.

Rechenschaftspflichtige Institutionen.

Kompetent geführte Einrichtungen.

Denn es sind nicht starke Führungspersönlichkeiten, sondern starke Institutionen, die die Zukunft eines Landes sichern.

Führungskräfte wechseln.

Institutionen bleiben bestehen.

Und ein Land ist nur so stark wie seine Institutionen.

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