HALKWEBAutorenKılıçdaroğlus Botschaft von der Tribüne: “Ich bin immer noch hier”

Kılıçdaroğlus Botschaft von der Tribüne: “Ich bin immer noch hier”

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Auf den ersten Blick kann die Rede von Kemal Kılıçdaroğlu in der CHP-Zentrale als Reaktion auf die parteiinternen Debatten gesehen werden.

Der bemerkenswerteste Teil der Rede waren jedoch weder die Diskussionen auf dem Kongress noch die Auseinandersetzungen innerhalb der CHP.

Bemerkenswert war das Wiederauftauchen eines Diskurses auf der Bühne, der lange Zeit nicht im Zentrum der Politik gestanden hatte.

Kılıçdaroğlu sprach von der Tribüne aus wie folgt:

“Lasst die Speichellecker des Palastes zuhören, lasst die Barone zuhören, lasst die Fünferbande zuhören, die die Rechte der Waisen ausbeutet, die noch keine Feder verloren haben, lasst die Drogenbarone zuhören, die unsere Straßen vergiften, lasst die Überreste der Mafia zuhören...”

Bei diesem Satz handelt es sich nicht um eine gewöhnliche politische Aussage.

Denn Kılıçdaroğlu nennt hier keine Namen, sondern er beschreibt eine Ordnung.

Er stellt die Machtnetzwerke, wirtschaftlichen Interessenkreise, kriminellen Organisationen und Rentenmechanismen, die sich seiner Meinung nach um die politische Macht herum gebildet haben, in ein und dasselbe Bild.

Und mit dem folgenden Satz gibt er eigentlich die Essenz der Rede wieder:

“Solange Kemal Kılıçdaroğlu am Leben ist, werden wir Sie nicht gehen lassen.”

Diese Erklärung richtet sich nicht an die Konkurrenten innerhalb der KWK.

Dies ist eine erneute Erklärung der politischen Geschichte, die er seit Jahren versucht hat aufzubauen.

Wir wollen uns erinnern

Als Kılıçdaroğlu am effektivsten war, war die Hauptachse der Opposition nicht die Identitätspolitik, sondern die Politik der wirtschaftlichen Gerechtigkeit.

“Der ”Gang of Five"-Diskurs war ein Symbol dafür.

Denn dieser Diskurs stand in direktem Zusammenhang mit dem täglichen Leben der Bürger.

Sie verknüpfte die Mautgarantie für eine Brücke, eine Autobahnausschreibung, einen öffentlichen Auftrag oder Zahlungen aus dem Haushalt mit dem fehlenden Geld in den Taschen der Bürger.

Es ist kein Zufall, dass die gleichen Konzepte heute wieder verwendet werden.

In der Tat erinnert Kılıçdaroğlu die CHP an das Schlachtfeld, das sie in den letzten Jahren verloren zu haben glaubte.

Seiner Meinung nach geht es nämlich nicht nur darum, wer der Vorsitzende ist.

Es geht um die Frage, wie das Verhältnis zwischen politischer und wirtschaftlicher Macht in der Türkei gestaltet ist.

Deshalb sprach er in seiner Rede auch von den verlorenen Milliarden Dollar.

Deshalb sprach er davon, das Geld der Nation wieder in die Kassen der Nation zu bringen.

Aus diesem Grund hat er die “Gang of Five” wieder ins Fadenkreuz genommen.

Das Gefühl, das zwischen den Zeilen der Rede zu spüren war, war dieses:

Die CHP ist möglicherweise mit ihren eigenen internen Krisen beschäftigt.

Führungspersönlichkeiten können sich ändern.

Regierungen können wechseln.

Doch Kılıçdaroğlu hat den grundlegenden Anspruch, den er in den Mittelpunkt seines politischen Vermächtnisses gestellt hat, nicht aufgegeben:

Das grundlegende Problem in der Türkei ist nicht nur, wer an der Macht ist, sondern auch, wer von der öffentlichen Macht profitiert.

Vielleicht war deshalb der wichtigste Satz der Rede nach außen gerichtet, nicht an die CHP.

Und vielleicht zum ersten Mal seit langer Zeit bezeichnete sich Kılıçdaroğlu nicht als ehemaliger Vorsitzender, sondern als Anführer eines Kampfes, den er für unvollendet hielt.

Dies war die wichtigste Botschaft von der Tribüne aus:

“Ich bin immer noch hier und betrachte das Konto noch nicht als geschlossen.”

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