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Schulsicherheit oder sichere Schule?

Die Maßnahmen, die das Innenministerium und das Bildungsministerium aufgrund der Anschläge ergriffen haben, sind lediglich Maßnahmen, die die Sicherheit der Schulen betreffen. Das Problem unserer Schulen sind jedoch nicht nur Sicherheitsmaßnahmen, sondern auch die Schaffung eines sicheren Schulklimas.

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Die Anschläge auf Schulen in Şanlıurfa Siverek und Kahramanmaraş Onikişubat in der vergangenen Woche haben die Regierung mobilisiert, und es wurden die notwendigen Maßnahmen in unseren Schulen ergriffen, insbesondere dank der koordinierten Arbeit des Innenministeriums und des Ministeriums für nationale Bildung.

Wenn wir uns diese Maßnahmen ansehen;

In der gemeinsamen Sitzung des Innenministeriums und des Ministeriums für nationale Bildung am 16. April 2026 wurde beschlossen, die bestehenden Sicherheitsprotokolle zu aktualisieren, indem die Art und Weise, wie Angriffe stattfinden, und die Reaktionsprozesse analysiert werden. In der neuen Periode werden die folgenden Themen in den Schulen in den Vordergrund rücken:

1-Physikalische Sicherheit: Eingangs- und Ausgangskontrollen, Kamerasysteme und Dienstwege werden einer strengen Kontrolle unterzogen.

2 - Frühwarnmechanismus: “Frühwarnsysteme, die einen sofortigen Datenaustausch zwischen Schulleitung, Beratungsstellen und Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, werden ausgebaut.

3-Bekämpfung von nicht zugelassenen Waffen: Es werden entschiedene Schritte unternommen, um den Zugang zu gefährlichen Elementen zu verhindern, indem die Kontrollen in der Umgebung von Schulen verstärkt werden.

Die vom Ministerium für nationale Bildung am 24. April 2026 getroffenen Maßnahmen wurden wie folgt aufgelistet:

Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen, die von MoNE in Schulen durchgeführt werden, sind folgende:

1 Einreise-/Ausreise- und Besucherkontrollen

Verfolgung von Besuchern: Eltern und Besucher, die die Schule besuchen, werden erfasst, ihre Identität wird überprüft und Besucherausweise werden ausgestellt.

Eingangspforten: An den Eingangstoren der Schule sind Sicherheitskräfte oder autorisiertes Personal anwesend, um den unbefugten Zutritt von Ausländern zu verhindern.

2. physische Sicherheit und Kontrolle

Sicherheitskameras: Das Innere der Schule, die Korridore und die Umgebung werden rund um die Uhr von Sicherheitskameras überwacht.

Private Sicherheit und Strafverfolgung: Zertifizierte private Sicherheitskräfte oder Vollzugsbeamte (Polizei/Gendarmerie) arbeiten in Schulen.

Beseitigung von toten Winkeln: Risikobereiche und verlassene Gebäude in der Umgebung der Schule werden identifiziert und mit der Polizei und der Stadtverwaltung koordinierte Maßnahmen ergriffen.

3. die Regeln für Disziplin und Sicherheit der Schüler

Kleiderordnung: Die Schüler sind verpflichtet, die Schuluniform zu tragen. So können Außenstehende identifiziert und die Schüler leicht erkannt werden.

Verbotene Gegenstände: Das Mitbringen von verbotenen Gegenständen wie Schneidewerkzeugen, Stichwaffen, brennbaren Stoffen oder elektronischen Geräten in die Schule ist ein disziplinarischer Verstoß, und die Taschen können gemäß den einschlägigen Rechtsvorschriften durchsucht werden.

4. digitale und Cyber-Sicherheit

Internet-Filter: In den Netzwerken der MoNE-Schulen werden starke Filtersysteme (MEBIS/Fatih-Netzwerk) eingesetzt, die den Zugang zu schädlichen, gewalttätigen und unangemessenen Websites verhindern.

5. die Vorbereitung von Veranstaltungen

Notfallübungen: Es werden regelmäßig Übungen für Szenarien wie Erdbeben, Feuer und Evakuierung durchgeführt, um das Bewusstsein der Schüler und des Personals zu schärfen.

Risiko-Aktionspläne: Schulverwaltungen, Beratungsdienste und Strafverfolgungsbehörden führen gemeinsame Aktionspläne durch, um Vorfälle wie Gewalt und Mobbing unter Gleichaltrigen zu verhindern.

Am 26. April verschickte das Innenministerium ein Rundschreiben an 81 Provinzgouverneure, in dem die an den Schulen zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen aufgeführt sind. Diese Sicherheitsmaßnahmen sind nur eine Weiterentwicklung der Maßnahmen, die in der Sitzung vom 16. April skizziert wurden!

Wenn wir uns die Maßnahmen beider Ministerien in Bezug auf Gewalt an Schulen ansehen, stellen wir fest, dass nur Sicherheitsmaßnahmen im Vordergrund stehen. Dies wirft die Frage nach der Schulsicherheit oder sicheren Schulen auf.

Schulische Sicherheit ist die Fähigkeit von Schülern, Lehrern und anderem Schulpersonal, ihre Bildungsaktivitäten ohne Angst vor physischem, psychischem und sozialem Schaden fortzusetzen. Dieses Konzept umfasst den Schutz vor Risiken wie Gewalt, Mobbing und Drogenmissbrauch in und um Schulen sowie die Vorbereitung auf Notfälle wie Katastrophen. Schulische Sicherheit bedeutet, dass sich Schüler, Lehrer und andere Mitarbeiter physisch, psychisch und emotional frei fühlen. Schulische Sicherheit ist die Schaffung eines günstigen Umfelds für das Lernen in der Schule.[1]

Die Sicherheit in der Schule bezieht sich auf die Gewährleistung der Sicherheit vor allen Arten von Gefahren durch die Mitarbeiter, die Verringerung der Sicherheitsbedenken von Lehrern und Schülern durch die Schaffung positiver zwischenmenschlicher Beziehungen und eines sicheren Umfelds.[2]

Eine sichere Schule ist ein Ort, an dem Bildung in einer angenehmen Umgebung ohne Angst, Gewalt und Besorgnis stattfinden kann. Ein solches Umfeld bietet ein pädagogisches Klima, in dem ein Gefühl der Fürsorge und Akzeptanz für jeden Schüler vorherrscht. Eine sichere Schule ist ein Ort, an dem es kein Mobbing gibt und an dem die Verhaltenserwartungen klar kommuniziert und auf unterstützende und fürsorgliche Weise durchgesetzt werden.

Auch hier ist eine sichere Schule ein Ort, an dem die Schüler sich frei äußern können, an dem Lehrer und andere Mitarbeiter ihnen beim Lernen helfen und an dem sie sich sicher und geborgen fühlen, fern von Gefahren und Angst. In diesem Sinne kann eine sichere Schule als ein Ort bezeichnet werden, an dem sich Schüler und Lehrer physisch, psychologisch und emotional frei fühlen.[3]

In diesem Zusammenhang können die Merkmale eines sicheren schulischen Umfelds wie folgt aufgeführt werden:[4]

1. positives und unterstützendes Schulklima.

2. die Qualität der akademischen Lehre.

3. die Einbeziehung von Schülern und Familien in die Schulplanung und in politische Entscheidungen.

4. weniger Einsatz von Zwangsmaßnahmen, die zu Unsicherheit, Angst und Traurigkeit führen.

5. die Bereitstellung von Beratungsdiensten.

6 Pläne und Programme zur Gewaltprävention, Konfliktlösung und Krisenintervention.

7. die Durchführung von Präventionsprogrammen, die aus Peer-Mediation und Konfliktlösungstechniken bestehen.

8. umweltfreundliche Konzepte und technische Erfindungen zu nutzen, die zur Sicherheit von Schülern und Lehrern beitragen können.

9. schriftliche Interventionspläne zur Gewährleistung der Sicherheit in der Schule und zur Verhinderung von Gewalt.

Das Schulklima, das sich aus Faktoren zusammensetzt, die mit den Einstellungen, Gefühlen und Verhaltensweisen von Einzelpersonen innerhalb des Schulsystems zusammenhängen, ist ebenfalls sehr wichtig für die Schaffung einer sicheren Schule. Die Eigenschaften des schulischen Umfelds, die eine Schule von einer anderen unterscheiden und sich auf das Verhalten der einzelnen Mitglieder der Schule auswirken, sind das Schulklima. Das Schulklima umfasst die ungeschriebenen Überzeugungen, Werte und Einstellungen, die das Muster der Interaktion zwischen Schülern, Lehrern und Verwaltern bestimmen. Das Klima einer Schule kann als die Persönlichkeit der Schule betrachtet werden. Mit anderen Worten: Das Klima ist für eine Organisation das, was die Persönlichkeit für eine Einzelperson ist.

Zur Schaffung eines sicheren Schulklimas können acht kritische Bereiche identifiziert werden;[5]

a) Exzellente Lehre: Exzellenz in der Lehre umfasst nicht nur die Breite und Tiefe des angestrebten Wissens, sondern auch die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um den Studierenden Wissen zu vermitteln, sie zum Lernen zu motivieren und ihr Verhalten zu steuern.

b) Schulische Werte: Eine klare und leicht verständliche Schulphilosophie ist die Grundlage für die Prävention von Gewalt an Schulen und für ein sicheres und positives schulisches Umfeld.

c) Bewusstsein für Stärken und Probleme: Es ist unmöglich, Probleme zu lösen, ohne sich ihrer Existenz bewusst zu sein. Deshalb sollten die Bereiche, in denen sich die Schule verbessern muss, und die Stärken, auf denen sie aufbauen will, ermittelt werden.

d) Richtlinien und Verantwortung: Klare Richtlinien sowie die Art und Weise, wie diese Richtlinien festgelegt und umgesetzt werden, wirken sich auf das Schulklima aus. Wenn die Lehrkräfte an den Entscheidungen beteiligt sind, ist ihr Engagement für die daraus resultierenden Regeln größer. Gleichzeitig müssen die Lehrkräfte die Freiheit haben, die besten Strategien auf der Grundlage ihrer Persönlichkeit, ihrer Erfahrungen und ihres Unterrichtsstils zu wählen, um ihre Ziele zu erreichen.

e) Betreuung und Respekt: In Schulen, in denen die Schüler eng betreut und respektiert werden, sind sie weniger wütend und zeigen weniger gewalttätiges Verhalten.

f) Unterstützung durch die Lehrer: Den Lehrern kommt bei der Schaffung eines positiven Schulklimas eine Schlüsselrolle zu. In diesem Sinne kann festgestellt werden, dass es einerseits notwendig ist, die Lehrer zu unterstützen, und andererseits, die Schüler zu unterstützen.

g) Physikalische Umweltmerkmale: Aspekte wie Sauberkeit, ästhetisches Erscheinungsbild, Organisation und Sicherheit sind in diesem Zusammenhang wichtig. Sichere Schulen sollten für unmittelbare Krisensituationen gut vorbereitet sein.

Wie man sieht, handelt es sich bei den Maßnahmen, die das Innenministerium und das Bildungsministerium nach den Anschlägen ergriffen haben, nur um Maßnahmen zur Sicherheit der Schulen. Das Problem unserer Schulen sind jedoch nicht nur Sicherheitsmaßnahmen, sondern auch die Schaffung eines sicheren Schulklimas.

 

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  1. Halil Isik SCHULSICHERHEIT: EINE KONZEPTIONELLE ANALYSE.
  2. Serkan AKGÜN, Assoc. Prof. Dr. Murat BAŞAR DIE UNTERSUCHUNG DER ANSICHTEN VON LEHRERN UND SCHÜLERN ZUR SICHERHEIT DER SCHULEN.
  3. Temel ÇALIK, Türker KURT & Cemal ÇALIK: Das Schulklima bei der Schaffung einer sicheren Schule: Eine konzeptionelle Analyse.
  4. Ebd. S.75
  5. Ebd. S.80
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