In einem Vorort von Damaskus, ein Kind, hochschwanger, das sich auf den Boden gesenkt hat…
In ihren Augen eine Scham, die über ihr Alter hinausgeht, und an ihrem Körper die Spuren eines Zusammenbruchs…
Und in diesem Bauch liegt nicht nur ein Baby, sondern auch ein Überbleibsel einer tausendjährigen Dunkelheit.
Dieses Kind verkörpert nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern auch die beschämende Folge einer Mentalität, die Frauen als Eigentum und Kinder als Sklaven betrachtet und Vergewaltigung als Beute, Schweigen als Schicksal betrachtet.
Das ist nicht nur der Bauch eines Kindes, sondern der Bauch einer ganzen Epoche, einer ganzen Region, eines ganzen Systems.

Es ist die verkörperte Form einer abwegigen Denkweise, die die Heirat im Kindesalter “legitimiert”, durch Fetwas Vergewaltigung und körperliche Misshandlung für “halal” erklärt und Menschen anhand ihrer Konfession kategorisiert.
Diese Denkweise ist die organisierte Ausprägung eines Denkens, das versucht, Perversion mit Religion, Barbarei mit Tradition und männliche Vorherrschaft mit einem göttlichen Recht zu verschleiern.
Dieses Kind ist nicht allein.
Es gibt Tausende wie ihn:
Im Schatten der Zelte, in Grenzstädten, in vergessenen Gegenden bringen sie still ihre Kinder zur Welt.
Manche sind 11, manche 13 Jahre alt…
Ihre Körper tragen das Zeitalter der Toten in sich; ihre Seelen hingegen scheinen schon vor ihrer Geburt begraben worden zu sein.
Und ihre Schreie verhallten, ohne das Gewissen der Menschheit zu berühren.
Doch dieser Schrei dringt überhaupt nicht bis in die Ohren der imperialistischen Welt vor.
Denn diese Kinder wachsen vor ihren Augen in bewachten Wohnanlagen, mit staatlich garantierter Bildung und in sterilen Krankenhäusern auf.
Und diese Bequemlichkeit verschafft ihnen das “Privileg”, diesen Schmerz nicht zu spüren.
Sie wissen, dass der Tod nicht an ihre Tür klopfen wird, dass diese Gewalt ihre Kinder nicht verschlingen wird.
Genau dieser distanzierte Komfort führt dazu, dass die Kinder der armen Welt zu Waren werden.
Er verwandelt sie in eine verwertbare menschliche Rohstoffquelle.
Bei der Ausbeutung von Arbeitskräften, im Krieg, in der Sexindustrie, im Waffenhandel, im Organhandel…
Diese Kinder werden als “Kostenfaktor” betrachtet.
Und um dieses System aufrechtzuerhalten, zieht es das globale System vor, zu schweigen, die Augen zu verschließen und die drei Affen zu spielen.
Ausbeutung wird nicht nur in Fabriken zur Regel, sondern auch in den Gefühlen der Menschen.
Ja, jeder, der dabei schweigt, jeder, der die Augen verschließt, ist mitschuldig.
Staaten, die sie nicht schützen können, Gemeinschaften, die sie vermarkten, und perverse Köpfe, die diese Mädchen nicht als Objekte der Begierde, sondern als “Beute” betrachten … Sie alle sind rostige Glieder derselben Kette.
Dieses Kind ist nicht nur ein Opfer, sondern ein dunkler Spiegel unserer Zeit.
Sie trägt in ihrem Leib nicht nur ein Baby, sondern auch systematische Grausamkeit und ideologischen Verfall.
Dieses Übel wächst nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch in denen, die sich in ihren Sesseln dafür entscheiden zu schweigen, in denen, die vor dem Bildschirm mit den Worten “Ich halte das nicht aus” den Sender wechseln, und in denen, die mit den Worten “Das geht uns nichts an” den Rücken zukehren.
Dabei ist genau diese Frage unser Anliegen.
Denn jede Herrschaft, die über den Körper eines Kindes ausgeübt wird, ist ein Urteil, das die totale Niederlage der Menschheit besiegelt.
Jedes Schweigen bereitet den Boden für den nächsten Schrei.
Jedes Mal, wenn wir wegsehen, besiegeln wir das Schicksal eines neuen Opfers.
Die Augen dieses Kindes haben die Maske der Zivilisation fallen lassen.
Als diese Maske fiel, blieb nur noch Barbarei zurück.
Das Kind, das dort in einer Seitenstraße von Damaskus hockt und wartet, ist nicht nur ein Kind von Damaskus, sondern auch von Aleppo, Mosul, Gaza, Diyarbakır und Istanbul.
Er gehört zu den Kindern, deren Körper in einem Krieg der Mentalitäten und nicht der Geografien geopfert wurden.
Jeder Tag, an dem ein Kind gezwungen ist, ein Kind zur Welt zu bringen, ist ein Tag der Schande für die Menschheit.
Jetzt zu schweigen bedeutet, sich mitschuldig zu machen.
Jetzt zu schweigen hieße, das Leid dieses Kindes zu ignorieren.
Wenn ich jetzt nicht schreibe, überlasse ich morgen andere Kinder demselben Schicksal.
