HALKWEBAutorenDr. Emrullah Akyüz über den Fall der Risikoschwangerschaft Zeit und Grenze

Dr. Emrullah Akyüz über den Fall der Risikoschwangerschaft Zeit und Grenze

Wenn sich der Prozess verzögert, ist das falsch. Es ist auch falsch, diesen Prozess in den sozialen Medien zu erklären. Richtig ist es, den Prozess anhand der Unterlagen zu analysieren, die Verantwortung zu klären und das System zu korrigieren.

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Im Falle einer Hochrisikoschwangeren ist das Zeitverschwendung und kein Argument. Schwere Präeklampsie kann nicht warten. In diesem Fall zählen die Minuten, und eine Verzögerung bedeutet ein unmittelbares Risiko für Mutter und Kind.

Der Standard dieser Arbeit ist klar. Die Patientin wird rasch beurteilt, die notwendigen Konsultationen werden durchgeführt, die Entscheidung wird nicht verzögert, die Patientin wird stabilisiert und gegebenenfalls an ein höheres Zentrum überwiesen. Dies geht auch aus dem Leitfaden des Gesundheitsministeriums für die geburtshilfliche Notfallversorgung hervor. Es wird nicht verlangt, dass in jedem Krankenhaus ein Perinatologe anwesend ist, aber es wird ein korrektes Management und eine rechtzeitige Überweisung gefordert. Die Frage ist also nicht, ob es einen Perinatologen gibt, sondern ob das Verfahren korrekt und rechtzeitig gehandhabt wird.

Es ist notwendig, offen zu sprechen. Wenn wirklich nicht rechtzeitig eingegriffen wurde, ist das inakzeptabel. Aber es ist ebenso klar, dass es nicht richtig ist, über diese Situation in den sozialen Medien zu sprechen.

In der Medizin gibt es Grenzen. Das Patientengeheimnis ist geschützt, der Kollege wird nicht öffentlich beschuldigt und der Vorgang wird zunächst innerhalb der Organisation bewertet. Dies ist keine Vorliebe, sondern die Grundlage des Berufs. Die öffentliche Bekanntgabe eines Verfahrens, dessen Korrektheit noch nicht erwiesen ist, gefährdet die Privatsphäre des Patienten, führt zu einem irreversiblen Reputationsverlust für den Kollegen und schadet dem Vertrauen in die Einrichtung. Vor allem aber verlagert sich ein medizinisches Problem von der Ebene der Daten auf die Ebene der Wahrnehmung.

Ich kann dies jedoch nicht ignorieren. Wenn ein Arzt das Bedürfnis hat, dies zu sagen, dann gibt es ein Problem in diesem System.

Die Realität vor Ort ist eindeutig. Viele Zentren in der Türkei, vor allem in den Provinzen, arbeiten mit wenig Personal und erbringen ihre Leistungen manchmal mit einem einzigen Facharzt. In Artikel 42/A der Verordnung über den Betrieb von stationären Behandlungseinrichtungen ist jedoch der Bereitschaftsdienst für Zentren mit mehr als einem Facharzt festgelegt. Auch die 12. Kammer des Staatsrates hat klargestellt, dass ein Bereitschaftsdienst in einer Einrichtung mit nur einem Facharzt nicht angewandt werden kann (2020/5242 E., 2021/3790 K.). Mit anderen Worten: Ein Ein-Arzt-System ist bereits ein System, das am Limit arbeitet. Das Problem wird unausweichlich, wenn ihm eine Belastung auferlegt wird, die der Gesetzgebung widerspricht.

Dies ist jedoch keine Rechtfertigung für eine Verzögerung. Schwierige Umstände können keine Verzögerung rechtfertigen. Dieser Beruf duldet kein “Ich schaue morgen”.

Es ist daher notwendig, sich wieder die richtigen Fragen zu stellen. Was ist mit diesem Patienten passiert, wer wurde wann gerufen, wer hat wann eingegriffen, und wenn eine Überweisung notwendig war, wurde sie verzögert? Jede Diskussion ohne Klärung dieser Fragen ist nicht gesund.

Daher sage ich ganz klar, dass es falsch ist, wenn es zu Verzögerungen im Verfahren kommt. Es ist auch falsch, diesen Prozess in den sozialen Medien zu erklären. Richtig ist es, den Prozess anhand der Unterlagen zu analysieren, die Verantwortung zu klären und das System zu korrigieren.

Mein Standpunkt ist klar. Die Sicherheit der Patienten steht an erster Stelle. Die Medizin basiert jedoch auf Aufzeichnungen und Verantwortung, nicht auf sozialen Medien. Wenn diese beiden Grundsätze nicht gemeinsam geschützt werden, wird sich weder das System verbessern noch wird das Vertrauen wiederhergestellt.

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