Es ist natürlich fragwürdig, dass diejenigen, die bis gestern Dersim, die Ein-Parteien-Periode und die Schmerzen der Vergangenheit durch die Republikanische Volkspartei als politisches Material benutzt haben, heute die aktuelle Regierung derselben Partei unter dem Namen des “Kampfes für die Demokratie” umarmen.
Das Gedächtnis sollte in der Politik nicht so kurz sein. Es ist ein Hinweis auf eine schwerwiegende Inkonsequenz, dass diejenigen, die gestern das “Massaker” in Frage stellten, zu den eifrigsten Verteidigern derselben Struktur werden, wenn sich die Position und die politische Gleichung ändern.
Noch auffälliger ist die Tatsache, dass die Strukturen, die für sich in Anspruch nehmen, seit Jahren mit eigenen ideologischen Ansprüchen in der Politik tätig zu sein, nun fast vollständig im Schatten der CHP-Regierung agieren. Anstatt ihre eigenständige politische Linie zu stärken, stellen sich Parteien wie die Arbeiterpartei der Türkei, die Arbeiterpartei und die DEM-Partei nun bei jeder Aufforderung hinter die CHP-Regierung.
Es gibt ein seltsames Bild:
Einige marginalisierte Strukturen laufen mit Fahnen in der Hand zu den Aufrufen, von denen sich sogar die CHP-Basis distanziert. Diejenigen, die keine eigene politische Produktion vorweisen können, erwecken den Eindruck, dass sie sich in den Apparat einer anderen Partei verwandelt haben. Diese Situation wirft unweigerlich die folgenden Fragen auf:
Ist diese Unterstützung wirklich ideologische Solidarität?
Oder handelt es sich um ein neues Abhängigkeitsverhältnis, bei dem es um Gemeinden, Personal, Gelder, Ausschreibungen und politische Mieten geht?
Denn das sieht heute ein großer Teil der Gesellschaft so:
Angesichts all der Anschuldigungen, Korruptionsdebatten, Delegiertenverhandlungen, schmutzigen Beziehungen und des moralischen Verfalls wird keine einzige ernsthafte Selbstkritik geübt. Im Gegenteil, es entwickelt sich ein Reflex, der eher schützt als hinterfragt.
Es scheint, als ginge es nicht um eine saubere Politik, sondern um die Einsicht, dass “unserem Volk kein Schaden zugefügt werden darf”.
Es ist eine weitere Ironie, dass diejenigen, die dem Volk einst den Diskurs des “Kampfes gegen die Parteien der Ordnung” verkauften, sich nun im Zentrum der Ordnung artikulieren. Die Umwandlung derjenigen, die mit dem Diskurs der Revolution auftraten, in Strukturen, die Positionen in den kommunalen Korridoren anstreben, führt zu einer Erosion des Vertrauens in der Gesellschaft.
Die Menschen fragen sich natürlich, warum Verbände, Stiftungen und einige politische Strukturen trotz aller Kontroversen immer noch hinter der derzeitigen CHP-Regierung stehen.
Das liegt daran, dass es keine unabhängige politische Haltung gibt, sondern eine wachsende “Schwanzpolitik”.
Und die Gesellschaft fragt jetzt:
Handelt es sich dabei wirklich um eine Verteidigung des Prinzips oder ist es eine Eile, um nicht aus der Reihe der Interessen herauszufallen?
