HALKWEBAutorenDer wahre Beginn der Kriege: Die historisch angehäuften Spannungen im Nahen Osten

Der wahre Beginn der Kriege: Die historisch angehäuften Spannungen im Nahen Osten

Die wahre Bedeutung des Krieges im Nahen Osten: Der israelisch-iranische Konflikt, die Rivalität der Großmächte und die historische Strategie der Türkei

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Im Nahen Osten wird wieder einmal Geschichte geschrieben. Die groß angelegte Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran ist nicht nur ein Krieg gegen ein Land. Sie ist Teil eines größeren geopolitischen Programms, das seit langem vorbereitet wurde. Es ist die Inszenierung einer Strategie, die unter dem Deckmantel der Diplomatie vor sich geht, deren Ziel aber letztlich die militärische und politische Neuordnung ist.

Das Bild, das sich am ersten Tag dieses Krieges bot, ist an sich schon erklärend genug: Irans Oberster Führer Ali Khamenei und hochrangige militärisch-politische Kader wurden ins Visier genommen, viele Provinzen des Landes wurden gleichzeitig bombardiert, und zivile Siedlungen wie auch militärische Einrichtungen wurden getroffen. Die Bombardierung einer Mädchenschule im Süden Irans, bei der Dutzende von Kindern getötet wurden, hat einmal mehr gezeigt, dass die Rhetorik der “chirurgischen Operation” der modernen Kriegsführung eine große Lüge ist.

Die technische Sprache der modernen Kriegsführung ist zu einem Schleier geworden, der die moralische Verantwortung für den Tod verschleiert.

Strategie der Enthauptung: Das Gehirn des Staates zerstören

Die Militärdoktrin dieses Angriffs ist ganz klar: “Enthauptungsschlag”, die Strategie der Enthauptung. Ziel ist es, nicht nur die militärische Kapazität, sondern auch den Entscheidungsmechanismus des Staates auszuschalten. Indem man die politische Führung, das militärische Kommando und die Sicherheitsbürokratie ins Visier nimmt, geht man davon aus, dass die staatliche Struktur bald zusammenbrechen wird.

Diese Methode ist in den letzten zwanzig Jahren in vielen Ländern angewandt worden. Im Irak wurde das Regime von Saddam Hussein auf diese Weise gestürzt. In Libyen war Muammar Gaddafi das Ziel. Das Ergebnis dieser Operationen war jedoch keine demokratische Ordnung, sondern der Zerfall der Staatsgewalt und ein lang anhaltendes Chaos.

Es ist zu beobachten, dass bei der Enthauptung von Staaten die Gesellschaften nicht befreit werden, sondern oft zerfallen.

Falsche Realität: Die Propagandaphase des Krieges

Jeder Krieg beginnt zuerst in den Köpfen. Bevor militärische Operationen beginnen, muss die öffentliche Meinung vorbereitet werden. Die dafür verwendete Methode ist nicht neu: die Erstellung von Bedrohungsnarrativen.

Die Rhetorik, die heute über den Iran verwendet wird, ist beeindruckend. Die Behauptungen, dass der Iran Atomwaffen entwickelt, Interkontinentalraketen vorbereitet und die Welt bedroht, werden ständig wiederholt. Für diesen Diskurs gibt es jedoch ein sehr bekanntes Beispiel aus der jüngeren Geschichte.

Vor der Invasion des Irak im Jahr 2003 wurde der Weltöffentlichkeit das Gleiche erzählt: Das Regime von Saddam Hussein soll über Massenvernichtungswaffen verfügen. Diese Behauptung wurde als die wichtigste Rechtfertigung für den Krieg dargestellt. Die Invasion fand statt, der Irak wurde zerstört, Hunderttausende von Menschen verloren ihr Leben. Später stellte sich heraus, dass diese Waffen nie existierten.

Hier zeigt sich ein grundlegender Mechanismus imperialer Interventionen: Die Realität wird häufig vor dem Krieg rekonstruiert.

Es wird Angst erzeugt, die Bedrohung wird vergrößert, Propaganda wird verbreitet. Dann wird eine militärische Intervention legitimiert.

War die Diplomatie eine Täuschung?

Auch der Zeitpunkt des iranischen Angriffs ist bemerkenswert. Denn die Operation fand zu einem Zeitpunkt statt, als die Atomverhandlungen zwischen Iran und dem Westen noch liefen. Es wurde gemunkelt, dass die Parteien bei den über Oman geführten Gesprächen einer Einigung sehr nahe waren.

Dies wirft die Frage auf: Ist die Diplomatie wirklich eine Suche nach einer Lösung, oder ist sie ein Mittel, um Zeit für militärische Aktionen zu gewinnen?

In der Geschichte des Nahen Ostens war die Diplomatie oft Teil der Kriegsvorbereitung, nicht des wirklichen Friedens. Während die Verhandlungen am Verhandlungstisch stattfinden, werden militärische Pläne vorbereitet. Kriegsszenarien werden ausgearbeitet, während der Öffentlichkeit Friedensbotschaften übermittelt werden.

Aus diesem Grund ist die Diplomatie im Nahen Osten oft eine Vorstufe zum Krieg, nicht zum Frieden.

Die neue Strategie des Iran: Von der strategischen Geduld zur aktiven Kriegsführung

Viele Jahre lang hat der Iran eine Doktrin der “strategischen Geduld” anstelle einer direkten Kriegsführung praktiziert. Regionale Stellvertreterkräfte, diplomatische Manöver und begrenzte Vergeltungsmaßnahmen waren die wichtigsten Instrumente dieser Politik.

Der jüngste Angriff hat jedoch das militärische Vorgehen des Iran verändert.

Teheran ist nicht mehr nur ein Akteur, der sein Territorium verteidigt. Amerikanische Stützpunkte am Golf wurden ins Visier genommen und militärische Einrichtungen in der Region wurden direkt angegriffen. Die Drohung, die Straße von Hormuz zu schließen, ist ein Schritt, der sich unmittelbar auf das globale Energiesystem auswirken wird.

Ein bedeutender Teil des weltweiten Ölhandels läuft durch diese enge Passage. Daher könnte ein Krieg mit dem Iran nicht nur das Schicksal des Nahen Ostens, sondern auch das der Weltwirtschaft beeinflussen.

Projekt Regimewechsel

Zeitgleich mit der militärischen Offensive wurde eine weitere Front eröffnet: die psychologische und politische Kriegsführung.

Die Appelle der US-Regierung an das iranische Volk, die Mobilisierung der Oppositionsbewegungen im Exil und die Diskussionen über eine Übergangsregierung zeigen, dass dieser Krieg nicht nur ein militärisches, sondern auch ein politisches Ziel hat.

Der Diskurs des Regimewechsels ist eines der am häufigsten verwendeten Argumente für imperiale Interventionen. Der gleiche Diskurs wurde im Irak, in Afghanistan und in Libyen verwendet.

Die historische Erfahrung ist jedoch eindeutig: Regimewechsel, die durch ausländische Interventionen herbeigeführt werden, führen nicht zur Demokratie. Sie führen häufig zu Staatszerfall, Bürgerkrieg und anhaltender Instabilität.

Der Irak trägt noch heute die Narben des Krieges. In Afghanistan herrschen nach zwanzig Jahren Krieg wieder die Taliban. Libyen ist nach wie vor ein zersplittertes Land.

Die Ökonomie des Krieges: Die Kosten des Todes

Krieg ist nicht nur eine politische Frage, sondern auch ein wirtschaftlicher Mechanismus. Jede Bombe, jede Rakete, jedes Kampfflugzeug ist das Ergebnis einer gigantischen industriellen Produktion.

Die Rüstungsindustrie ist eine der profitabelsten Industrien der Welt. Die Großmächte testen ihre Waffen oft in Kriegen in Ländern der Dritten Welt. Diese Kriege sind auch ein Schaufenster für die Vermarktung neuer Waffen.

Reiche Länder verkaufen Waffen, während arme Länder kämpfen.

Die Kosten des Krieges werden ironischerweise in Form von Menschenleben berechnet. Wenn man die Kosten für Bomben, die Kosten für Flugzeuge und die Kosten für Operationen berechnet, kommt man zu dem Ergebnis, dass Krieg immer teuer ist, aber diese teuren Kosten kommen nicht den Menschen zugute, die sterben.

Die Gewinner eines Krieges sind oft nicht diejenigen, die an der Front kämpfen, sondern diejenigen, die Waffen produzieren.

Der endlose Kreislauf des Nahen Ostens

Betrachtet man die letzten zwei Jahrzehnte im Nahen Osten, so lässt sich ein klares Muster erkennen. Der Prozess, der mit der Invasion des Irak begann, setzte sich mit dem syrischen Bürgerkrieg, dem Zerfall Libyens und der Jemen-Krise fort.

Der Iran ist heute das neue Glied in dieser Kette.

Die regionalen Staaten werden geschwächt, die politischen Strukturen zersplittern und die Grenzen werden zunehmend umstritten.

Dieser Prozess ist nicht nur eine militärische Strategie, sondern bedeutet auch eine Umgestaltung des globalen Kräfteverhältnisses.

Das schwierige Gleichgewicht der Türkei

Die Auswirkungen dieses Krieges sind auch für die Türkei von entscheidender Bedeutung. Obwohl Ankara versucht, in seinen diplomatischen Erklärungen eine ausgewogene Sprache zu verwenden, erschweren die geografischen Gegebenheiten dieses Gleichgewicht.

Die Türkei befindet sich in unmittelbarer Nähe dieses riesigen Konfliktgebiets im Nahen Osten. Militärstützpunkte wie İncirlik und Kürecik können die regionalen Spannungen bis zu einem Punkt tragen, an dem sie die Türkei direkt betreffen können.

Die möglichen Folgen eines Krieges sind nicht auf die Sicherheitsdimension beschränkt. Neue Migrationswellen, Energiekrisen und wirtschaftliche Schocks könnten die Türkei direkt betreffen.

Die Demokratie kommt nicht mit Bomben

Eines der am häufigsten verwendeten Argumente derjenigen, die die Legitimität des Krieges verteidigen, ist der Diskurs über die “Einführung der Demokratie”. Die einfache Wahrheit der modernen Geschichte ist jedoch, dass die Demokratie nicht mit Bombern kommt.

Demokratie entwickelt sich durch die innere Dynamik von Gesellschaften.

Ausländische Interventionen destabilisieren oft autoritäre Regime, anstatt sie zu stürzen.

Daher kann das Versagen oder die repressive Politik des iranischen Regimes nicht als Legitimation für eine ausländische Intervention herangezogen werden.

Die Tatsache, dass ein Regime repressiv ist, gibt einem anderen Staat nicht das Recht, Städte zu bombardieren.

Welt der Killer

Die Tragödie des Nahen Ostens besteht darin, dass er oft zwischen zwei verschiedenen Mächten steht. Autoritäre Regime auf der einen Seite und imperiale Interventionen auf der anderen.

Dazwischen liegen die Völker.

Manchmal bringen sich Mörder gegenseitig um. Aber es sind immer Unschuldige, die den Preis des Krieges zahlen.

Wenn ein Mörder einen anderen Mörder tötet, wird die Welt nicht gerechter.

Schlussfolgerung Der Beginn eines neuen Sturms

Der Tod von Ali Khamenei oder der Angriff auf die Führungsstruktur im Iran ist nicht das Ende dieses Prozesses. Im Gegenteil, es könnte der Beginn eines viel größeren geopolitischen Sturms sein.

Der Nahe Osten ist im Umbruch. Das Machtgleichgewicht verändert sich. Das Völkerrecht wird mehr und mehr gebrochen.

Eine Weltordnung, in der die Starken machen, was sie wollen, führt zu Chaos, nicht zu Sicherheit.

Der Krieg, der heute im Iran begonnen hat, kann das Schicksal nicht nur eines Landes, sondern der gesamten Region beeinflussen.

Und das lehrt uns die Geschichte:

Wenn sich die Pforten der Hölle öffnen, werden Zivilisten, nicht Generäle, die ersten sein, die eintreten.

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