Es bedarf eines neuen Begriffs, um das Bild zu beschreiben, das sich ergibt, wenn das Gleichgewicht zwischen Vernunft und Angst in bestimmten Teilen der Gesellschaft gestört ist: Das psycho-politische Syndrom.
Heute ist es, insbesondere in sunnitischen Kreisen, nicht schwer zu erkennen, dass religiöse Bezüge durch angstbasierte Reflexe ersetzt worden sind. Der Glaube wurde durch Paranoia ersetzt und die Weisheit durch den Reflex, sich anzupassen. Einige der Sekten und Gemeinden scheinen eher zu einem Apparat für politische Belange geworden zu sein als zu der geistigen Führung, die sie sein sollten.
Ich dachte, diese Strukturen würden auf menschlicher Liebe beruhen? Wo war der Spruch: “Komm zurück, egal was du bist”?
Jetzt gibt es eine implizite Schwelle: “Jeder wird akzeptiert, solange man nicht der andere ist.”
“Egal, ob du ein Heide, ein Christ oder ein Ungläubiger bist, wir haben Suppe für dich in dieser Tekke, aber sei kein Schiit!”
Dieser Ansatz lässt sich weder mit dem Islam noch mit Menschlichkeit oder Moral erklären.
Denn das wichtigste Prinzip ist dieses:
Der Unterdrückte hat keine Identität. Den Unterdrückten zu helfen, ist nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch eine menschliche Schuld.
Der psychopolitische Verstand betrachtet Probleme jedoch aus der Sicht der Bedrohung und nicht aus der Sicht der Moral. Daher überwiegt die Angst vor “wer gewinnt, verliert” den Grundsatz “wer Recht hat, auf dessen Seite ich stehe”.
Ergebnis?
Es ist eine seltsame Gleichung:
Der Unterdrücker wird nicht kritisiert, sondern der Zorn wird gegen die Andersdenkenden gerichtet.
Das gleiche Syndrom spiegelt sich auch auf der politischen Bühne wider.
Wenn eine Partei ihre eigenen internen Gleichgewichte, ihre eigenen Söhne und ihr eigenes Gedächtnis ignoriert und Hilfe von außen sucht, erkauft sie sich den langfristigen Zusammenbruch um der kurzfristigen Entlastung willen.
Das ist genau das, was die Löwenmetapher beschreibt:
Die neue Macht ist sich nicht bewusst, dass sie ihre eigene Art schwächt, während sie die alte auflöst. Die Macht nimmt ab, und dann beginnt der “Schutz”. Aber was geschützt wird, ist nicht mehr die Macht, sondern nur noch die Erinnerung.
In der Politik ist es dasselbe:
Die Diskreditierung der eigenen Kader und die Verherrlichung fremder Elemente ist keine Strategie, sondern ein mentales Abdriften.
An dem Punkt, an dem wir heute angelangt sind, zeigt die Tatsache, dass einige Teile der Gesellschaft so weit gegangen sind, dass sie sagen: “Wer auch immer kommt, solange die Person, die ich nicht will, nicht kommt”, dass der Reflex und nicht die Vernunft spricht.
Das ist keine Wahl, das ist Panik.
“Diejenigen, die sagen: ”Lasst den Treuhänder kommen, solange Kılıçdaroğlu nicht kommt", sind dagegen dagegen, dass Kılıçdaroğlu als Treuhänder in die Partei kommt!
Leider gibt es einen Teil der CHP, der seinen Verstand und sein Bewusstsein so weit verloren hat, dass er sogar noch weiter geht und sagt: “Lasst uns die Partei schließen statt Kılıçdaroğlus Zukunft”. Ist das möglich?”
Wie unterscheidet sich diese Logik von der aufdringlichen, sinnlosen und erbärmlichen Geisteshaltung der sunnitischen Sekten und Gemeinden, die von der Schia besessen sind!
Und das ist das Gefährlichste:
Wenn man im Unrecht verharrt, will man die Wahrheit nicht mehr hören.
Genau das ist das psychopolitische Syndrom:
Das Bewusstsein wird durch Parteilichkeit ersetzt, die Moral durch Angst, die Vernunft durch Zorn.
Was bleibt am Ende übrig?
Weder ein kohärenter Glaube, noch eine solide Politik, noch eine echte Haltung.
Nur zerstreute Köpfe und eine müde Gesellschaft...
