HALKWEBAutorenVom Damaszener Frühling zur Ära Ahmed al-Shara/Golani: Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien neu lesen

Vom Damaszener Frühling zur Ära Ahmed al-Shara/Golani: Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien neu lesen

Die im Damaszener Frühling verpasste Chance könnte heute in anderer Form zurückkehren. Die eigentliche Frage ist, ob die Türkei dieses Mal in der Lage sein wird, eine dauerhafte und vernünftige Syrien-Politik anstelle von kurzfristigen Projekten zu entwickeln.

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Die Krise in Syrien war nie nur eine “Volksaufstand gegen ein autoritäres Regime” als ein neuer Konflikt im internationalen System. Was in dieser Geografie von Anfang an geschah, war die Wiederherstellung des sich verändernden Kräftegleichgewichts im internationalen System durch lokale Bruchlinien. Das Bild, das sich heute in Damaskus abzeichnet - Hayat Tahrir al-Sham kontrolliert die Hauptstadt, Golani wird als Staatsoberhaupt anerkannt und SDF/YPG’Der erzwungene Rückzug der Kommission aus dem Feld ist eine neue, aber nicht überraschende Phase in diesem langen Prozess.

Bevor wir zu diesem Punkt kommen, müssen wir die Erinnerung an die Damaszener Quelle zurückspulen.

Damaszener Quelle und rationale Gründe

Anfang der 2000er Jahre, nach dem Tod von Hafez al-Assad und der etwas erzwungenen Machtübernahme durch Bashar al-Assad, begann in Syrien eine Zeit der relativen Entspannung. Die Erwartungen an eine politische Liberalisierung hielten sich in Grenzen, dafür gab es eine pragmatische und rationale Öffnung in der Außenpolitik. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien erreichten in dieser Zeit den besten Stand ihrer Geschichte. Mit der Befreiung von der Visumspflicht, der Ausweitung des Handels, selbst auf einer symbolischen Ebene der Nomenklatur, unter Bezugnahme auf das Modell des Schengen-Raums in der Europäischen Union “Schamgen” ein Projekt zur regionalen Integration wurde erörtert.

Diese Annäherung diente nicht nur den Interessen der beiden Länder, sondern auch der regionalen Stabilität. Diese Basis war jedoch nicht von langer Dauer. Denn die strategische Allianz Syriens mit dem Iran wurde von den USA auf globaler Ebene und von Israel auf der Ebene der regionalen Mächte als nicht tolerierbar angesehen. Genau an diesem Punkt wurde die Idee des Regimewechsels in die Tat umgesetzt.

Beharren auf Regimewechsel und Doppelstrategie

“Arabischer Frühling” In Syrien war der Prozess eher als geopolitisches Interventionsgebiet denn als sozialer Wandel konzipiert. Während das Ziel darin bestand, das säkular-baathistische Regime zu stürzen, wurden vor Ort gleichzeitig zwei Instrumente eingesetzt: Islamistische Organisationen und ethnisch begründete Separationsstrategien.

Islamistische Gruppen wurden unterstützt, um das Regime zu schwächen, während die SDF/YPG unterstützt wurden, um in Nordsyrien de facto einen politischen Raum zu schaffen, der vom Zentrum losgelöst ist. “Kampf gegen ISIS” Diese Struktur, die durch den syrischen Bürgerkrieg legitimiert wurde, entwickelte sich zu einem impliziten Autonomieprojekt, das auf die territoriale Integrität Syriens abzielt. Diese Situation hat die Türkei dazu veranlasst, das Thema nicht nur als syrischen Bürgerkrieg, sondern auch als direkte Frage der nationalen Sicherheit zu betrachten.

Auflösung der SDF/YPG-Gleichung

Eine der auffälligsten Entwicklungen zum jetzigen Zeitpunkt ist, dass sich diese Struktur, die durch die SDF/YPG aufgebaut wird, als äußerst fragil erwiesen hat. Mit dem Rückzug der Unterstützung durch die USA “Bodentruppen im Einsatz” war schon nach kurzer Zeit wirkungslos, und es wurde erkannt, dass es sich nicht um ein nachhaltiges politisches Projekt handelte.

Diese Tabelle bestätigt eine wichtige Tatsache:
Die SDF/YPG sind nicht das Ergebnis eines lokalen gesellschaftlichen Konsenses, sondern eines geopolitischen Projekts mit ausländischer Unterstützung. Als die Unterstützung verschwand, verschwand auch das Projekt. “Syrisches Kurdistan” Die Rhetorik fand in der Praxis keinen Anklang und wurde de facto von der Tagesordnung gestrichen.

Neue Ära und erzwungene Normalisierung

Die neue Machtstruktur, die sich heute in Damaskus herausbildet, und die rasche Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien sind eher das Ergebnis einer geopolitischen Notwendigkeit als einer ideologischen Annäherung. Die Prioritäten der Türkei sind jetzt die Sicherheit der Grenzen, die territoriale Integrität Syriens und das Vorhandensein einer zentralen Autorität, der vor Ort Rechnung getragen werden kann.

Unter diesem Gesichtspunkt wird der Boden für eine vernünftige Beziehung, die während des Damaszener Frühlings möglich war, aber unvollendet blieb, wiederhergestellt, wenn auch mit anderen Akteuren.

Schlussfolgerung: Wechselnde Akteure, unveränderte Realität

Aus der syrischen Akte geht Folgendes klar hervor:

Die Akteure mögen sich ändern, die Regime mögen sich wandeln, aber die geografischen und geopolitischen Konstanten ändern sich nicht. Für die Türkei ist Syrien ein Dossier, das nicht auf der Grundlage ideologischer Präferenzen, sondern auf der Grundlage von staatlicher Weisheit, Sicherheitsgleichgewichten und regionaler Stabilität gelesen werden sollte.

Die im Damaszener Frühling verpasste Chance könnte heute in anderer Form zurückkehren. Die eigentliche Frage ist, ob die Türkei dieses Mal in der Lage sein wird, eine dauerhafte und vernünftige Syrien-Politik anstelle von kurzfristigen Projekten zu entwickeln.

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