In der Öffentlichkeit wird regelmäßig über die Arbeitszeiten von Lehrern und ihre Ferien diskutiert. Die Debatten flammen besonders dann auf, wenn Themen wie Sommerferien, Zwischenferien, Feiertage und andere gesetzliche Feiertage zur Sprache kommen.
In diesem Sinne ist es für Lehrer gesetzlich vorgeschrieben, die für das Schuljahr festgelegte Arbeitszeit von 180 Tagen zu absolvieren; diese Zeit umfasst jedoch nicht alle Aufgaben, die Lehrer wahrnehmen. Auch wenn die Hauptaufgabe der Lehrkräfte darin besteht, Unterricht in Klassen zu erteilen oder Themen zu vermitteln, beschränkt sich ihre Arbeitsbelastung nicht nur darauf. Und zwar:;
-Unterrichtsvorbereitung,
-Schülerbeurteilung,
-Verwaltungsaufgaben,
-Schulveranstaltungen,
-Zu den vielfältigen Aufgaben der Lehrkräfte gehören auch Aktivitäten wie berufliche Fortbildung und Besprechungen.
Im Rahmen von TALIS 2024 werden neben einem einzigen Gesamtwert für die wöchentliche Gesamtarbeitszeit der Lehrkräfte auch die für bestimmte Aufgaben aufgewendeten Zeiten separat erfasst und zusammengerechnet. Da die Umfrage die Antworten der Lehrkräfte nicht einschränkt, kann die Summe der für bestimmte Aufgaben (z. B. Unterricht, Unterrichtsvorbereitung, Leistungsüberprüfung und -bewertung, Kommunikation mit den Eltern usw.) aufgewendeten Zeiten die angegebene Gesamtarbeitszeit übersteigen. Daher wird die Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiedenen Tätigkeitsarten anhand ihres Anteils an der Gesamtzeit analysiert, die die Lehrkräfte für alle Aufgaben aufwenden.
Die wöchentliche Arbeitszeit von Lehrkräften in der Türkei liegt unter dem OECD-Durchschnitt. Während Lehrkräfte an weiterführenden Schulen in den OECD-Ländern angaben, durchschnittlich 41 Stunden pro Woche zu arbeiten, gaben Lehrkräfte in der Türkei eine Arbeitszeit von 31,1 Stunden an. Diese Daten zeigen, dass die Gesamtarbeitszeit der Lehrer in der Türkei deutlich unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Zudem ist die Gesamtarbeitszeit der Lehrer in der Türkei im Vergleich zum Jahr 2018 um 1,3 Stunden gesunken. Lehrer in der Türkei arbeiten weniger Stunden als ihre Kollegen in den OECD-Ländern.
Bei der Betrachtung der für bestimmte Aufgaben aufgewendeten Zeit gaben die Lehrkräfte in der Türkei an, dass sie durchschnittlich 22,3 Stunden pro Woche für Unterrichtsaktivitäten aufwenden. Diese Zeit liegt recht nahe am OECD-Durchschnitt (22,7 Stunden); allerdings ist im Vergleich zu 2018 ein Rückgang um 2,6 Stunden zu verzeichnen. Danach gaben die Lehrkräfte an, die meiste Zeit für die Unterrichtsvorbereitung (4,5 Stunden) und die Bewertung von Schülerarbeiten (2,7 Stunden) aufzuwenden. Im OECD-Durchschnitt hingegen wenden Lehrer für diese Tätigkeiten 7,4 Stunden bzw. 4,6 Stunden auf. Dieser Unterschied deutet darauf hin, dass Lehrer in der Türkei im Vergleich zum OECD-Durchschnitt weniger Zeit für die akademische Vorbereitung und die Bewertung außerhalb des Unterrichts aufwenden.
Den Ergebnissen von TALIS 2024 zufolge ist die Türkei das Land, in dem Lehrer am wenigsten Zeit für die Unterrichtsplanung und -vorbereitung aufwenden.
Diese Erkenntnis führt dazu, dass Lehrer, anstatt Jahres- und Tagespläne zu erstellen, auf vorgefertigte Pläne zurückgreifen und der Unterrichtsvorbereitung nicht genügend Aufmerksamkeit widmen.
Quellen
Was sagt TALIS 2024 über die Türkei aus? TEDMEM-2024
