HALKWEBAutorenDas größte Problem des Landes ist heute eine Mentalitätskrise vor der Wirtschaftskrise...

Das größte Problem des Landes ist heute eine Mentalitätskrise vor der Wirtschaftskrise...

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Seit dem 19. Mai befinden wir uns de facto in Urlaubsstimmung. In einer Zeit, in der es der Wirtschaft so schlecht geht, die Produktion zurückgeht und die Jugendarbeitslosigkeit zunimmt, leben wir immer noch mit der Einstellung “lasst uns irgendwo Öl, Erdgas oder Gold finden, damit wir die Kurve kriegen”. Der Traum, reich zu werden, ohne zu arbeiten, ist inzwischen in den Genen der Gesellschaft verankert.

Mit 40 in Rente gehen, am Schreibtisch sitzen, leichtes Geld verdienen...
Wir zeigen den Kindern nicht den Produzenten als Vorbild, sondern den Geschäftsmann, den Stricher, den Social-Media-Showman, denjenigen, der in kurzer Zeit Geld macht. Niemand interessiert sich für die Geschichte des echten Händlers, Industriellen, Handwerkers, Ingenieurs, Lehrers oder Meisters. Weil Arbeit nicht mehr gefragt ist, ist Eitelkeit gefragt.

Schauen Sie sich an, wer heute vor die Öffentlichkeit gestellt wird.
Phänomene ohne jede Qualifikation, diejenigen, die das Luxusleben verkaufen, diejenigen, die den Glamour vermarkten... Die Menschen denken natürlich: “So entsteht also Erfolg”. Aber Gesellschaften, die konsumieren, ohne zu produzieren, verschulden sich nach einer Weile.

Was die Türkei wirklich braucht, sind keine neuen Einkaufszentren, sondern Berufsschulen.
Es ist die Industriekultur. Es ist das Handwerk. Die Tradition des Handwerks. Junge Menschen lernen einen Beruf. Denn junge Menschen, die keine Qualifikation haben, bleiben entweder im Nichts oder folgen den falschen Leuten. Wir haben viele Beispiele dafür in der Welt gesehen. Heute beruhen die Kartellorganisationen in Lateinamerika auf mangelnder Bildung, Arbeitslosigkeit und der Kultur des schnellen Geldes.

Auch in unserem Land wird das Bild langsam beängstigend.
Jungen streben nach mafiösen Strukturen für “leicht verdientes Geld”, Mädchen werden über die sozialen Medien in ein anderes Leben gezogen. Denn das System sagt den jungen Menschen nicht: “Steigt mit eurer Arbeit auf”, sondern es gibt die Botschaft: “Findet einen Weg”. Dies ist ein sehr gefährlicher Bruch.

Und dann ist da noch die tragikomische Seite...
Der Staat ist im Urlaub, die Bürger sind im Urlaub, die Ämter sind im Urlaub, aber Ihre Steuerschuld ist nicht im Urlaub. Auch wenn das Finanzamt 10 Tage lang geschlossen ist, fallen weiterhin Zinsen an. Die Bank wartet nicht, die Miete wartet nicht, die Schecks warten nicht. Der Bürger bleibt also stehen, aber das Schuldensystem bleibt nicht stehen. Das ist der Grund, warum die Menschen müde werden.

Keine Wirtschaft, die ohne Produktion wächst, kann auf Dauer überleben.
Die Gesellschaft muss den Schweiß der Hände, das Handwerk, den Beruf und die Arbeit wieder als wertvoll ansehen. Sonst wird der Traum vom leichten Geld eines Tages alle in eine noch größere Notlage bringen

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