Mehr als nur ein Spaziergang…
Heute ist der 9. Jahrestag des Marsches für Gerechtigkeit…
Als Kemal Kılıçdaroğlu vor neun Jahren mit einem Plakat, auf dem lediglich “Gerechtigkeit” stand, aufbrach, nahm er damit den stillen Schrei von Millionen Menschen auf sich.
Die Schritte, die an jenem Tag unternommen wurden, führten nicht nur von Ankara nach Istanbul; es waren Schritte von der Angst zum Mut, von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung, vom Schweigen zum Protest.
Der Weg war lang… Es war heiß, man war müde, es gab Hindernisse. Aber aufgeben kam nicht in Frage. Denn die Demonstranten marschierten nicht nur für sich selbst, sondern für alle, denen Unrecht getan wurde, deren Stimme ungehört blieb und die auf Gerechtigkeit warteten.
Seitdem sind 9 Jahre vergangen.
Wenn wir heute zurückblicken, erinnern wir uns weniger an die Bilder dieses Marsches als vielmehr an die Bedeutung, die er hatte. Wir erinnern uns an das Gefühl, das er in den Herzen von Millionen von Menschen hinterlassen hat. Wir erinnern uns daran, dass Gerechtigkeit nicht das Anliegen einer Partei oder einer bestimmten Sichtweise ist, sondern ein gemeinsames Anliegen aller.
Vielleicht sind die Wege zu Ende, vielleicht haben sich die Menschenmengen aufgelöst. Doch die Spuren, die die Schritte jenes Tages hinterlassen haben, sind noch immer im Gewissen dieses Landes präsent.
Denn manche Wanderungen dienen nicht dazu, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern Spuren in der Geschichte zu hinterlassen.
Der Marsch für Gerechtigkeit war genau so ein Marsch.
Neun Jahre später grüße ich alle, die diesen Weg gegangen sind, sowie Kemal Kılıçdaroğlu, der diesen Marsch angeführt hat, mit Respekt, Dankbarkeit und Sehnsucht.
Recht, Gesetz, Gerechtigkeit… Diese drei Worte sind nach wie vor das gemeinsame Gebet und die gemeinsame Hoffnung von Millionen Menschen.
