Das Tragen eines Abzeichens für eine Person, die Rassismus äußert, legitimiert nicht nur eine Person, sondern auch ein Verständnis. Sich gegen eine Sprache zu stellen, die ein Volk beleidigt, ist eine überpolitische Verantwortung.
Die Frage, die seit Tagen diskutiert wird, ist eigentlich ganz klar.
Die harten und beleidigenden Worte von Arif Kocabıyık gegen das armenische Volk sind zwar offenkundig, aber die Tatsache, dass er heute hierher kam und einen Ausweis erhielt, wirft nur eine Frage auf: Ist es so einfach? Wie kann eine Sprache, die gestern inakzeptabel war, heute ignoriert werden?
Es geht nicht um eine Person. Es geht nicht um eine Person, es geht um ein Volk.
Außerdem ist es kein so leichtes Wort. Aber es wird so behandelt, als wäre es nie gesagt worden.
Doch das Tragen eines Abzeichens löscht die Vergangenheit nicht aus. Das Wort bleibt, wo es ist.
Wir müssen uns hier im Klaren sein: Wir können eine Sprache, die ein Volk als “Bastarde” bezeichnet, nicht normalisieren. Dies ist eine Frage des Gewissens vor der Politik.
In der Politik geht es nicht nur um Wählerstimmen, sondern auch darum, Grenzen zu setzen. Was ist akzeptabel und was nicht...
Darum geht es heute. Wir wissen nicht, wer es morgen sein wird.
Aber alles, was heute totgeschwiegen wird, wird morgen normalisiert sein.
Für mich ist die Sache einfach: Man kann nicht an der Beleidigung eines Volkes beteiligt sein.
Selbst wenn das der Fall ist, geht es hier nicht um Politik.
