TUNCELI - Seit dem 5. Januar 2020 gibt es schockierende Entwicklungen in den Ermittlungen gegen Gülistan Doku, eine Studentin der Munzur-Universität, von der man seither nichts mehr gehört hat, die den Verlauf des Falles völlig verändern werden. Während im Rahmen der Ermittlungen, die mit dem Verdacht auf “Mord” ausgeweitet wurden, zeitgleiche Operationen in 7 Provinzen organisiert wurden, kamen die blutigen Botschaften des Hauptverdächtigen Zeinal Abakarov und die Art und Weise, wie die digitalen Daten zerstört wurden, ans Licht.
GOUVERNEURSSOHN UND LIEBHABER ABAKAROW IN GEWAHRSAM
Die Generalstaatsanwaltschaft von Tunceli erließ Haftbefehl gegen 13 Personen, darunter Mustafa Türkay Sonel, den Sohn des Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, und Dokus Freund Zeinal Abakarov. Wie zu erfahren war, wurde die Operation wegen des Verdachts der “vorsätzlichen Tötung” und der “Manipulation von Beweismitteln” auf der Grundlage der neuen Berichte der JASAT und des Nationalen Kriminalamtes durchgeführt.
ABAKAROVS VERDÄCHTIGE BOTSCHAFTEN: “DER STAAT KANN AUCH NICHTS TUN”
In der in der Akte enthaltenen Korrespondenz fielen die repressiven und direktiven Äußerungen von Zeinal Abakarov gegenüber Gülistan Doku auf. Die folgenden Ausdrücke, die Abakarov in seinen Mitteilungen verwendete, lenkten die Ermittlungsbehörden auf die Möglichkeit einer “Bedrohung und Inhaftierung”:
”Ich fürchte, sie halten dich mit Gewalt irgendwo fest. Gülistan, hab keine Angst, vertrau mir. Ich werde kommen, er soll mich töten, wenn er will, aber ich werde versuchen, dich zu befreien. Der Staat kann auch nichts tun.”
Abakarov wurde auch aufgezeichnet, wie er über Pläne sprach, seine russische Staatsbürgerschaft zu nutzen, um Gulistan durch das Konsulat zu schmuggeln.

DIGITALER MORD: WIE WURDEN DIE DATEN GELÖSCHT?
Der kritischste Punkt der Untersuchung war die “Säuberung” der digitalen Medien nach dem Verschwinden. Die erschreckenden Details, die sich in den Expertenberichten widerspiegeln, sind wie folgt:
SIMKARTEN-RÄTSEL: Es wurde festgestellt, dass die Sim-Karte, die von Gülistans Familie als Ersatz ausgegeben wurde, der Familie durch das Gouverneursamt abgenommen wurde, aber nicht in die offizielle Ermittlungsakte aufgenommen wurde.
MITTERNACHTSBETRIEB: In der Nacht des 17. Januar, einige Tage nach Gülistans Verschwinden, wurde entdeckt, dass ihr Instagram-Konto eingeloggt worden war. Es wurde bestätigt, dass bei diesem Login am frühen Morgen eine große Menge an Daten auf dem Konto gelöscht wurde.
DIE IP-ADRESSE HAT ES VERRATEN: Es stellte sich heraus, dass sich die IP-Adresse der Einträge in den Instagram- und WhatsApp-Konten genau mit den Internetnutzungsdaten einer in der Akte genannten Person überschnitt. Diese Situation bestätigte, dass die Beweise professionell verschleiert wurden.
UNTERSUCHUNG VERTIEFT
Während die Verhöre der 13 festgenommenen Verdächtigen fortgesetzt werden, konzentrieren sich die Sicherheitskräfte Berichten zufolge vor allem darauf, den zeitlichen Zusammenhang zwischen den Personen, die den digitalen Eingriff vorgenommen haben, und den Momenten, in denen Gülistan Doku zuletzt gesehen wurde, zu entschlüsseln. Die Öffentlichkeit wartet nach 4 Jahren des Schweigens auf das endgültige Ergebnis.
Nachrichtenredakteurin Dilek Bozkurt

