Das ist heute 66 Jahre her.
Am Morgen des 27. Mai 1960 erwacht die Türkei mit dem Geräusch von Panzern. Die Armee hatte die Macht an sich gerissen. Die Demokratische Partei war jedoch am 14. Mai 1950 in einer Volksabstimmung an die Macht gekommen. Zum ersten Mal wurde in der Türkei das Einparteiensystem, das glaubte, den Staat zu besitzen, an der Wahlurne besiegt.
Aber einige Zentren in diesem Land haben nie geglaubt, dass die Wahl der Nation ausreichend ist.
Nach 10 Jahren wurde ein gewählter Premierminister zusammen mit seinen Ministern vor Gericht gestellt. Das war nicht genug, er wurde hingerichtet.
Bis heute ist es niemandem gelungen, dem Gewissen das Gefühl zu vermitteln, dass “diese Gerichte gerecht waren”. Denn es ging nicht um Recht, es ging um Macht.
Der 27. Mai war nicht nur ein Staatsstreich.
Der 27. Mai war der Tag, an dem der Schatten der “Vormundschaft” über die Wahlurnen in der Türkei fiel.
Seit diesem Tag hat es in diesem Land immer an Demokratie gefehlt. Es wurden zwar Wahlen abgehalten, aber über die Gewählten wurde immer ein Stock gehalten. Manchmal versuchte das Militär, manchmal die Justiz, manchmal die Bürokratie, manchmal die Medien, die Politik zu regulieren.
Das Traurige ist, dass selbst diejenigen, die den 27. Mai jahrelang kritisiert haben, die gleiche vormundschaftliche Sprache zu verwenden begannen, als sie an die Macht kamen. Denn die meiste Zeit ging es in diesem Land nicht um die Demokratie, sondern darum, wer die Macht kontrollieren würde.
Echte Demokratie ist nicht nur eine Frage der Wahlurne.
Wahre Demokratie ist, wenn das Gesetz, nicht die Waffe, gegen die Gewählten spricht.
Nicht, dass sie Menschen ausschließen, weil sie die Idee nicht mögen.
Nicht, um den Staat zum Bauernhof einer Gruppe, Partei oder Ideologie zu machen.
66 Jahre sind vergangen.
Wenn in der Türkei immer noch von Putschen die Rede ist, wenn immer noch die Befürchtung besteht, dass sich das Recht nach dem Einzelnen richtet, wenn die Menschen immer noch in der Angst leben, “was wird morgen mit mir geschehen”, dann ist die Demokratie in diesem Land noch unvollständig.
Ohne den 27. Mai zu verstehen, ist es unmöglich, das Demokratieproblem der Türkei zu begreifen. Denn an diesem Tag wurde nicht nur eine Regierung gestürzt, sondern auch das Vertrauen der Nation in die Wahlurnen schwer beschädigt.
