HALKWEBAutorenÖzgür Özel, “Normalisierung”

Özgür Özel, “Normalisierung”

Was die Türkei heute braucht, ist keine Normalisierung mit der Regierung, sondern eine Wiedervereinigung mit der Justiz, der Demokratie und dem Volk.

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Konzepte sind in der Politik wichtig. Vor allem, wenn diese Konzepte nicht mit der von der Gesellschaft erlebten Realität übereinstimmen, wird nach einer Weile “Hoffnung” Das ist es nicht, “Reaktion” produziert. Der von Özgür Özel häufig betonte “Normalisierungs”-Diskurs verdient es, an dieser Stelle diskutiert zu werden.

Während die Türkei mit einer Wirtschaftskrise, Ungerechtigkeit, Gesetzlosigkeit und einer tiefen sozialen Polarisierung zu kämpfen hat, besteht die Hauptaufgabe der Opposition nicht darin, die Regierung zu beruhigen, sondern die Stimme der Gesellschaft zu sein. Wenn Normalisierung bedeutet, sich mit der von der Regierung geschaffenen anormalen Ordnung zu versöhnen, ist dies keine politische Strategie, sondern ein politischer Rückzug.

Özgür Özel “Entspannung”, “Dialog” und “Normalisierung” Die achsenorientierte Politik führt dazu, dass sich die Basis immer lauter die folgende Frage stellt:

“Gegen was kämpfen wir und in wessen Namen?”

Die CHP war historisch gesehen eine der Säulen der Demokratie, des Säkularismus, der sozialen Gerechtigkeit und der Unabhängigkeit in diesem Land. Heute jedoch schaden enge Kontakte zu Akteuren, die in der Vergangenheit offen kritisiert wurden, vergebene politische Präferenzen und “Weißbuch”-Diskurse dem Gedächtnis und der Kampftradition der Partei.

Was nennt man Normalisierung, wenn:
- Schweigen, während die Gesetzlosigkeit weitergeht,
- Aufweichung der Tagesordnung bei gleichzeitiger Verarmung des Arbeiters,
- Sie zwinkern dem Kapital zu, während die Namen, die der Partei Jahre gegeben haben, ausgeschlossen werden,
- Wenn die Härte der Opposition abgemildert und die Komfortzone der Regierung vergrößert werden soll...

Dies ist keine Normalisierung, sondern eine Entpolitisierung.

Gesellschaft heute “kämpfen”.” sondern eine entschlossene Opposition. Sie erwarten eine Politik, die sich ihrer Identität, ihrer Prinzipien und ihrer Versprechen sicher ist. Jede an der Wahlurne verlorene Hoffnung ist eine Minuszahl, die nicht nur für eine Partei, sondern für die Zukunft des Landes geschrieben wird.

Das Beharren von Özgür Özel auf dieser Linie, die die Opposition unter dem Namen der Normalisierung neutralisiert, ist ein politisches Delirium. Was getan werden muss, ist die Rückkehr zu einer klaren, mutigen und konsequenten Oppositionslinie, die sich auf die wirklichen Probleme des Volkes konzentriert und mit der historischen Mission der CHP übereinstimmt.

Denn was die Türkei heute braucht, ist keine Normalisierung mit der Regierung, sondern eine Wiedervereinigung mit der Justiz, der Demokratie und dem Volk.

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