Sie kennen den Oscar-prämierten Film Braveheart.
Was William Wallace wirklich erschüttert, ist nicht die Niederlage, sondern der Verrat. Als er den Helm des Feindes abnimmt, den er auf dem Schlachtfeld vom Pferd gestoßen hat, bricht er in dem Moment zusammen, als er erkennt, dass es der schottische König ist, für den er gekämpft hat. Dieser Gesichtsausdruck ist nicht der Ausdruck einer verlorenen Schlacht; er ist der Ausdruck einer durch Verrat zerrütteten Loyalität, eines von innen heraus zerstörten Glaubens.
Auf der einen Seite gibt es Menschen, die bereit sind, ihr Leben für die Freiheit, für die Werte, für die sie stehen, zu opfern. Auf der anderen Seite gibt es “Adlige”, die sich für Amt, Land und Reichtum kaufen lassen.
Wallace versöhnt sich mit denen, die ihn verraten haben. Doch der Film endet nicht mit einem Triumph, der den Zuschauer tröstet. Er wird gefangen genommen, gefoltert und hingerichtet. Das einzige Wort, das er mit seinem letzten Atemzug ruft, als er sein Leben hingibt, ist in das Herz des Films eingraviert: Freiheit!
Der Satz “Jeder stirbt, aber nicht jeder lebt” im Film erinnert uns daran, dass Leben nicht nur Atmen und Atmen bedeutet.
Das Leben ist sinnvoll, wenn man Werte hat, für die man lebt.
Mustafa Kemal Atatürks Aussage “Unabhängigkeit ist mein Charakter” ist kein politischer Slogan, sondern eine Beschreibung der Existenz. Atatürk war auch ein tapferes Herz; er verteidigte die Freiheit nicht je nach den Umständen, sondern betrachtete sie als Teil seines Charakters, koste es, was es wolle.
Unsere Geschichte ist voll von solchen Schwellen. 1919 begnügte sich die Istanbuler Regierung nicht damit, Mustafa Kemal Atatürk zu entlassen, sondern erteilte Kazım Karabekir, dem Befehlshaber der mächtigsten militärischen Einheiten in Ostanatolien, einen klaren Befehl: Mustafa Kemal Pascha sollte verhaftet werden. Wäre dieser Befehl ausgeführt worden, wäre alles vorbei gewesen, der Unabhängigkeitskrieg hätte geendet, bevor er überhaupt begonnen hatte, und die Geschichte hätte einen anderen Verlauf genommen. Für Karabekir war es ein Leichtes, klein beizugeben; sein Rang würde erhalten bleiben, sein Leben wäre gesichert. Aber er stellte sich vor Atatürk und sagte: ’Mein Korps und ich stehen unter Ihrem Kommando“. Die Entscheidung, die an diesem Tag getroffen wurde, war keine militärische Entscheidung, sondern Ausdruck einer moralischen Linie und einer mutigen Haltung.
Auch in der Politik gibt es mutige Menschen. Als Bülent Ecevit 1974 sah, dass die verfassungsmäßige Ordnung in Zypern zerstört wurde und die türkische Gemeinschaft direkt bedroht war, gab er nicht nach, obwohl er den internationalen Druck und das Risiko eines schweren Embargos kannte. Denn wenn er an diesem Tag nicht eingegriffen hätte, wäre die Angelegenheit nicht aufgeschoben, sondern verloren gewesen. Manchmal besteht die Verantwortung nicht darin, die Krise zu beruhigen, sondern um jeden Preis an der richtigen Stelle zu stehen.
Der Hauptunterschied in der Politik besteht heute nicht zwischen Macht und Opposition, sondern zwischen denen, die den Tag retten, und denen, die Risiken eingehen, indem sie an morgen denken. Die Weisheit des Staates besteht darin, keine Risiken einzugehen, sondern sich des Risikos bewusst zu sein und das Notwendige zu tun.
Freiheit ist ein zu wichtiger Wert, als dass er dem Mut einzelner Menschen überlassen werden darf.
Die Republik ging von der Unabhängigkeit aus und sicherte die Freiheit durch Säkularismus, Rechtsstaatlichkeit, gleiche Bürgerrechte, Vernunft und Wissenschaft. Solange diese Werte überleben, hat auch die Freiheit Bestand.
Sie zu schützen bedeutet daher nicht nur, sie zu verteidigen, sondern auch in der Lage zu sein, im Bedarfsfall die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.
