Die beliebteste Freizeitbeschäftigung der heutigen Fernsehkommentatoren scheint der Versuch zu sein, die mächtigsten Führer der Welt zu lenken. Die Ironie liegt in der Kluft zwischen ihrem Selbstvertrauen auf dem Bildschirm und ihrer ineffektiven Macht im wirklichen Leben.
Es ist eine ernsthafte Illusion, die Entscheidungen einer Führungspersönlichkeit vorherzusagen, die auf dem Präsidentenstuhl eines Landes sitzt und von diesem sicheren Sitz aus direkten Einfluss auf das globale Wirtschaftssystem hat.
Diese Führungskräfte haben nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ein enormes Gewicht. Internationale Investitionen, Hotels und milliardenschwere Geschäfte sind nur ein kleiner Teil ihrer täglichen Aufgaben. Fernsehkommentatoren hingegen finden den Mut, ständig ihre Meinung auf dem Bildschirm zu äußern, auch wenn sie in ihrem eigenen Leben nichts Sinnvolles geleistet haben.
Sie schaffen ihr Selbstvertrauen, ohne Wissen zu produzieren und ohne Verantwortung zu übernehmen; sie präsentieren sich als Intellektuelle und Experten. Es handelt sich nicht um eine individuelle Lücke, sondern um ein kulturelles Phänomen der heutigen Medien. Die Menschen konsumieren nicht mehr Informationen, sondern den Anschein von Informationen; sie beobachten die Illusion, Ideen zu produzieren, aber keine Ideen.
Unabhängiger Journalismus und journalistische Ethik sind genau die Begriffe, die hier ins Spiel kommen sollten. Ethischer Journalismus bedeutet, die Machthaber zu kontrollieren, fundierte Kritik zu üben und die Öffentlichkeit korrekt zu informieren. Einige Kommentatoren, die auf den Bildschirmen erscheinen, scheinen diese Grundprinzipien jedoch vergessen zu haben. Wenn Kritik und Kommentar nicht mit Verantwortung und Informationsproduktion verbunden werden, verkommen sie zu einer bloßen Show.
Man kann nicht in allen Bereichen - von der Wirtschaft bis zur Verteidigung, vom Recht bis zu den internationalen Beziehungen, von der Bildung bis zur Gesundheit - umfassend informiert sein. Jeder Bereich erfordert ein eigenes Fachwissen und eine eigene Tiefe; jahrelange Ausbildung, Erfahrung und Forschung sind erforderlich. Einige Kommentatoren auf den Bildschirmen behaupten jedoch, dass sie eine Meinung haben, ohne sich spezialisiert zu haben. Darüber hinaus verbreiten sie diese Behauptungen, indem sie den Informationshunger der Öffentlichkeit ausnutzen. Jede Meinung, die geäußert wird, ohne Informationen zu beschaffen, Erfahrungen zu sammeln und Nachforschungen anzustellen, führt das Publikum in die Irre und entwertet die Kultur des echten Journalismus und des kritischen Denkens.
Noch tragischer ist, dass diese Bilder zu einem Kreislauf werden. Ein weiterer Kommentator mit einem modernen Erscheinungsbild, ein selbsternannter Intellektueller, erscheint und beginnt, denselben Führern Ratschläge zu erteilen. Die Dosis an Kritik und Gerede ist unbegrenzt, aber es steckt kein einziger konkreter Beitrag dahinter. Diese auf den Bildschirmen erzeugten Ideen berühren die reale Welt in keiner Weise; sie dienen nur der Selbstexistenz des Sprechers.
Der größte Zeitvertreib der Fernsehkommentatoren besteht heute darin, die mächtigsten Führer der Welt so darzustellen, als würden sie regieren. Die Wahrheit ist jedoch, dass diejenigen, die sich auf dem Bildschirm zu Helden erklären, nie mit der realen Dynamik des Lebens in Berührung gekommen sind. Die Entscheidungen von Führern, die das politische und wirtschaftliche Gewicht auf ihren Schultern tragen, von ihren sicheren Sitzen aus vorherzusagen, ist nur eine Illusion.
Während die Zuschauer auf dem Bildschirm mit Ideen bombardiert werden, präsentieren die Kommentatoren eine Show, die völlig frei von Produktion, Verantwortung und ethischem Journalismus ist. Indem sie nichts sagen, nichts produzieren und einfach nur sichtbar sind, haben sie einen neuen Typus des “Bildschirmhelden” geschaffen. Diese Kommentatoren benutzen moderne Fahrzeuge und erscheinen auf dem Bildschirm mit Symbolen von Luxus und Konsum. Aber sie betonen ihre eigene Rechtschaffenheit, indem sie reale Probleme wie Gewalt gegen Frauen, Ungerechtigkeit oder Korruption ignorieren.
Um Wahrnehmungen zu schaffen, die der Realpolitik ihres eigenen Viertels entsprechen, hat sich jeder von ihnen in einen Mini-Joseph Goebbels verwandelt, der dem Publikum mit seiner Mimik, Gestik und Intonation seine eigenen Illusionen präsentiert. Dadurch wird der Fernsehkommentar zu einem visuellen Theater, das unabhängiges und kritisches Denken verhindert. Der Zuschauer wird nicht mehr mit Informationen konfrontiert, sondern mit “Schauspiel”; er sieht eine Aufführung statt einer Idee.
Infolgedessen verzerren diese “leeren Helden”, die ständig reden, aber nichts produzieren, die Wahrnehmung der Öffentlichkeit von Information und Produktion. Die Kritik an den Regierenden und die Information der Öffentlichkeit sind nur durch ethischen, unabhängigen und verantwortungsvollen Journalismus möglich.
Die Hauptaufgabe der Medien besteht nicht nur darin, Sichtbarkeit und Interesse zu schaffen, sondern auch darin, die Gesellschaft in die Lage zu versetzen, sich mit realen Problemen auseinanderzusetzen, Informationen zu produzieren und die Wahrheit zu hinterfragen. Journalismus ist mehr als nur Meinungsäußerung; er ist eine Aufgabe, die mit Verantwortung, Recherche und sozialem Engagement verbunden ist.
Andernfalls kann das Selbstbewusstsein vor dem Bildschirm nicht über eine selbst geschaffene Maske des Heldentums hinausgehen; es wird zu einer leeren Show, die dem Bedürfnis der modernen Gesellschaft nach Wissen und Gerechtigkeit nicht gerecht wird.
