HALKWEBAutoren“Schwertreste”... Ein Geständnis, eine Drohung

“Schwertreste”... Ein Geständnis, eine Drohung

Sie sagen ihnen ins Gesicht: "Wir sind Brüder", aber hinter ihrem Rücken sagen sie: "Dreckiger Kurde", "Dummer Laz", "armenische Brut", "griechischer Samen". Was ist mit denen, die sie als “Schwertreste” bezeichnen und sagen: "Wir sind keine Rassisten!"?

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Es gibt eine Redewendung, die in letzter Zeit immer wieder auftaucht: “Schwerterrückstände”.”

Dieses Wort ist nicht einfach eine Beleidigung. Es ist das sprachliche Äquivalent einer Mentalität, die von den dunkelsten Seiten der Geschichte bis in die heutige Zeit getragen und mit Blut geschrieben wurde.
Wenn man in die Gesichter derer schaut, die diesen Ausdruck verwenden, sieht man nicht nur einen Menschen, sondern die Spuren einer Mentalität, die Reflexe einer Dunkelheit.

Wie der Dichter sagte:
Ich sehe einen brüllenden Löwen, ich habe keine Angst.
Wenn ich Hyänen sehe, habe ich keine Angst.
Ich sehe Kobolde, ich habe keine Angst...
Aber wenn ich dieses Gesicht sehe, habe ich Angst.
Denn dieses Gesicht ist nicht nur der Ausdruck eines individuellen Zorns, sondern auch eines historischen Hasses, einer nicht unterdrückten Gewalt.

Geschichte eines Wortes

“Der Begriff ”Überbleibsel des Schwertes" ist eine klare Aussage:
“Diejenigen, die wir nicht vernichten konnten, sind noch unter uns.”
Das ist keine Meinung, das ist eine Drohung. Dies ist keine Kritik, sondern eine Zielscheibe. Es ist ein Ausdruck, der für diejenigen verwendet wird, die alle historischen Massaker in der Erinnerung dieses Landes überlebt haben, von der spätosmanischen Zeit bis zur Republik. Mit anderen Worten, dieser Ausdruck ist die sprachliche Fortsetzung eines Ausrottungsversuches.
Es handelt sich also nicht um eine Leugnung, sondern um ein Bekenntnis: Wenn eine Gesellschaft “die Überreste des Schwertes” genannt wird, hat dort ein Massaker stattgefunden.

Hass bis heute weitergetragen

Heute richtet sich dieser Ausdruck vor allem gegen zwei Gruppen: Aleviten und Armenier. Er wird verwendet, um Menschen aufgrund ihrer Identität, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft zu verunglimpfen und dafür zu sorgen, dass sie als Feinde angesehen werden.

Sie sagen ihnen ins Gesicht: “Wir sind Brüder”, aber hinter ihrem Rücken sagen sie: “Dreckiger Kurde”, “Dummer Laz”, “armenische Brut”, “griechischer Samen”. Was ist mit denen, die sie als “Schwertreste” bezeichnen und sagen: “Wir sind keine Rassisten!”?

Dieser Vorwurf, der in jüngster Vergangenheit gegen einen Journalisten erhoben wurde, hat einmal mehr gezeigt, wie tief das Thema ist. Es reichte nicht aus, dass sich die Person als “Oghus-Türke” bezeichnete, die Namen seiner Großväter aufzählte und sogar betonte, dass “sie Märtyrer für dieses Heimatland waren”.

Denn für diese Mentalität ist die Identität, mit der man geboren wird, ein “Verbrechen”, das man nicht ändern kann, egal was man tut.”
Mit anderen Worten: Es geht nicht um Individuen, es geht um unterschiedliche Identitäten. Und das angestrebte Ziel ist das Bestreben, die schmutzige Ordnung aufrechtzuerhalten.

Warum hassen sie Kılıçdaroğlu?

Weil er ein Alevit ist. Weil er ein politisches Verständnis verteidigt, das sich an die schmutzige Ordnung hält. Dieser Hass ist kein Zufall; er ist der Reflex derjenigen, die Angst haben, ihre Privilegien zu verlieren.
Saubere Politik bedeutet, die Mieten zu senken, Rechenschaftspflicht bedeutet, das System zu entwirren. Ihre Angst ist der Zusammenbruch der schmutzigen Struktur, die sie aufgebaut haben. Deshalb greifen sie an, deshalb diffamieren sie. Aber die Wahrheit ändert sich nicht: Die schmutzige Ordnung bricht zusammen.

Unvergessen und Unvergesslich

Die Massaker in dieser Region sind nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Erinnerung und in der Sprache weiterleben.
Dersim, Malatya, Maraş, Çorum, Sivas, Gazi Neighbourhood... Jeder von ihnen ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, wozu diese Sprache des Hasses führen kann.
Es handelt sich um Massaker, die nicht in Vergessenheit geraten, sondern in Vergessenheit geraten sollen.

Verantwortung der Sprache

Die dunkelsten Momente einer Gesellschaft zeigen sich nicht nur in den begangenen Verbrechen, sondern auch in der sprachlichen Wiedergabe dieser Verbrechen. Ausdrücke wie “Schwertreste” tragen die Gewalt der Vergangenheit in die Gegenwart und normalisieren sie. Sie bereiten den Boden für neue Feindschaften vor. Diejenigen, die diese Sprache verwenden, sprechen nicht nur, sie rufen auf und organisieren den Hass.

Wir werden nicht schweigen

Wir kennen diese Sprache. Wir wissen, was diese Worte in der Vergangenheit verursacht haben. Deshalb werden wir nicht schweigen. Wir werden nicht zulassen, dass irgendein Volk, irgendein Glaube, irgendeine Identität zur Zielscheibe wird. Denn eine gleichberechtigte Staatsbürgerschaft kann nur durch die Auseinandersetzung mit dieser Sprache des Hasses hergestellt werden. Bei der Gerechtigkeit geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern auch um die Reinigung der Gegenwart von ihrem Gift.

Letztes Wort

Dies ist ein Aufruf. Es ist ein Aufruf, die gemeinsame Stimme derer zu sein, die das Leben gegen diejenigen verteidigen, die den Hass normalisieren. Es ist ein Aufruf zur Verteidigung der Menschenwürde und des Willens zum Zusammenleben.
In Wirklichkeit geht es darum, sich gegen diese Dunkelheit zu stellen. In diesem Land müssen wir nicht den Hass, sondern ein Leben in Würde wachsen lassen.

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