Es ist nicht gefährlich, die Maulwürfe zu berühren, aber es ist zu spät.
In der Medizin gibt es einige Missverständnisse, die unschuldig erscheinen, aber hohe Kosten verursachen. “Maulwürfe kann man nicht anfassen, wenn man sie entfernt, werden sie schlecht” ist einer von ihnen.
Ich kenne Patienten, die nicht auf den Arzt, sondern auf den Nachbarn hörten und dabei ihr Leben verloren.
Dieser Satz ist nicht nur eine urbane Legende. Er ist auch ein Denkmuster, das die Frühdiagnose verzögert, die Behandlung erschwert und bei manchen Patienten die Lebenserwartung verkürzt. Denn der kritischste Faktor bei Hautkrebs ist oft nicht die Operationstechnik, nicht die Medizin, sondern die Zeit.
Es muss deutlich gesagt werden: Die Untersuchung oder Entfernung eines verdächtigen Leberflecks führt nicht zu mehr Krebs. Das eigentliche Risiko besteht darin, dass eine verdächtige Läsion über Monate oder sogar Jahre hinweg bestehen bleibt. “nicht anfassen” ist es, sie aufzuschieben.
Ein weiteres verbreitetes Missverständnis in der Gesellschaft ist dieses: “Er ist von meiner Mutter, es wird ihm gut gehen.”
Allerdings können angeborene Muttermale (kongenitale Nävi) nicht als völlig unbedenklich angesehen werden. Bei einigen dieser Muttermale besteht das Risiko einer bösartigen Umwandlung bereits im frühen Alter, sogar in der Kindheit; dieses Risiko endet nicht nur in der Kindheit und verschwindet auch nicht vollständig im Laufe des Lebens. Aus diesem Grund werden angeborene Muttermale “nicht anfassen” Selbstzufriedenheit ist nicht angebracht; der richtige Ansatz ist die ärztliche Beurteilung und regelmäßige Nachuntersuchung. Insbesondere bei Kindern sollten Muttermale, die wachsen, ihre Farbe verändern, anschwellen, bluten oder sich wie eine Wunde verhalten, untersucht werden.
Das maligne Melanom ist einer der gefährlichsten Hautkrebsarten, die sich aus Pigmentzellen (Melanozyten) der Haut entwickeln und sich schnell ausbreiten können.
Die ersten Anzeichen für ein malignes Melanom sind oft kleine und scheinbar unbedeutende Veränderungen: ein neuer Fleck auf der Haut, ein bereits vorhandenes Muttermal, das mit der Zeit wächst, eine Verdunkelung der Farbe, unregelmäßige Ränder...
Die Mehrzahl der Muttermale ist gutartig. Bei aggressiveren Erkrankungen wie dem malignen Melanom ist jedoch schon eine kleine Veränderung des Aussehens von Bedeutung. Eine Läsion, die in einem frühen Stadium entdeckt wird, kann oft mit einem kleinen Eingriff sicher behandelt werden. Fälle im Spätstadium bedeuten dagegen viel größere Operationen, höhere Risiken und komplexere Behandlungsverfahren.
Außerdem tritt das maligne Melanom nicht nur an sonnenexponierten Stellen wie dem Gesicht und der Nase auf. Auch Bereiche wie die Kopfhaut, der Rücken, die Beine, die Fußsohlen und der Bereich um die Nägel können übersehen werden. Deshalb “Keine Sonne, keine Chance” Die Idee ist irreführend.
Der beste Ansatz zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser: Wenn Ben sich verändert, zeigen Sie es mir.
Der diagnostische Prozess ist oft nicht sehr kompliziert: Untersuchung, ggf. dermatoskopische Beurteilung und Biopsie der verdächtigen Läsion. Dieser Schritt ist ein “nicht anfassen” sondern eine medizinische Überprüfung und gegebenenfalls eine lebensrettende Frühintervention.
Ein weiterer Fehler der Gesellschaft ist, dass Fehlinformationen “in gutem Glauben” Verbreitung. Nachbarschaftliche Ratschläge, Erfahrungen von Verwandten oder in den sozialen Medien gehörte Sätze können und dürfen Medizin/Arzt nicht ersetzen.
Schlussfolgerung: Das Ziel bei Hautkrebs ist nicht, Angst zu erzeugen, sondern ein frühzeitiges Bewusstsein zu schaffen. “Berühre nicht deine Muttermale” Annäherung ist kein Schutz, sondern oft nur eine Bezeichnung für Verzögerung.
Epilog:
Unsere Nachbarn sind wertvoll. Sie sagen es uns in gutem Glauben. Aber wenn sich Ihr Muttermal verändert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, keinen Nachbarn.
Weil die Nachbarn viel wissen...
aber sie können keine Diagnose stellen.
Mit falschen Informationen können sie Ihr Leben verkürzen.
Häufig gestellte Fragen zu Muttermalen
1) Kann es Krebs verursachen, wenn das Muttermal entfernt wird?
Nein, das ist nicht der Fall. Die medizinische Untersuchung oder Entfernung eines verdächtigen Muttermals “verschlimmert” den Krebs nicht. Sie verhindert eine Verzögerung.
2) Ist ein angeborener Leberfleck harmlos? (Er wird “der Leberfleck von der Mutter” genannt).
Nein. Auch bei angeborenen Muttermalen besteht das Risiko einer bösartigen Veränderung. Daher ist eine ärztliche Kontrolle und Nachsorge erforderlich.
3) Worauf sollte ich achten?
- Wachstum
- Farbwechsel
- Randunregelmäßigkeit
- Blutung/Verkrustung
- tun Sie nicht so, als wären Sie verwundet
4) Ist ein juckender Leberfleck gefährlich?
Nicht immer. Wenn es jedoch zu Wachstum, Blutungen oder Formveränderungen mit Juckreiz kommt, sollte es untersucht werden.
5) Ist es sinnvoll, Leberflecken mit dem Laser zu entfernen?
Es kann einige gutartige Läsionen geben. Die verdächtige Läsion sollte jedoch zunächst von einem Arzt untersucht werden.
6) Schorf oder eine Wunde, die nicht weggeht?
Wiederkehrende krustige/blutende Läsionen, die sich nicht innerhalb von 2-3 Wochen schließen, müssen untersucht werden.
