“Das Sprichwort ”Der Fisch stinkt vom Kopf her" ist nicht umsonst.
Denn die Gesellschaft schaut nicht nur darauf, was die Person an der Spitze sagt, sondern auch, wie sie lebt. Wenn ein Politiker jahrelang über Familie, Moral, Ehre und Ansehen spricht und dann aus einem völlig anderen Leben kommt, sehen die Menschen darin nicht nur ein Beziehungsproblem. Sie sehen eher ein Charakterproblem. Sie sehen eine Frage der Aufrichtigkeit.
In der Tat ist es nicht nur das, was getan wird, was die Menschen ärgert. Es ist das Verhalten nach der Tat, als ob nichts geschehen wäre. Denn in diesem Land zahlen die einfachen Leute den Preis für jeden noch so kleinen Fehler, manchmal jahrelang. Aber wenn man sich einige mächtige Leute anschaut, wird alles aufgedeckt, und sie können immer noch hinausgehen und die Menschen moralisieren.
Es ist dieser Zustand der Bequemlichkeit, der sich in den Menschen festsetzt.
Es gibt auch eine andere Seite des Themas. Die Fehler von Menschen, die in der Politik eine Führungsposition innehaben, schaden nicht nur ihnen selbst. Sie schaden auch den Menschen, die sich jahrelang für diese Partei eingesetzt haben. Sie schaden auch den Wählern, die damit nichts zu tun haben. Denn die Bürger sehen oft die Partei, nicht die Person.
Wenn eine Führungskraft einen Fehler macht, wird manchmal die gesamte Organisation in einen Topf geworfen. Die Arbeit von Menschen, die sich dieser Partei verschrieben haben und jahrelang Straße für Straße gearbeitet haben, wird ebenfalls aufgerieben. Die institutionelle Identität der Partei wird beschädigt. Das Vertrauen wird geschwächt.
Denn Politik ist nicht nur ein individuelles Feld. Menschen tragen auch die Struktur, die sie vertreten.
Außerdem kann Macht einen Menschen wirklich verändern. Jemand, der ständig Beifall erhält und ständig beschützt wird, beginnt nach einer Weile, sich selbst als normalen Menschen zu sehen. Er fängt an, so zu leben, als ob die Regeln für andere gelten würden.
Jeder weiß es, aber keiner spricht darüber. Denn jeder hat eine Angst, ein Interesse oder ein Geheimnis, das den anderen berührt.
Hier ist das Vertrauen der Gesellschaft wirklich erschüttert. Die Menschen reagieren nicht nur auf das Privatleben, sondern auch auf den Hauch von Straffreiheit, der die Mächtigen umgibt.
Dann denken die Bürgerinnen und Bürger unweigerlich: “Wenn man stark ist, kann man alles schaffen.”
Dies ist eines der schlimmsten Gefühle für eine Gesellschaft. Zu denken, dass die Gerechtigkeit nicht für alle gleich funktioniert.
Denn manchmal ärgert man sich darüber, dass das eigene Gesicht nicht rot wird, wenn man etwas Falsches tut, und nicht das Falsche, das man getan hat.
