HALKWEBAutorenDiktatur in geänderter Uniform: Vom Panzer zur Wahlurne, von der Angst zum Markt

Diktatur in geänderter Uniform: Vom Panzer zur Wahlurne, von der Angst zum Markt

Mikayil Dilbaz
Mikayil Dilbaz
Jurist, Doktor der Rechtswissenschaften, BJK-Kongressmitglied

Die Diktatur ist nicht tot, sie hat nur ihre Form verändert. Bildschirme haben Panzer ersetzt, Kapital hat Waffen ersetzt, Manipulation hat Angst ersetzt.

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Wenn man früher an eine Diktatur dachte, kam einem eine einzige Szene in den Sinn: ein Mann in Militäruniform, hinter ihm Panzer, vor ihm ein zum Schweigen gebrachtes Volk.

Plakate, die auf den Plätzen hängen, Türen, an die mitten in der Nacht geklopft wird, Menschen, die verschwinden... Das 20. Jahrhundert hat dieses rohe und blutige Gesicht der Diktatur in aller Deutlichkeit erlebt.

Heute hat sich die Welt verändert. Die globale Wirtschaft, die digitalen Medien, die Kommunikationsnetze und die Politik der Wahlen haben auch die Diktatur verändert.

Heutzutage kommt die Diktatur nicht immer mit einer Waffe daher. Manchmal kommt sie aus der Wahlurne, manchmal spricht sie von der Tribüne des Parlaments, manchmal legitimiert sie sich mit dem Diskurs von “Freiheit” und “Demokratie”.

Die Geschichte von Bokassa, dem selbsternannten Herrscher mitten in Afrika, ist noch in Erinnerung.

Bokassa, der in seinem Palast Krönungszeremonien veranstaltete, während sein Volk mit Hunger kämpfte, setzte seine Herrschaft mit Brutalität fort und ging schließlich als eine Figur in die Geschichte ein, die nicht einmal sein eigenes Land akzeptierte.

In Uganda machte Idi Amin den Staat zu einem Instrument seiner persönlichen Wut; Tausende von Menschen wurden allein aufgrund ihrer Identität getötet.

Heute ist sein Name ein Symbol für ein Land, das von Angst beherrscht wird.

In Asien zeigt Pol Pots Kambodscha, wie Diktatur in Verbindung mit Ideologie zu einer Katastrophe führen kann.

Die Städte wurden geleert, die Menschen wurden gewaltsam auf die Felder getrieben, ein Land wurde zum Experimentierfeld für die eigene Bevölkerung.

Im Nahen Osten betrachteten die Regime von Saddam Hussein und Assad die Opposition als existenzielle Bedrohung, legten Städte in Schutt und Asche und machten die Angst zum wichtigsten Mittel der Staatsführung.

In Lateinamerika kam die Angst unter Pinochet mit Militärstiefeln, während unter Maduro die Politik dadurch erstickt wurde, dass man vorgab, es gäbe eine Wahlurne.

Donald Trump ist kein Diktator im klassischen Sinne.

Sie ist jedoch einer der sichtbarsten Vertreter der autoritären Tendenzen im kapitalistischen System.

Seine Dämonisierung der Medien, seine Diskreditierung der Justiz und seine Aneignung der natürlichen Ressourcen anderer Länder
“Die Legitimierung der Machtergreifung mit dem Diskurs der ”Einführung der Demokratie" offenbart die neue Form der Diktatur unserer Zeit.

Die Diktatur ist also nicht tot, sie hat nur ihre Form verändert.

Bildschirme haben Panzer ersetzt, Kapital hat Waffen ersetzt, Manipulation hat Angst ersetzt.

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