Soziale Kämpfe sind nicht nur kollektive Prozesse; die Erfahrungen, Wahrnehmungen, Werte und Handlungen von Individuen sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Prozesse. Daher ist das Verständnis der individuellen Erfahrungen ein notwendiger Bestandteil des Verständnisses der sozialen Struktur. Das Individuum ist jedoch kein von der sozialen Struktur unabhängiges Subjekt, sondern wird im Gegenteil durch die sozialen Bedingungen geformt. In diesem Kapitel wird die Stellung der individuellen Erfahrung innerhalb der Sozialstruktur in einem wissenschaftlichen Rahmen untersucht.
Struktur und Subjektbeziehung: Das Grundspannungsverhältnis der Soziologie
Eine der grundlegendsten Debatten in der Soziologie ist die Frage, ob das Individuum die Gesellschaft oder die Gesellschaft das Individuum bestimmt. Diese Debatte ist als “Struktur-Subjekt-Spannung” bekannt. StrukturSoziale Institutionen, wirtschaftliche Beziehungen, kulturelle Normen, politische Ordnung. Subjekt Der Wille, die Erfahrung, die Entscheidungen, die Handlungen des Individuums.
Der akademische Ansatz besagt, dass.
Das Individuum wird durch die soziale Struktur geprägt
Aber auch der Einzelne hat die Fähigkeit, die Struktur zu verändern. Diese wechselseitige Beziehung zeigt, dass die individuelle Erfahrung nicht vom sozialen Kontext losgelöst ist.
Die Gestaltung der individuellen Erfahrung durch die Klassenlage
Der Lebensweg des Einzelnen wird weitgehend von der Klassenlage bestimmt. Die Klassenlage ist nicht nur eine wirtschaftliche Kategorie, sondern auch eine kulturelle, politische und emotionale Positionierung. Wie sich die Klassenlage auf das Individuum auswirkt.
Zu welchen Werten Sie konvergieren werden
Welche Ungerechtigkeiten werden Sie sehen
Für welche Formen des Kampfes sollte man sensibel sein?
Mit welchen Gemeinschaften man zusammenarbeiten sollte
Sie bestimmt, welche Risiken sie eingehen können. Die individuellen Erfahrungen müssen daher durch die Klassenstruktur gelesen werden.
Kultureller Habitus. Vom Individuum verinnerlichte Welten Pierre Bourdieus Konzept des “Habitus” bezieht sich auf die verinnerlichten Tendenzen, die das Verhalten des Individuums bestimmen. Habitus.
Familie
Soziales Umfeld
Kulturelle Praktiken
Bildung
Es handelt sich um eine “innere Welt”, die sich aus den Lebenserfahrungen ergibt. Diese innere Welt bestimmt, wie der Einzelne den Kampf angeht.
Politische Sozialisation. Die Bekanntschaft des Einzelnen mit dem Kampf. Politische Werte und Sensibilität für den Kampf werden dem Einzelnen nicht in die Wiege gelegt, er lernt sie.
Die politische Sozialisation speist sich aus folgenden Quellen:
Familie
Schule
Gemeinden
Medien
Freundeskreis
Gesellschaftliche Veranstaltungen.
Dieser Prozess erklärt, warum der Einzelne dazu neigt, in einer bestimmten Periode zu kämpfen.
Lebensereignisse und bahnbrechende Momente: Wendepunkte in der individuellen Geschichte. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Wendepunkte, die ihn in eine bestimmte Richtung führen. Diese Wendepunkte.
Eine Erfahrung von Ungerechtigkeit
Ein Verlust
Eine Begegnung
Ein gesellschaftliches Ereignis
Eine Periode der Unterdrückung
Es kann ein Moment der Solidarität sein. Diese Momente vertiefen die Beziehung des Einzelnen zum sozialen Kampf.
Individuelle Handlungsfähigkeit. Die Fähigkeit, innerhalb der Struktur zu handeln. Das Individuum ist, obwohl es von der sozialen Struktur geprägt ist, nicht völlig passiv. Der Einzelne hat eine Handlungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen.
Agentur.
Persönliche Werte
Ethische Grundsätze
Erlebnisse
Emotionale Reaktionen
Sie ernährt sich von sozialen Bindungen.
Die individuelle Erfahrung kann daher eine aktive Rolle im sozialen Kampf spielen.
Der Beitrag der individuellen Erfahrung zum kollektiven Kampf
Der soziale Kampf wird gestärkt, wenn der Einzelne seine Erfahrungen in einen kollektiven Kontext einbringt. Die individuelle Erfahrung trägt auf folgende Weise zum kollektiven Kampf bei.
Zeugnis
Informationen
Emotionale Energie
Ethisches Verhalten
Solidarität
Organisationstalent.
Diese Beiträge ermöglichen es, den Platz des Individuums im sozialen Gefüge zu verstehen.
Das Individuum ist weder völlig determiniert noch völlig frei.
Die wichtigste Schlussfolgerung dieses Abschnitts lautet
1. das Individuum wird durch die soziale Struktur geprägt
2) Aber auch der Einzelne hat die Fähigkeit, die Struktur zu verändern.
Diese wechselseitige Beziehung ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis des Stellenwerts der individuellen Erfahrung im sozialen Kampf.
