HALKWEBAutorenDas sind wir dem fliegenden Vogel schuldig: Staat, Nation und alle in Ketten!

Das sind wir dem fliegenden Vogel schuldig: Staat, Nation und alle in Ketten!

Heute ist der Satz "Wir schulden jedem Vogel, der fliegt, Geld" keine Floskel, sondern eine Bilanz. Und diese Bilanz macht eine dringende politische Bilanzierung erforderlich.

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Die Türkei ist heute kein Land mit einer wirtschaftlichen Wachstumsgeschichte. mit einer Schuldengeschichte auf den Füßen stehen. Darüber hinaus sind diese Schulden nicht mehr nur Gegenstand des Finanzministeriums, der Banken oder der Bilanzen der Unternehmen; sie sind direkt in den Küchen, den Geldbörsen und der Psyche der Bürger gelandet. Das Sprichwort, dass wir jedem Vogel am Himmel Geld schulden, ist keine Metapher: In diesem Land der Staat ist verschuldet, die Nation ist verschuldet, die Kommunen sind verschuldet, der Privatsektor ist verschuldet.

Rakamlar soğuk ama gerçekler yakıcı. Türkiye’de yetişkin nüfusun yaklaşık 65–66 milyonu yetişkinlerden oluşuyor ve bu kitlenin yaklaşık %65’i, yani 42–43 milyon kişi, bankalara borçlu durumda. Başka bir ifadeyle her üç yetişkinden ikisi, ay sonunu bir kredi taksimi, bir kart ekstresi, bir faiz yüküyle karşılıyor. Toplam bireysel borç hacmi 5,3 trilyon TL’ye dayanmış durumda. Borçlu her bir yetişkinin sırtındaki ortalama yük 100–125 bin TL arasında.

Bu borçlanmanın ana damarı kredi kartları. 39 milyon kişi, yani yetişkinlerin yaklaşık %60’ı, kredi kartı borcu taşıyor. Toplam kart borcu 2 trilyon TL’ye yaklaşmış halde. Daha da vahimi şu: Borçluların %36’sı sadece asgari tutarı ödeyerek borcunu döndürmeye çalışıyor. Yani borç ödenmiyor, sürdürülüyor; faizle birlikte katlanarak büyüyor. Bu bir finansman modeli değil, açık bir yoksulluk döngüsü.

Konut tarafında da tablo parlak değil. Türkiye’de mortgage kullanan hane oranı hâlâ %9 civarında. 2024’te satılan konutların yalnızca %10,7’si ipotekliydi; 2025’te bu oran %12–15 bandına çıktı. Yani ev sahibi olmak hâlâ büyük çoğunluk için hayal, ama hayale ulaşabilenler de uzun yıllar borç zinciriyle yaşıyor.

Fahrzeugkredite machen einen kleineren Teil aus: nur %2 der Privatkredite. Ungefähr 800 Tausend bis 1 Million Menschen nehmen Autokredite in Anspruch. In der Türkei werden Autos immer noch meist in bar oder durch informelle Finanzierung gekauft, da die offiziellen Kreditzinsen für die breite Masse unerreichbar sind.

Der größte Teil des Bildes zeigt sich bei den Vollstreckungsakten. In der Türkei gibt es 23-25 Millionen Vollstreckungs- und Konkursakten. Die Zahl der tatsächlichen Personen, die hinter diesen Akten stehen, beträgt etwa 3,8-4 Millionen. Dies zeigt, dass %5,8-6,2 der erwachsenen Bevölkerung ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können und dass einer von 16-17 Erwachsenen von einer Zwangsvollstreckung bedroht ist. Verschuldung ist hier kein vorübergehendes Problem mehr, sondern wird zu einer dauerhaften sozialen Katastrophe.

Landwirte und kleine Gewerbetreibende gehören zu den Bereichen, die diese Schuldenlast am stärksten spüren. Die Situation in der Landwirtschaft ist dramatisch: Die Schulden der Landwirte bei Banken und landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften belaufen sich im Jahr 2025 auf über 800 Milliarden TL. Die Zahl der verschuldeten Landwirte nähert sich 3 Millionen, doch die meisten von ihnen versuchen, ihre Schulden mit neuen Schulden zu tilgen. Während die Kosten für Diesel, Düngemittel, Saatgut und Strom um ein Vielfaches steigen, werden die Produktpreise gedrückt; infolgedessen versuchen die Landwirte, ihren Schulden zu entkommen, anstatt zu produzieren.

Ein ähnlicher Druck lastet auf den Gewerbetreibenden. Bankkredite und Kreditkartenschulden kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe haben die Billionengrenze erreicht. Hohe Zinssätze, sinkende Nachfrage und steigende Mietsteuerbelastungen zwingen die Gewerbetreibenden dazu, ständig Kredite aufzunehmen, um zu überleben. Jeder geschlossene Laden ist ein Zeichen dafür, dass nicht nur ein Unternehmen, sondern auch die lokale Wirtschaft und die Beschäftigung unter den Schulden erdrückt werden.

Um diese Schuldenspirale richtig zu deuten, müssen wir uns den Unterschied zwischen der Zeit vor und nach 2002 ansehen. Vor 2002 war der Hauptschuldner der Türkei nicht der Bürger, sondern der Staat selbst; Privatkredite waren begrenzt, Kreditkarten nicht weit verbreitet, und das Verhältnis der Schulden der privaten Haushalte zum Nationaleinkommen lag bei etwa %2-3. Nach 2002 hingegen wechselte die Verschuldung von oben nach unten: Während sich die staatlichen Bilanzen relativ erholten, wurde die Gesellschaft systematisch verschuldet.

Kredi kartları ve tüketici kredileri günlük yaşamın vazgeçilmezi haline geldi, hanehalkı borcu millî gelirin %20’lerinin üzerine çıktı. Bugün gelinen noktada sorun artık “devlet borcu” değil; borçla ayakta kalmaya zorlanan milyonlarca yurttaşın ekonomik ve sosyal kırılganlığıdır.

An dieser Stelle muss man sich die Frage stellen: Warum sind diese Schulden so weit verbreitet? Weil es in der Türkei kein Einkommenswachstum gibt, keine Kaufkraft, keine Ersparnisse. Die Menschen konsumieren keinen Luxus, indem sie sich etwas leihen, sondern sie leben, indem sie sich etwas leihen. Kreditkarten werden nicht für Urlaube, sondern für Lebensmittelgeschäfte verwendet; Privatkredite werden nicht für Investitionen, sondern für Rechnungen verwendet.

Außerdem ist die Schuldenspirale nicht auf den Einzelnen beschränkt. Der Staat ist verschuldet, die Haushaltsdefizite sind chronisch geworden. Die Gemeinden sind verschuldet und abhängig von Krediten und der Zentralregierung, um Dienstleistungen zu erbringen. Der Privatsektor ist verschuldet, und insbesondere Schulden in Fremdwährung erhöhen die Anfälligkeit. Wenn alle Wirtschaftsakteure gleichzeitig verschuldet sind, handelt es sich nicht mehr um ein konjunkturelles Problem, sondern um ein Zeichen für einen strukturellen Zusammenbruch.

Das Jahr 2026 zeigt, dass die Schuldenspirale nicht nur für Privatpersonen und Unternehmen, sondern auch für den Staatshaushalt ein schweres Jahr sein wird. Nach dem Finanzierungsprogramm des Schatz- und Finanzministeriums soll sich der inländische Schuldendienst (Tilgung + Zinsen) des Staates im Jahr 2026 auf rund 5 Billionen TL belaufen und der ausländische Schuldendienst auf rund 948 Milliarden TL; mit anderen Worten, es wird ein Gesamtschuldendienst von fast 6 Billionen TL erwartet. Der größte Teil dieser Belastung entfällt auf die Zins- und Tilgungszahlungen für die Inlandsverschuldung, aber auch die Zahlungen für die Auslandsverschuldung stellen eine erhebliche Belastung für die Devisenmärkte dar. Aus dieser Tabelle geht hervor, dass sich die Schulden auf die türkische Wirtschaft nicht nur in Form des Nationaleinkommens, sondern auch in Form von jährlich steigenden Kosten auswirken.

Heute wird die türkische Wirtschaft nicht durch Produktion, sondern durch Schulden aufrechterhalten; nicht durch Wohlstand, sondern durch Kredite; nicht durch Hoffnung, sondern durch aufgeschobene Ratenzahlungen. Das ist nicht nachhaltig. Finanzielle Bildung ist natürlich wichtig, aber das Problem geht längst darüber hinaus, ob der Einzelne “bewusst” ist oder nicht. Das eigentliche Problem sind die wirtschaftlichen Entscheidungen, die die Bürger zu einem System verdammen, das ohne Kreditaufnahme nicht leben kann.
Um es zusammenzufassen: In diesem Land ist die Verschuldung kein individuelles Manko, sondern ein gesellschaftliches Schicksal geworden.

Heute ist der Satz "Wir schulden jedem Vogel, der fliegt, Geld" keine Floskel, sondern eine Bilanz. Und diese Bilanz macht eine dringende politische Bilanzierung erforderlich.

Niemand kann sich dem Fortbestehen dieses Schuldensystems entziehen. Die Regierung muss aufhören, das Land mit Schulden über Wasser zu halten, als Erfolgsgeschichte zu vermarkten. Sie ist direkt verantwortlich für diese Politik, die die Bürger zu Kreditkarten, die Landwirte zu Genossenschaftszinsen und die Gewerbetreibenden zu Kriechgängen vor den Bankschranken verdammt.

Die große Opposition hingegen kann dieser Zerstörung nicht aus der Ferne zusehen und mit dem Versprechen “bei der ersten Wahl” Zeit gewinnen; sie muss klar sagen, mit welchen konkreten Schritten sie diese verschuldete Ordnung zerstören, wie sie wessen Schulden abbauen und mit welchen Mitteln sie die Produktion wieder ankurbeln wird.

Diejenigen, die angesichts der Schuldenspirale schweigen, diejenigen, die aufschieben oder verzögern, sind ebenfalls Partner in diesem Bild. Das Problem der Türkei ist nicht das Vorhandensein von Schulden, sondern ein politisches Verständnis, das die Schulden als Schicksal akzeptiert. Wenn sich diese Ordnung nicht ändert, werden die Schulden nicht nur die Wirtschaft betreffen, Die Demokratie wird weiterhin verpfändet werden.

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