Es wurde eine neue Studie zum Thema Insulin durchgeführt.
Viele Frauen wissen: In welcher Phase ihres Menstruationszyklus sie sich gerade befinden, kann einen großen Einfluss auf ihren Alltag, ihre Gesundheit und ihre Psyche haben. Eine in der Fachzeitschrift “Nature Metabolism” veröffentlichte Studie zeigt nun, dass der Zyklus grundlegende körperliche Funktionen beeinflusst, wie beispielsweise die Wirkung von Insulin auf das Gehirn. .
Was bewirkt Insulin im Gehirn?
Wenn Insulin an bestimmte Nervenzellen im Gehirn bindet, beeinflusst es das Essverhalten und gleichzeitig auch andere Stoffwechselprozesse. So können beispielsweise Menschen, deren Gehirn nur sehr schwach auf Insulin reagiert, größere Schwierigkeiten beim Abnehmen haben als Menschen, deren Gehirn sehr empfindlich auf Insulin reagiert.
Aus Studien mit übergewichtigen Männern ist bekannt, dass ihr Gehirn kontinuierlich sehr stark auf Insulin reagiert. Bei Frauen ist die Situation offenbar komplexer. Um dies zu untersuchen, verabreichten die Forscher elf Frauen vor und nach dem Eisprung ein Insulin-Nasenspray. Auf diese Weise gelangt der Großteil des Hormons nicht in den restlichen Blutkreislauf, sondern direkt ins Gehirn.
Das Forschungsteam untersuchte anschließend, wie stark der Stoffwechsel auf die Insulinverabreichung im Gehirn reagierte, und verglich die Ergebnisse mit der Reaktion auf das Placebo-Nasenspray.
Fazit: In der follikulären Phase des Zyklus, also vor dem Eisprung, reagiert das Gehirn von Frauen empfindlicher auf Insulin als nach dem Eisprung. Zusätzliche MRT-Untersuchungen, die die Aktivität verschiedener Hirnregionen bei 15 Frauen zeigen, untermauern dieses Ergebnis: Wie stark das Gehirn einer Frau auf Insulin reagiert – oder ob es überhaupt reagiert –, hängt von der jeweiligen Phase des Zyklus ab.

Die Bedeutung der Studie aus Sicht der geschlechtssensiblen Medizin
Experten weisen darauf hin, dass diese Studie mit 26 Teilnehmern recht klein ist.
Anke Hinney erklärt: “Das bedeutet, dass größere Studien durchgeführt werden müssen, um diese sehr interessanten ersten Ergebnisse zu bestätigen. Erst dann können die Lehrbücher neu geschrieben werden.”.
Er leitet die Abteilung für Molekulargenetik an der Universität Duisburg-Essen.
Erkenntnisse in diesem Bereich sind immer von Bedeutung. Viele Medikamente werden nach wie vor in erster Linie an Männern getestet.
Der Molekulargenetiker Hinney erklärt, dass eine Gleichbehandlung beider Geschlechter dazu führen könnte, dass die Behandlung nicht oder zumindest weniger wirksam ist. Daher ist es äußerst wichtig, dass Frauen und ihre Zyklen stärker in klinische Studien einbezogen werden.

