HALKWEBAutorenDruck von Seiten der Junta

Druck von Seiten der Junta

Eine Junta kommt nicht nur mit einem Panzer; wenn sie einmal in den Köpfen verankert ist, bleibt sie für Generationen bestehen.

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Die Erinnerung an dieses Land wurde nicht nur durch Putsche, sondern auch durch Schweigen geprägt.
In der Zeitspanne von 1960 bis zum 12. September und vom 28. Februar bis heute gab es folgende Gemeinsamkeiten:
Der Staat hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Bürger zu disziplinieren, anstatt sie zu schützen.

Ideen wurden etikettiert, Identitäten wurden geschliffen, die Vergangenheit wurde als “anstößig” deklariert.

Wir sind in einem Klima aufgewachsen, in dem einheitliches Denken, einheitliches Sprechen und einheitliches Schweigen akzeptabel waren.

In der Schule hat man uns beigebracht, auswendig zu lernen, nicht aber, Fragen zu stellen.

Zu Hause wurde darüber geflüstert, und es galt als mutig, auf der Straße laut zu denken.

Es war akzeptabel, die Geschichte nicht zu konfrontieren, sondern sie zu polieren.

Deshalb möchte ich die Geschichte von Sabiha Gökçen erzählen,
Deshalb ist es immer noch unangenehm, über das zu sprechen, was Hrant Dink geschrieben hat.
Denn eine Junta kommt nicht nur mit Panzern;
Wenn es einmal in den Köpfen ist, bleibt es für Generationen.

Aber die Welt hat sich verändert.
Informationen entkommen den Grenzen, werden durch Verbote hindurchgelassen und verbreiten sich schneller als die Angst.
Junge Menschen sollten dies wissen:
Die Wahrheit zu sagen, ist kein Verbrechen,
Fragen zu stellen ist kein Verrat,
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist keine Feindseligkeit.

Die wahre Angst der Junta ist nicht der Panzer,
kommt von Menschen, die reden, denken und sich erinnern.

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