Offiziellen Zahlen zufolge befindet sich die türkische Landwirtschaft in einem außergewöhnlichen Aufwärtstrend. Die im Rahmen des Strategieplans 2024-2028 des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft durchgeführten Projekte zeigen eine konkrete Erfolgsgeschichte, wobei die meisten Leistungsindikatoren ihre Ziele erreichen.
F&E-Studien, dürreresistente Produkte, digitale landwirtschaftliche Praktiken und nachhaltige Wasser-Boden-Bewirtschaftung zeigen, dass der Plan systematisch und messbar umgesetzt wird. Laut dem Jahresbericht 2024 haben etwa der 153 Indikatoren des Strategieplans das Ziel erreicht oder übertroffen.
Mit dem 2025 aktualisierten Plan wurden diese Fortschritte weiter konsolidiert und die Indikatoren auf die jährlichen Ziele abgestimmt. Die Berichte des Ministeriums zeigen, dass der Plan in der Praxis und nicht nur auf dem Papier umgesetzt wird.
Auffällig ist jedoch, dass der Landwirt immer noch nicht zufrieden ist.
Warum? Die Zahlungen verzögern sich oft; einige Subventionen waren im März fällig, sind aber noch nicht eingegangen. Die stark gestiegenen Preise für Diesel, Düngemittel und Saatgut begrenzen den Nutzen für die Landwirte. Außerdem wird das Modell der ’Basisunterstützung“, das 2025 die Diesel- und Düngemittelsubventionen ersetzt, von den Landwirten als ”reduzierte Unterstützung“ empfunden.
Wichtig für die Landwirte sind Cashflow und Einkommenssicherheit, um die Produktionskosten zu decken und ihre Tätigkeit das ganze Jahr über aufrechtzuerhalten. Der Plan des Ministeriums zielt langfristig auf Effizienz und Nachhaltigkeit ab, aber kurzfristig entsprechen seine Auswirkungen nicht der wirtschaftlichen Realität der Landwirte.
Konkrete Schritte zur Steigerung der Landwirtezufriedenheit
Was muss getan werden, damit sich die Erfolgskurve auch in den Taschen und auf den Feldern der Landwirte widerspiegelt?
Kurzfristig
* Klärung und Beschleunigung der Zahlungsfristen: Die Subventionen sollten mit monatlichen oder saisonalen Plänen angekündigt werden. Die Landwirte sollten wissen, wie viel sie zu welchem Zeitpunkt erhalten werden.
* Senkung der Inputkosten: Vorübergehende zusätzliche Unterstützung oder Subventionen können für Diesel, Dünger und Saatgutkosten gewährt werden.
* Erleichterung der Antragstellung und Information: Es sollten einfache Leitfäden und automatische Benachrichtigungen über elektronische Behördendienste und Landwirtschaftsämter verwendet werden.
Mittel- und langfristig
* Geplante Produktion und Beratung: Für jede Region sollten Produktionsplanungs- und Feldschulungen angeboten werden.
* Nachhaltige und effiziente Produktionsmethoden: Dürreresistente Sorten, organischer Dünger und biologische Bekämpfungsmethoden sollten gefördert werden.
* Beseitigt lokale Unterschiede: Regionale Ungleichheiten sollten abgebaut werden; zusätzliche Unterstützung sollte in Regionen mit Dürre-, Logistik- und Infrastrukturproblemen gewährt werden.
* Transparenz und Kommunikation: Die Aktivitäten des Ministeriums und die Projektergebnisse sollten in einer für die Landwirte verständlichen Sprache veröffentlicht werden; die Landwirte sollten die Daten auf interaktiven Plattformen einsehen können.
* Finanzinstrumente und Versicherungen: Die Risiken sollten durch den Abschluss von Ernte- und Einkommensversicherungen sowie durch Agrarkredite verringert werden.
Bei der Zufriedenheit geht es also nicht nur darum, mehr zu zahlen. Es ist notwendig, den Zeitpunkt der Zahlungen zu verbessern, die Kosten zu senken, den Informationsfluss zu gewährleisten und eine nachhaltige Produktion zu unterstützen. Kurz- und langfristige Lösungen sollten gemeinsam umgesetzt werden.
Bereiche, in denen der Strategieplan aktualisiert werden muss
* Zahlungs- und Unterstützungsmechanismen: Konkrete Zeitpläne sollten in den Plan integriert werden, z.B. “Subventionen werden im März 2026 ausgezahlt.”
* Maßnahmen gegen Kostendruck: Diesel-, Düngemittel- und Futtermittelpreiserhöhungen sollten in die Risikoanalyse einbezogen werden; kurzfristige Stützungsmaßnahmen sollten proaktiv geplant werden.
* Regionale und lokale Unterschiede: Dürre, Infrastruktur und logistische Unterschiede sollten in den Zielen und Indikatoren berücksichtigt werden.
* Ausbildung und Information: Das Verständnis für Unterstützungsmodelle vor Ort sollte durch Schulungen und Beratung ergänzt werden.
* Transparenz und digitale Werkzeuge: Der Landwirt sollte in der Lage sein, den Stand der Unterstützung und der Umsetzung des Plans sofort zu erkennen; diese Indikatoren sollten als Leistungskriterien in den Plan aufgenommen werden.
Der Strategieplan sollte etwas werden, das in der Praxis funktioniert und die Landwirte berührt. Der Erfolg wird nicht nur an der Fertigstellung von Projekten gemessen; die Zufriedenheit der Landwirte und die Einkommenssicherheit sollten ebenfalls als Leistungsindikatoren herangezogen werden.
Die offiziellen Daten zeigen, dass der Plan erfolgreich umgesetzt wurde. Der tatsächliche Erfolg wird jedoch an den Vorteilen gemessen, die sich in den Taschen und auf den Feldern der Landwirte niederschlagen. Wenn konkrete Schritte und Planaktualisierungen durchgeführt werden, kann dieses Ziel Wirklichkeit werden.
