HALKWEBAutorenDie Gründung des Gewerkschaftswesens in der Türkei: Unvollendete Klassenautonomie in der staatlichen Modernisierung

Die Gründung des Gewerkschaftswesens in der Türkei: Unvollendete Klassenautonomie in der staatlichen Modernisierung

Es ist leicht, die Schwächung der Gewerkschaftsbewegung in der Türkei allein dem Staat, allein der neoliberalen Politik oder allein dem Druck der Arbeitgeber zuzuschreiben. Aber das ist unvollständig.

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Um die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung in der Türkei zu verstehen, muss man zunächst mit einer Illusion aufräumen: Die Gewerkschaften in diesem Land sind nicht als organisches Produkt eines langen Klassenkampfes von unten entstanden, wie in Westeuropa. Die Gewerkschaftsbewegung in der Türkei entwickelte sich innerhalb des kontrollierten Rahmens der staatlich gelenkten Modernisierung.

Die Streikwellen in der letzten Periode des Osmanischen Reiches (Hafen-, Tabak- und Eisenbahnstreiks nach 1908) waren zwar wichtig, führten aber nicht zu Kontinuität. In der frühen republikanischen Periode wurde die Industrialisierung weitgehend vom Staat durchgeführt. Die Arbeiterklasse bildete sich vor allem in den Staatsbetrieben heraus, nicht gegen das Privatkapital. Dies war ein Faktor, der die Entwicklung des Klassenbewusstseins von Anfang an prägte.

Das Gewerkschaftsgesetz von 1947 gewährt den Arbeitnehmern das Recht, Gewerkschaften zu gründen, nicht aber das Streikrecht. Dies ist ein kritisches Detail. Der Staat akzeptierte die Organisation, aber nicht den Konflikt. Die Arbeitnehmer konnten sich vertreten lassen, aber die Produktion nicht stoppen. Dies war die erste strukturelle Einschränkung der Gewerkschaftsbewegung.

In der Verfassung von 1961 wurden das Streikrecht und das Recht auf Tarifverhandlungen anerkannt. Mit den Gesetzen, die 1963 in Kraft traten, erhielt die Arbeiterklasse die stärkste Rechtsgrundlage in der Geschichte. Ende der 1960er Jahre gab es etwa 2 Millionen versicherte Arbeitnehmer, und der gewerkschaftliche Organisationsgrad lag bei fast . Verglichen mit dem heutigen Wert von -15 ist dies ein dramatischer Unterschied.

Allerdings gibt es hier einen wichtigen Punkt: Die Ausweitung des Rechts hat nicht zu einer völlig autonomen Klassenpolitik geführt. Die Gewerkschaften knüpften enge Verbindungen zu den politischen Parteien. Die Distanz zum Staat wurde nie vollständig hergestellt. So entstand in den 1970er Jahren eine Gewerkschaftskultur, die stark und zerbrechlich zugleich war.

Der Widerstand vom 15. und 16. Juni 1970 war der deutlichste Ausdruck der kollektiven Macht der Arbeiterklasse. Das Massaker in Taksim am 1. Mai 1977 zeigte den Konfliktpunkt dieser Macht mit dem Staat. Ende der 1970er Jahre näherte sich die Zahl der offiziellen Mitglieder der 5-Millionen-Marke; obwohl akademische Studien zeigen, dass die tatsächliche Mitgliederzahl zwischen 1,5 und 2 Millionen lag, war der gewerkschaftliche Organisationsgrad hoch.

Diese Zeit war der Höhepunkt der Gewerkschaftsbewegung. Aber es war auch die Zeit, in der es nicht gelang, die unabhängige Klassenlinie zu institutionalisieren.

Nach dem Militärputsch vom 12. September 1980 wurden nicht nur die Gewerkschaften aufgelöst, sondern auch das kollektive Gedächtnis der Klasse unterbrochen. Mit der Verfassung von 1982 und den Gesetzen von 1983 wurden Zulassungsschwellen, Streikbeschränkungen und bürokratische Hindernisse eingeführt.

Von diesem Zeitpunkt an nahm die Gewerkschaftsbewegung eine defensive Haltung ein.

Die erste wichtige Feststellung ist die folgende:

Der Gewerkschaftsbewegung in der Türkei ist es nie gelungen, sich als völlig autonome Klassenbewegung zu etablieren. Ihre durchlässige Beziehung zum Staat und zum politischen System hat ihre Stärke, aber auch ihre Zerbrechlichkeit erhöht.

Hier liegt die erste Wurzel der heutigen Strukturschwäche.

NEOLIBERALE RESTAURATION: PRIVATISIERUNG, UNTERAUFTRAGSVERGABE UND DIE SYSTEMATISCHE AUSHÖHLUNG DER GEWERKSCHAFTSMACHT

Mit dem Putsch vom 12. September 1980 wurde die Gewerkschaftsbewegung politisch unterdrückt. Was die Gewerkschaftsbewegung jedoch wirklich schwächte, waren nicht die militärischen Verbote, sondern die darauf folgende neoliberale Wirtschaftsordnung. Denn die Repression mag vorübergehend sein, aber die Umgestaltung des Produktionssystems ist dauerhaft.

Die neoliberale Politik, die seit Mitte der 1980er Jahre in der Türkei umgesetzt wird, hat die Macht der Gewerkschaften auf drei Hauptachsen untergraben:

  1. Privatisierung
  2. Unterauftragsvergabe
  3. Flexibles und prekäres Beschäftigungsmodell

Dieses Trio hat der Gewerkschaftsbewegung die historische Grundlage entzogen.

Privatisierung: Zerschlagung von Gewerkschaftshochburgen

Der Privatisierungsprozess, der sich nach 1986 beschleunigte und in den 2000er Jahren seinen Höhepunkt erreichte, war nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch eine Klassenumstrukturierung.

Zwischen 2002 und 2020 beliefen sich die Privatisierungserlöse in der Türkei auf über 60 Milliarden Dollar. TEKEL, TÜPRAŞ, PETKİM, TELEKOM, Häfen, Zuckerfabriken, SEKA, Energieversorgungsunternehmen und viele andere öffentliche Unternehmen wechselten den Besitzer.

Welche Gemeinsamkeiten haben diese Unternehmen?

Hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad.

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den öffentlichen Unternehmen lag zwischen -80. Der Deckungsgrad der Tarifverhandlungen war hoch. Die Arbeitsplatzsicherheit war hoch.

Was geschah nach der Privatisierung?

  • Die Zahl der Festangestellten ging zurück.
  • Es wurden Ketten von Unterauftragnehmern gebildet.
  • Es hat sich eine fragmentierte Beschäftigungsstruktur herausgebildet.
  • Der Geltungsbereich von Gewerkschaftsverträgen hat sich verengt.

Dieser Prozess führte zu einem drastischen Rückgang des Anteils der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer.

Während der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den 1980er Jahren bei lag, liegt er heute bei -15.

Dieser Rückgang ist nicht natürlich, sondern das Ergebnis einer strukturellen Präferenz.

Unterauftragsvergabe: Fragmentierte Arbeit, geschwächte Tarifverhandlungen

Das System der Unterauftragnehmer hat sich in den 1990er Jahren in der Türkei verbreitet und wurde in den 2000er Jahren zur Norm.

Die gewerkschaftlichen Auswirkungen der Vergabe von Unteraufträgen liegen auf der Hand:

  • Der Arbeitnehmer gehört nicht zum Personal des Hauptarbeitgebers.
  • Der Vertrag ist kurz.
  • Die Entlassung ist einfach.
  • Die Schwelle für die Arbeitsplatzorganisation ist geteilt.

Wenn es in einem Unternehmen 1.000 Beschäftigte gibt und 600 von ihnen Subunternehmer sind, ist die gewerkschaftliche Organisierungskraft effektiv zersplittert.

Wenn ein Leiharbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft wird, ist er/sie die erste Person, die gefährdet ist.

Diese Angst ist nicht individuell, sondern systemisch bedingt.

Dienstleistungssektor: Neues Arbeitsfeld, altes Gewerkschaftsmodell

Seit den 1990er Jahren hat sich die türkische Wirtschaft von einer industrieorientierten Struktur zu einer dienstleistungsorientierten Struktur entwickelt.

Heute:

  • Einzelhandel
  • Logistik
  • Lagerhaus
  • Callcenter
  • Mitarbeiter von Einkaufszentren
  • Plattform-Ökonomie

einen erheblichen Anteil an der Gesamtbeschäftigung hat.

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in diesen Sektoren ist jedoch extrem niedrig.

Warum?

Weil diese Sektoren:

  • Sie ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden.
  • Arbeitet mit flexiblen Verträgen.
  • Unter Leistungsdruck.
  • Ihre gewerkschaftsfeindlichen Reflexe sind stark ausgeprägt.

Das klassische Modell der Industriegewerkschaft konnte sich nicht an dieses neue Arbeitsregime anpassen.

Streikverschiebung und De-facto-Verbotsmechanismus

Eines der kritischsten Instrumente der neoliberalen Ära ist der systematische Einsatz des Streikverschiebungsmechanismus.

Viele Streiks in strategischen Sektoren wie Metall, Glas, Petrochemie und Banken wurden mit der Begründung der “nationalen Sicherheit” oder der “wirtschaftlichen Stabilität” verschoben.

Der Aufschub gilt technisch gesehen für 60 Tage. Nach Ablauf der 60 Tage geht das Verfahren jedoch an den Obersten Schlichtungsrat, und der Streik endet effektiv.

Dieser Mechanismus gibt die folgende Meldung aus:

Wenn die Produktionskette gefährdet ist, springt der Staat ein”.”

Dies macht die Verhandlungsmacht asymmetrisch.

Rückgang der Reallöhne

In der Türkei ist der Anteil der Löhne am Volkseinkommen in den letzten 10-15 Jahren zurückgegangen.

Vor allem für die Zeit nach 2016:

  • Die Inflation ist gestiegen,
  • Das Reallohnwachstum blieb begrenzt,
  • Die Dividenden sind relativ gestiegen.

In Volkswirtschaften mit niedrigem gewerkschaftlichen Organisationsgrad sinkt der Lohnanteil.

Dies ist keine ideologische These, sondern eine grundlegende Beobachtung der politischen Ökonomie.

Die neoliberale Transformation hat die Gewerkschaftsbewegung nicht abgeschafft.
Aber er hat ihn neutralisiert.

Es gibt eine Gewerkschaft.
Es gibt einen Tarifvertrag.
Es gibt das Recht zu streiken.

Die tatsächliche Macht ist jedoch begrenzt.

Es handelt sich um eine systematische Umstrukturierung.

WIDERSTAND IN NEUEN ARBEITSFELDERN: MİGROS LAGERARBEITER, DGD-SEN UND DIE RISSE DES LOGISTIKKAPITALISMUS

Die neoliberale Transformation hat nicht nur alte industrielle Hochburgen zerschlagen, sondern auch eine neue Landkarte der Arbeit geschaffen. Heute schlägt das Herz der Produktion in der Türkei oft nicht mehr in der Fabrik, sondern im Lager. Lieferketten, E-Commerce-Plattformen, Logistikzentren und Vertriebsnetze sind zum Nervensystem des modernen Kapitalismus geworden. Und Hunderttausende von Arbeitnehmern in diesen Bereichen sind von dem klassischen Gewerkschaftsmodell ausgeschlossen.

Hier muss jedoch ein Missverständnis korrigiert werden: Ein Mangel an Organisation bedeutet nicht, dass es keinen Widerstand gibt.

Migros-LagerarbeiterInnen: Das unsichtbare Gesicht des Handels

Im Jahr 2022 machte der Widerstand der Beschäftigten des Migros-Lagers in Esenyurt, Istanbul, die Arbeitsspannungen der neuen Ära sichtbar. Die Hauptforderung der Arbeitnehmer war der Einspruch gegen unzureichende Lohnerhöhungen angesichts der hohen Inflation.

Damals lag die offizielle Inflation bei , die Lebensmittelinflation war höher. Den Lagerarbeitern wurde eine Lohnerhöhung angeboten, die diesen Anstieg nicht ausglich. Die Arbeiter ergriffen Maßnahmen. Das Ergebnis?

  • Entlassungen
  • Nachsitzen
  • Eingreifen der Polizei
  • Sicherheitsbarrieren

Dabei ging es nicht nur um die Lohnverhandlungen. Es ging um die “strategische” Position des Logistiksektors. Denn das Lager ist das Fließband des modernen Kapitalismus. Steht das Lager still, leeren sich die Regale. Wenn die Regale leer sind, leidet die Marke.

Aus diesem Grund ist der Reflex gegen Gewerkschaftsbewegungen in diesen Sektoren schärfer.

DGD-SEN und alternativer Organisationsversuch

Strukturen wie die DGD-SEN, die sich um die Organisation von Vertriebs-, Lager- und Logistikmitarbeitern bemüht, stellen eine Abkehr vom klassischen Verbandsmodell dar. Diese Gewerkschaften sind im Allgemeinen:

  • Kuriere
  • Lagerarbeiter
  • Logistiker
  • Arbeitskräfte mit flexiblen Verträgen

zwischen den beiden Ländern.

Diese Gebiete haben folgende Gemeinsamkeiten:

  • Hohe Fluktuation der Arbeitskräfte
  • Kurzfristige Verträge
  • Ketten von Unterauftragnehmern
  • Arbeitgeberreflex gegen Gewerkschaften

Unter diesen Bedingungen ist es viel schwieriger, sich zu organisieren als in der Metallfabrik der 1970er Jahre.

Aber es ist auch der Bereich, in dem die Klassenspannungen am stärksten sind.

Logistik-Kapitalismus: Die neue Fabrik

Der Einzelhandels- und Logistiksektor in der Türkei ist in den letzten 15 Jahren exponentiell gewachsen. Das Volumen des elektronischen Handels hat Milliarden von Dollar erreicht. Lager- und Vertriebsmitarbeiter bilden das neue Proletariat.

Der gewerkschaftliche Schutz ist jedoch äußerst begrenzt.

Hier gibt es zwei kritische Punkte:

  1. Identität
    Der Lagerarbeiter sieht sich selbst vielleicht nicht als “Arbeiter”. Er/sie definiert sich selbst als “Betriebspersonal” oder “Spezialist”.
  2. Vorläufigkeit
    Die durchschnittliche Dauer der Beschäftigung ist gering. Die Psychologie des “Ich bin schon befristet” macht es schwierig, sich zu organisieren.

Diese Psychologie ist nicht zufällig, sie wird vom System erzeugt.

Sicherheitsreflex in der staatlich-kapitalistischen Achse

Die Logistik- und Vertriebskette ist ein sensibler Punkt in der modernen Wirtschaft. Daher kann jede kollektive Maßnahme in diesem Bereich schnell zu einer Angelegenheit der “öffentlichen Ordnung” werden.

Dies zeigt, dass der rechtliche Rahmen der Gewerkschaftsbewegung und der Sicherheitsmechanismus miteinander verwoben sind.

Neue Generation, neue Sprache

Junge Arbeitnehmer sind von der klassischen Gewerkschaftsbürokratie weit entfernt. Sie sind

  • Fordert Transparenz
  • Erfordert digitale Kommunikation
  • Erfordert schnelle Ergebnisse
  • Keine Hierarchie

Wenn das klassische Modell nicht umgestaltet wird, werden sich neue Organisationsformen herausbilden.

Heute ist die Gewerkschaftsbewegung in der Türkei nicht tot.
Sie ist jedoch noch nicht in neuen Arbeitsbereichen institutionalisiert worden.

Beispiele wie der Widerstand im Migros-Lagerhaus und DGD-SEN zeigen dies:

Die Klassenspannungen sind lebendig.
Aber der Organisationskanal ist schwach.

Dieser Bereich hat das Potenzial, die Zukunft zu verändern.

SYSTEMATISCHE EINSCHRÄNKUNG EINES VERFASSUNGSRECHTS: STREIKRECHT ODER STREIKVERSCHIEBUNGSREGELUNG?

In der Türkei ist das Streikrecht ein verfassungsmäßiges Recht. In Artikel 54 der Verfassung von 1982 wird das Streikrecht ausdrücklich anerkannt. Wenn man sich den Gesetzestext ansieht, gibt es kein Problem. Aber das Problem ist nicht der Text, sondern die Praxis. In der Türkei gibt es zwar ein Streikrecht, aber in der Praxis ist es in strategischen Bereichen eingeschränkt. Das ist der Punkt, der den Kern der Gewerkschaftsbewegung schwächt.

Was ist die wahre Stärke einer Gewerkschaft?
Androhung eines Streiks am Tarifverhandlungstisch.

Wenn die Streikdrohung nicht glaubwürdig ist, ist die Verhandlung nicht symmetrisch.

Mechanismus zum Aufschub von Streiks: Technisches Instrument, politisches Ergebnis

In der Türkei kann die Regierung Streiks aus Gründen der “nationalen Sicherheit” oder der “öffentlichen Gesundheit” um 60 Tage aufschieben. Auf dem Papier ist dies ein “Aufschub”. In der Praxis handelt es sich oft um ein De-facto-Verbot.

Weil:

  • Der Streik wird verschoben.
  • Nach 60 Tagen wird der Streitfall dem Obersten Schlichtungsrat vorgelegt.
  • Das Schiedsgericht trifft eine verbindliche Entscheidung.
  • Der Streik ist effektiv abgesagt.

Dieser Mechanismus wurde in den letzten 20 Jahren bereits mehrfach angewandt.

Der Aufschub von Streiks in Sektoren wie Metall, Glas, Banken und Petrochemie schwächte die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften.

Rechtfertigung ”Nationale Sicherheit

Die grundlegende Frage, die sich hier stellt, lautet:

Inwiefern bedroht die Lohnforderung eines Arbeitnehmers die nationale Sicherheit?

Die meisten Entscheidungen über die Verschiebung von Streiks wurden aus Gründen der wirtschaftlichen Stabilität und der Produktionskette getroffen. Dies zeigt, dass:

Die Kontinuität der Produktion in strategischen Sektoren wurde über das Recht auf Tarifverhandlungen gestellt.

Damit ist die Macht der Gewerkschaften zwar technisch verfügbar, aber strategisch begrenzt.

Die Psychologie des Streikaufschubs

Dieser Mechanismus ist nicht nur eine rechtliche Einschränkung, sondern auch eine psychologische Abschreckung.

Auf der Arbeitnehmerseite ergibt sich folgendes Bild:

Der Streik wird so oder so verschoben werden.”

Auf der Arbeitgeberseite kommt es zu folgender Wahrnehmung:

Der Staat springt ein, wenn es nötig ist”.”

Diese Asymmetrie macht sich am Verhandlungstisch bemerkbar.

Internationaler Vergleich

Der durchschnittliche gewerkschaftliche Organisationsgrad in den OECD-Ländern liegt bei etwa -20. Die Türkei hat ähnliche Werte. Der Unterschied ist jedoch der folgende:

Viele europäische Länder haben ein sektorales Vertragssystem.
Das Streikrecht ist de facto einklagbar.
Der Schlichtungsmechanismus wird nur in Ausnahmefällen angewendet.

In der Türkei:

  • Die Genehmigungsschwelle ist hoch.
  • Streikverschiebungen sind üblich.
  • Ketten von Unterauftragnehmern erschweren die Organisation.

Daher ist zwar das Verhältnis ähnlich, nicht aber die Leistung.

Verhältnis von Reallohn und Streik

In den letzten 10-15 Jahren ist das Reallohnwachstum in der Türkei begrenzt geblieben. Die Inflation hat die Löhne ernsthaft untergraben, vor allem in der Zeit nach 2021.

In einer Wirtschaft, in der die Streikgefahr gering ist, sinkt die Lohnquote.

Dies ist nicht nur eine theoretische Behauptung, sondern ein anhand von Daten beobachtbarer Trend.

In der Türkei gibt es ein Streikrecht, das jedoch de facto auf strategische Gebiete beschränkt ist.

Das ist die Gewerkschaft:

  • Eine Organisation, die ein Verhandlungsverfahren leitet,
  • Es handelt sich um eine Organisation für Pressemitteilungen,
  • Eine Organisation, die Symbole produziert

um sie in eine "echte" Welt zu verwandeln.

Die Gewerkschaft muss jedoch eine Kraft sein, die die Produktion stoppen kann.

Der große Widerspruch

In dem Maße, wie der Abstand zwischen dem verfassungsmäßigen Recht und der tatsächlichen Praxis größer wird, schwindet das Vertrauen der Gewerkschaften.

Dies ist nicht nur ein Problem für die Arbeitnehmer, sondern auch für die Demokratie.

Denn das Streikrecht ist eines der grundlegenden Instrumente der Wirtschaftsdemokratie.

GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG IM ÖFFENTLICHEN DIENST: HOHE MITGLIEDERZAHLEN, EINGESCHRÄNKTE STREIKRECHTE UND DIE POLITISIERUNG DES KNOTEN

Wenn wir über die Gewerkschaftsbewegung in der Türkei sprechen, geht es meistens um die Beschäftigten des privaten Sektors. Die Beschäftigten des öffentlichen Sektors sind jedoch der quantitativ am stärksten organisierte Sektor. Allerdings gibt es hier ein großes Paradoxon: Der Mitgliederstand ist hoch, aber die Verhandlungsmacht ist begrenzt.

Ungefähr in der Türkei heute Rund 5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst verfügbar sind. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad im öffentlichen Dienst nach offiziellen Angaben % liegt über 60. Dieses Verhältnis ist fast viermal so hoch wie das des privaten Sektors.

Auf dem Papier ist die Tabelle stark:

  • Große Konföderationen
  • Hohe Mitgliederzahl
  • Institutionalisierter Tarifverhandlungsprozess

Die entscheidende Frage ist jedoch die nach dem Sinn:

Erzeugt diese Organisation echte Verhandlungsmacht?

Gewerkschaft ohne Streikrecht

Das grundlegendste strukturelle Problem der Beamtengewerkschaften ist das folgende:

Sie haben kein Recht zu streiken.

Es gibt einen Tarifverhandlungsprozess. Im Falle von Streitigkeiten hat jedoch das Schiedsverfahren das letzte Wort. Dies unterscheidet die öffentliche Gewerkschaftsbewegung von der Gewerkschaftsbewegung der Arbeitnehmer.

Ohne das Streikrecht gibt es nur ein begrenztes Druckmittel am Verhandlungstisch.

Obwohl die Gewerkschaftsbewegung im öffentlichen Dienst quantitativ stark zu sein scheint, ist sie strategisch begrenzt.

Inflation und Gehälter im öffentlichen Dienst

In den letzten Jahren wurden die Gehälter der öffentlichen Bediensteten durch die hohe Inflation stark geschmälert.

Für den Zeitraum nach 2021:

  • Die Gehaltserhöhungen blieben hinter der Inflation zurück.
  • Seyyan-Erhöhungen standen auf der Tagesordnung.
  • Die reale Kaufkraft ist gesunken.

Diese Tabelle zeigt, dass die Verhandlungsmacht trotz des hohen Mitgliederanteils begrenzt ist.

Politisierung und Zugehörigkeit

Das zweite Hauptproblem in der Gewerkschaftsbewegung der Beamten ist die Politisierung.

Ein beträchtlicher Teil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst entscheidet sich für eine Gewerkschaft aufgrund ihrer ideologischen und politischen Zugehörigkeit.

Dies hat die folgenden Konsequenzen:

  • Das Klassenbewusstsein wird zweitrangig.
  • Die Präferenz der Gewerkschaften beruht auf der Identität, nicht auf der Wirtschaft.
  • Der Verhandlungsprozess ist von der politischen Atmosphäre geprägt, nicht von der technischen.

Diese Struktur schwächt die unabhängige Klassenlinie.

Unternehmenskomfort und Kultur des Handelns

Da es kein Streikrecht gibt, ist die Kultur der Massenaktionen in den Beamtengewerkschaften schwach ausgeprägt. Aktionen finden meist in Form von Pressemitteilungen oder Kundgebungen statt.

Dies macht die Gewerkschaft zu einer Institution der Verhandlung, nicht des Kampfes.

Langfristiges Management und zentralisierte Entscheidungsprozesse schränken auch die Beteiligung der Basis ein.

Widersprüche

Im privaten Sektor:

  • Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist gering
  • Das Streikrecht besteht, ist aber de facto eingeschränkt

Öffentlicher Sektor:

  • Hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad
  • Kein Recht auf Streik

Beide Modelle liefern nicht die volle Leistung.

Dies trägt zur allgemeinen Schwächung des gewerkschaftlichen Bereichs bei.

Die Gewerkschaftsbewegung im öffentlichen Dienst der Türkei ist quantitativ stark, aber strukturell begrenzt.

Eine Gewerkschaft ist unvollständig ohne das Streikrecht.
Die Klassenidentität wird schwächer, wenn die politische Zugehörigkeit überwiegt.

Daher befindet sich auch die öffentliche Gewerkschaftsbewegung in einer Krise der Repräsentation.

GEWERKSCHAFTSBÜROKRATIE, GELBE GEWERKSCHAFTEN UND DIE KRISE DER VERTRETUNG: AUFLÖSUNG VON INNEN

Wir kommen jetzt in einen beunruhigenderen Bereich.

Es ist leicht, die Schwächung der Gewerkschaftsbewegung in der Türkei allein dem Staat, allein der neoliberalen Politik oder allein dem Druck der Arbeitgeber zuzuschreiben. Aber das ist unvollständig. Denn es gibt auch einen internen Zerfall: Bürokratisierung und eine Krise der Vertretung.

Wenn die Gewerkschaft den Kontakt zu ihrer Basis verliert, wird sie geschwächt, selbst wenn kein Druck von außen ausgeübt wird.

Bürokratisierung: Vom Kampf zur Institution

In vielen Gewerkschaften bleibt die Führung über viele Jahre hinweg unverändert. Die Positionen des Generalvorsitzenden, des Generalsekretärs und der zentralen Leitung sind de facto zu Arbeitsplätzen geworden.

Dies hat drei Konsequenzen:

  1. Die Gewerkschaftsarbeit wird zu einem dauerhaften Berufsfeld, nicht zu einer vorübergehenden Vertretung.
  2. Der Abstand zwischen der Basis und der Mitte wird vergrößert.
  3. Die Entscheidungsprozesse werden von engen Kadern getroffen.

Diese Struktur stumpft die Dynamik des Kampfes ab.

Die Gewerkschaft hört auf, eine Klassenorganisation zu sein und wird zu einem Unternehmensapparat.

Gelbe Gewerkschaftsbewegung: Jenseits des Slogans

Der Begriff ”gelbe Gewerkschaft" wird in der Türkei häufig verwendet. Aber es ist notwendig, ihn auszufüllen.

Die gelbe Gewerkschaft ist dies:

  • İşverenle çatışmadan kaçınan,
  • Grev tehdidini kullanmayan,
  • Asgari artışı “büyük kazanım” olarak sunan,
  • Tabanı karar sürecine dahil etmeyen yapı.

Bu her zaman açık işbirliği anlamına gelmez. Çoğu zaman uyumculuk biçiminde ortaya çıkar.

Eğer toplu sözleşme sonucu enflasyonun birkaç puan üzerindeyse ama reel alım gücü düşüyorsa, o sözleşme güçlü değildir.

Tabanın Güven Kaybı

En tehlikeli aşama şudur:

İşçi sendikayı kendinden görmemeye başlar.

Bu noktada:

  • Üyelik formaliteye dönüşür.
  • Katılım düşer.
  • Aidat ödemek bir alışkanlık olur ama mücadele bilinci zayıflar.

Bu durum sendikanın görünür varlığını sürdürmesine engel olmaz; ama etkisini azaltır.

1 Mayıs ve Sembol Siyaseti

Alanlar dolabilir.
Mitingler yapılabilir.
Sloganlar atılabilir.

Ama ertesi gün işyerinde ücret artışı yoksa, çalışma saatleri düşmüyorsa, güvencesizlik sürüyorsa sembolizm sınırlı kalır.

Sendikanın gücü kürsüde değil, sözleşmede ölçülür.

Mali Şeffaflık ve Hesap Verebilirlik

Birçok sendikada mali şeffaflık sınırlıdır. Aidatlar toplanır, merkez yönetir, raporlar dar çevrede kalır.

Yeni kuşak çalışanlar şeffaflık talep etmektedir.

Dijital çağda kapalı yapı sürdürülebilir değildir.

Türkiye’de sendikacılık dış baskı kadar iç durağanlıkla da zayıfladı.

Eğer sendika:

  • Taban referandumu yapmıyorsa,
  • Yöneticilere süre sınırı koymuyorsa,
  • Mali şeffaflık sağlamıyorsa,
  • Yeni sektörlere ulaşamıyorsa,

O sendika mücadele örgütü değil, idari yapıdır.

Bu eleştiri düşmanlık değil; dönüşüm çağrısıdır.

YENİ EMEK REJİMİ: PLATFORM ÇALIŞANLARI, BEYAZ YAKALI GÜVENCESİZLİK VE SINIF KİMLİĞİNİN EROZYONU

Türkiye’de sendikacılığın krizini yalnızca hukuki kısıtlarla ya da bürokratik sorunlarla açıklamak eksik kalır. Asıl büyük kırılma üretim ve emek rejiminin dönüşümünde yatıyor. 20. yüzyılın fabrika merkezli işçi sınıfı ile 21. yüzyılın dağınık, dijitalleşmiş ve güvencesiz emek kitlesi arasında yapısal bir fark var.

Ve sendikal model hâlâ büyük ölçüde eski rejime göre tasarlanmış durumda.

Platform Ekonomisi: İşçi Kimliğinin Bulanıklaştırılması

Son on yılda Türkiye’de platform ekonomisi hızla büyüdü.

  • Yemek ve market dağıtım kuryeleri
  • E-ticaret lojistik çalışanları
  • Uygulama üzerinden çalışan sürücüler
  • Freelance dijital emekçiler

Bu kesim sayıca artıyor. Ancak hukuki statüleri çoğu zaman gri alanda tutuluyor.

Temel strateji şu:

Çalışanı “işçi” değil, “partner” ya da “bağımsız çalışan” olarak tanımla.

Bu tanımın sonucu:

  • Kıdem yok
  • Sendikal hak yok
  • İş güvencesi yok
  • Sosyal güvence sınırlı

Bu model küresel kapitalizmin yeni normudur. Türkiye’de ise düzenleyici denetimin zayıflığı nedeniyle daha sert uygulanır.

Kuryeler: Yeni Fabrikanın İşçileri

Bugün Türkiye’de on binlerce kurye çalışıyor. Bu işçiler:

  • Uzun saatler çalışıyor
  • Prim sistemiyle performans baskısı altında
  • Trafik ve iş kazası riski yüksek
  • Gelir dalgalanması yaşıyor

Ama önemli bir kısmı kendini “işçi” olarak değil “bağımsız çalışan” olarak görüyor.

Kimlik ile maddi gerçek arasındaki bu çelişki sendikal örgütlenmenin önünde psikolojik bir bariyer oluşturuyor.

Ancak zam oranı düştüğünde, komisyon oranı arttığında ya da yakıt maliyeti yükseldiğinde kolektif tepki ortaya çıkıyor.

Bu da şunu gösteriyor: Sınıf gerilimi ortadan kalkmadı; biçim değiştirdi.

Beyaz Yakalıların Sessiz Güvencesizliği

Türkiye’de üniversite mezunu nüfus hızla arttı. Hizmet sektörü genişledi. Beyaz yakalı çalışan sayısı yükseldi.

Ancak:

  • Reel ücret artışı sınırlı
  • İş güvencesi zayıf
  • Performans baskısı yüksek
  • Sözleşmeli çalışma yaygın

Birçok beyaz yakalı kendini “orta sınıf” olarak tanımlamaya devam ediyor. Ama gelir seviyesi ve borçluluk düzeyi klasik işçi sınıfına yaklaşıyor.

Bu bilinç gecikmesi sendikal örgütlenmeyi zorlaştırıyor.

Ben işçi değilim” algısı, kolektif eşiği yükseltiyor.

Geçicilik ve Sirkülasyon Rejimi

Yeni emek rejiminin en belirgin özelliği geçiciliktir.

  • Ortalama işte kalma süresi kısa
  • Sözleşmeler esnek
  • İşten çıkarma kolay

Bu koşullarda işçi şunu düşünür:

Zaten geçiciyim. Sendika için risk almaya değmez.”

Bu psikoloji tesadüfi değil; üretim modelinin sonucudur.

Kültürel Bireyselleşme ve Sınıfın Silinmesi

Son 30 yılda Türkiye’de bireysel başarı anlatısı güçlendi.

  • Girişimcilik miti
  • Kişisel kariyer vurgusu
  • Rekabet kültürü

Bu kültürel atmosfer kolektif bilinci zayıflattı.

Ancak ekonomik gerçek değişmedi:

  • Kira/gelir oranı arttı
  • Borçluluk yükseldi
  • Genç işsizlik yüksek

Maddi gerçek ile ideolojik anlatı arasındaki çelişki derinleşiyor.

Sendikaların Uyum Sorunu

Klasik sendikal yapı:

  • Fabrika merkezli
  • Uzun süreli istihdam varsayımına dayalı
  • Hiyerarşik

Yeni emek rejimi:

  • Dijital
  • Dağınık
  • Esnek
  • Hızlı

Bu uyumsuzluk giderilmezse sendikal hareket yeni emek alanlarında kök salamaz.

Türkiye’de sendikacılığın krizi yalnızca siyasal değil; sosyolojik ve kültüreldir.

Sınıf kimliği çözülmüştür.
Emek yapısı parçalanmıştır.
Bilinç dağılmıştır.

Ama çelişki ortadan kalkmamıştır.

Emek-sermaye gerilimi sürmektedir.

Bu gerilim ya yeni örgütlenme formu üretir ya da uzun süreli apatiye yol açar.

TÜRKİYE’DE SENDİKACILIĞIN EŞİĞİ VE SERT GERÇEK: YAPISAL ZAYIFLAMA MI, YENİ SINIF HAREKETİNİN DOĞUMU MU?

Şimdi tabloyu bütün çıplaklığıyla koyalım.

Türkiye’de:

  • 17 milyona yaklaşan kayıtlı işçi var.
  • Sendikalı işçi sayısı yaklaşık 2,4 milyon.
  • Oran %14–15.
  • Özel sektörde oran çok daha düşük.
  • Grevler erteleniyor.
  • Kamu sendikalarında grev hakkı yok.
  • Lojistik ve platform sektörleri büyük ölçüde örgütsüz.
  • Sendika bürokrasisi güven kaybı yaşıyor.
  • Reel ücretler uzun süredir baskı altında.

Bu tabloyu hafife almak, bilinçli bir inkâr olur.

Bu bir konjonktürel dalgalanma değil.
Bu, yapısal zayıflamadır.

Ama burada asıl mesele şudur:

Zayıflama kalıcı mı, yoksa yeni bir dönüşümün sancısı mı?

1. Emek Rejimi Sertleşti, Gelir Rejimi Bozuldu

Son on yılda Türkiye’de ücretlerin milli gelir içindeki payı dalgalanmalı ama genel olarak baskı altında seyretmiştir. Yüksek enflasyon dönemlerinde reel ücretler aşınmıştır. Asgari ücret artışları nominal olarak yüksek görünse de enflasyon karşısında hızla erimiştir.

Kira fiyatları artmış, hanehalkı borçluluğu yükselmiş, gençlerin konut ve gelecek beklentisi zayıflamıştır.

Bu tablo sendikaların zayıflığıyla doğrudan ilişkilidir.

Çünkü örgütsüz emek, pazarlık gücü zayıf emektir.

2. Sessiz Yoksullaşma mı, Toplumsal Kırılma mı?

Bugün Türkiye’de en tehlikeli senaryo ani bir patlama değil; uzun süreli sessiz aşınmadır.

Toplum:

  • Daha uzun çalışıyor
  • Daha az tasarruf edebiliyor
  • Daha güvencesiz yaşıyor

Ama kolektif kanallar zayıf olduğu için tepki dağınık kalıyor.

Bu durum iki sonuç doğurur:

  1. Siyasal popülizmin güçlenmesi
  2. Toplumsal apati

Her ikisi de sendikal hareketin güçlenmesi anlamına gelmez.

3. Yeni Sınıf Hareketi Nereden Çıkabilir?

Eğer dönüşüm olacaksa üç alandan doğabilir:

  • Lojistik ve kuryeler: hızlı ve görünür mobilizasyon
  • Beyaz yakalılar: kültürel kırılma yaratabilecek potansiyel
  • Sanayi: ekonomik etkisi yüksek sektör

Ama bu potansiyelin gerçeğe dönüşmesi için üç şart gerekir:

  1. Güven
  2. Şeffaflık
  3. Gerçek grev gücü

Bunlar olmadan örgütlenme kalıcı olmaz.

4. Reform mu, Basınç mı?

Türkiye gibi merkeziyetçi siyasal sistemlerde yukarıdan reform kolay gelmez. Aşağıdan basınç olmadan mevzuat değişmez.

Ama basınç örgütsüz olursa dağılır.

Bu nedenle dönüşüm ancak iki yönlü olur:

  • Aşağıdan örgütlü talep
  • Yukarıdan hukuki reform

Birinin yokluğu diğerini etkisizleştirir.

Türkiye’de sendikacılık krizi yalnızca sendikaların sorunu değildir. Bu, ekonomik demokrasinin krizidir.

Eğer emek milli gelirden daha az pay alıyorsa,
eğer grev hakkı fiilen sınırlıysa,
eğer yeni emek alanları örgütsüzse,

bu durum yalnızca ücret meselesi değildir.
Bu, güç meselesidir.

Ve güç boşluk kabul etmez.

Eğer sendikalar bu boşluğu dolduramazsa,
ya otoriter düzen güçlenir
ya da kontrolsüz toplumsal kırılmalar ortaya çıkar.

Türkiye’de sendikacılık zayıfladı.
Evet, yapısal olarak zayıfladı.

Ama emek-sermaye çelişkisi ortadan kalkmadı.

Bu çelişki ya örgütlü bir dönüşüm üretir
ya da uzun süreli sessiz yoksullaşmayı normalleştirir.

Bugün eşikteyiz.

Ya sendikalar kendini dönüştürecek:

  • Dijitalleşecek
  • Taban demokrasisini güçlendirecek
  • Grev hakkı için mücadele edecek
  • Yeni sektörlere açılacak

ya da tarihsel rolünü başka kolektif formlara bırakacak.

Sert gerçek şu:

Sınıf mücadelesi bitmez.
Sadece örgüt biçimi değişir.

Eğer örgüt değişmezse,
örgütsüzlük kalıcılaşır.
Ve örgütsüz emek, en pahalı bedeli öder.

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