Die Stimme, die aus Kütahya kommt, klingt gut:”Wir werden die besteuern, die viel verdienen, und die, die wenig verdienen. Wir werden diejenigen nicht besteuern, die gar nichts verdienen!”
In der Politik sind solche Versprechen ein klassisches und vorhersehbares Repertoire, insbesondere für Mitte-Links-Parteien. Aber die Realität sieht so aus: Es reicht nicht aus, es nur zu sagen. Die Wähler geben sich nicht mehr damit zufrieden, nur zu hören; sie wollen sehen. Seit zwei Jahren sind die Wähler neugierig darauf, was in den Gemeinden, für die sie verantwortlich waren, getan wurde und welche Schritte vor Ort unternommen wurden.
Worte leuchten manchmal wie Neonlicht; sie fallen ins Auge und ziehen die Aufmerksamkeit von weitem auf sich. Aber wenn sie leer sind, erlöschen sie beim ersten Regen. Manchmal hypnotisieren sie wie Mondlicht, das auf Wasser fällt; sie ziehen die Menschen für einen Moment an, aber wenn man sie berührt, bleibt nichts übrig. Am Ende bleibt nur diese Tatsache: Ein leeres Versprechen verweht wie der Wind... es geht vorbei. Um in der Politik etwas zu bewegen, müssen wir über den klassischen Refrain hinausgehen.
Özgür Özels Feldpolitik
Leider geht die Politik von Özgür Özel immer noch nicht über das Singen eines Refrains auf den Plätzen hinaus. Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Vorsitzender, der seit zwei Jahren die 1. Partei in der Türkei ist, vor Ort so passiv bleibt.
Da den Worten keine Taten folgen, wird bei den in der ganzen Türkei durchgeführten städtischen Umgestaltungsprojekten die Opferrolle der Bevölkerung ignoriert. Während sie in einigen Regionen mit verdienstvollen Fachleuten organisiert werden, behindern in anderen Regionen unzureichende Planung und Koordination den Prozess. Die Vertreibung von Menschen, unzureichende Miethilfen und unzureichende Informationen zeigen, dass die Versprechen vor Ort nicht eingehalten werden. Auf dem Papier ist der Stadtumbau perfekt, vor Ort spielen Kinder noch im Staub und ältere Menschen kämpfen mit Mietbriefen. Auf den Plänen ist alles fertig, aber das Leben ist noch da.
Worte in Taten verwandeln
Während große Reformen, die eine zentrale Behörde ohne Machtbefugnis erfordern, begrenzt sind, ist es möglich, Steuererleichterungen für kleine Unternehmen, Pilotprojekte und transparente Praktiken in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Organisationen der Zivilgesellschaft und Universitäten zu initiieren. Diese Schritte, die auf lokaler Ebene in den von der CHP kontrollierten Gemeinden bereits umgesetzt wurden, können Versprechen in konkrete Maßnahmen umwandeln. Die digitale Transformation, soziale Unterstützungspakete und lokale Lösungen können die Öffentlichkeit durch unerwartete und innovative Schritte überraschen.
Botschaften können nicht nur durch Refrains, sondern auch durch lebendige Erfahrungen und konkrete Beispiele gestärkt werden. Auswendig gelernte Refrains auf den Plätzen zu singen, ist wie leere Luftballons, die im Wind fliegen; sie schweben in der Luft, erreichen aber nicht den Boden. Stattdessen kann der direkte Kontakt mit den Menschen durch konkrete Schritte im Dorf, in der Fabrik und in der Schule hergestellt werden. Die Gemeinden sind wie kleine Gärtner, die in jeder Straße einen Samen pflanzen. Auf diese Weise keimen die Versprechen langsam auf, und die Wähler gewinnen Vertrauen, wenn sie sehen, wie die Keime wachsen.
Worte sind nicht genug
Auf diese Weise können die Wähler sehen, dass Versprechen nicht nur Worte sind, und gleichzeitig kann der Grundstein für eine umfassendere Politik gelegt werden. Die Wiederholung der gleichen Versprechen reicht nicht mehr aus, um an die Macht zu kommen. Die Wähler wollen sehen, dass der Wandel nicht nur aus Versprechungen besteht. Und die einzige Möglichkeit, in der Politik etwas zu bewegen, besteht darin, den Worten Taten folgen zu lassen.
In der Politik etwas zu bewegen, bedeutet nicht nur Donner zu machen; es bedeutet, den Regen in den Boden zu bringen und ihm ein tiefes Leben zu geben.
