HALKWEBAutorenWo liegt der Geschmack des Zuckerfestes?

Wo liegt der Geschmack des Zuckerfestes?

Vielleicht liegt es nicht daran, dass sich der Urlaub verändert hat, sondern daran, dass wir ein bisschen weniger sind.

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Es gab eine Zeit, da wachten wir an einem Urlaubsmorgen nicht mit dem Geräusch eines Weckers auf, sondern mit dem süßen Rauschen in unseren Herzen. Noch bevor wir die Augen öffneten, erfüllten die Gerüche aus der Küche das Haus. Die vertraute Stimme der Mütter hallte wider: “Los, aufstehen, das Eidgebet wird verpasst...”. Die gebügelte Kleidung lag auf dem Stuhl und die Schuhe warteten am Bett. Die Aufregung dieses Morgens... konnte nicht in unser Kinderherz passen, sie quoll aus unseren Augen hervor.

Als ob sich die Welt an diesem Tag ein wenig langsamer drehen würde, als ob das Leben ein wenig mehr Sinn machen würde.

In den alten Ferien waren nicht nur die Türen, sondern auch die Herzen weit geöffnet. Die Nachbarschaft bestand nicht nur aus Straßen, sondern war ein Ort, an dem jeder zu jedem gehörte. Wenn Kinder mit Tüten in der Hand von Tür zu Tür gingen, sammelten sie mehr Liebe als Süßigkeiten. Ein “Happy Eid”-Satz wäre zu herzlich, um ein Leben lang vergessen zu werden.

Der Friede, den wir empfinden, wenn wir die Hände der Älteren küssen... Das Mitgefühl, das uns überkommt, wenn wir die Köpfe der Kleinen streicheln... Das ist genau das, was man einen Urlaub nennt: Sich erinnern, erinnert werden, sich zugehörig fühlen.

Die Tische... Oh, diese Tische...

Die Mühen der Vorbereitungen, die schon Tage zuvor begonnen hatten, verschmolzen mit dem Glück des Zusammenkommens. Stimmen, die gleichzeitig sprechen, Lachen, kleine süße Gespräche... Momente, in denen sich alle berührten, sich Auge in Auge sahen, wirklich “da” waren... Das war die schönste Melodie des Festes.

Jetzt

Bayram wacht morgens ein wenig ruhiger auf, ein wenig unvollständiger.

Es gibt Nachrichten, aber keinen Ton. “Frohes Zuckerfest” steht auf dem Bildschirm... aber es gibt keine Berührung oder Wärme darin. Die Besuche haben abgenommen, es wird seltener an die Türen geklopft. Überfüllte Tische wurden durch stille Tische ersetzt.

Es ist, als ob das Zuckerfest immer noch kommt... aber es kommt nicht mehr zu uns, wie es früher war.

Früher war das Zuckerfest ein Vorwand für ein Wiedersehen, heute flüchten wir uns oft in die Bequemlichkeit der Ferne. Es ist, als ob Pläne an die Stelle von Eile und Gewohnheiten an die Stelle von Aufrichtigkeit getreten sind.

Aber trotzdem...

Es ist noch nicht alles verloren.

Wenn sich eine Tür immer noch aufrichtig öffnet... wenn die Augen eines Kindes immer noch leuchten, wenn es sein Taschengeld erhält... wenn es immer noch eine Stimme am Tisch gibt, die darauf besteht, “noch etwas mehr zu essen”... dann atmet der Urlaub noch.

Vielleicht liegt es nicht daran, dass sich der Urlaub verändert hat, sondern daran, dass wir ein bisschen weniger sind.

Denn das Zuckerfest ist nicht nur ein Tag im Kalender... es ist eine Erinnerung, die man im Herzen trägt.

Und solange wir uns erinnern, lebt diese Erinnerung weiter.

Vielleicht werden wir nie wieder an diesen alten Feiertagsmorgen aufwachen... es wird nicht dieselben Stimmen, dieselben Menschen, dieselben Menschenmengen geben. Aber es gibt immer noch eine Wärme in uns aus diesen Tagen. Das Beschleunigen unseres Herzens, wenn an eine Tür geklopft wird... der Frieden, der uns erfüllt, wenn wir die Hand eines älteren Menschen halten... uns im Lächeln eines Kindes wiederfinden...

Das ist der Ort, an dem das Fest stattfindet.

Dieses Zuckerfest... lasst uns ein bisschen langsamer machen. Erinnern wir uns ein wenig mehr. Lasst uns einander ein wenig näher kommen.

Denn es gibt Gefühle... auch wenn die Zeit vergeht, werden sie nicht alt.

Bayram ist einer von ihnen.

Frohes Zuckerfest

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