Wenn heute von der Metapher der “CHP-Tanten auf der Straße” die Rede ist, so ist das kein Zufall.
Dieses Wort ist kein Etikett, das einige Führungskräfte zu verharmlosen versuchen; es ist der Name der Frauenarbeit, die das Rückgrat des 102-jährigen Kampfes dieser Partei ist.
Diese Frauen sind die wahren Arbeiterinnen, die während der Wahlperiode im Regen Flugblätter verteilen, auf den Versammlungsplätzen die Fahne schwenken, Tee kochen und Plakate in den Parteigebäuden aufhängen, von Tür zu Tür gehen und die Organisation mit Leben erfüllen.
Sie streben weder nach Ämtern noch nach Ehrungen, aber sie sind die Träger der unsichtbaren Säule, auf die sich alle stützen.
Das Überleben der CHP beruht nicht auf den Sitzen in luxuriösen Räumen, sondern auf dem Schweiß, der Geduld und dem Glauben der Frauen, deren Puls auf der Straße schlägt.
“Die Bezeichnung ”Tante von der CHP" war nie ein Ausdruck der Verachtung, sondern im Gegenteil ein Symbol für Respekt, Vertrauen und Loyalität.
Denn in ihren Herzen schlägt der Puls der Partei auf den Straßen dieses Landes am stärksten.
In den letzten Jahren hat sich jedoch eine andere Mentalität in der Partei herausgebildet:
Ein Verständnis, das Frauen, insbesondere werktätige Frauen, als “Masse”, als “Marabouts” betrachtet, das sich nur bei Wahlen an sie erinnert, das die Organisation zu einer Karriereleiter macht...
Diese Mentalität kennt nicht die Arbeit der Frauen, sondern das Sitzkonto.
Diese Mentalität kennt das Delegieren von Arithmetik, nicht den Kampf.
Was diese Mentalität verkennt, ist Folgendes:
Die wahre Macht der CHP liegt nicht in den Lobbys, sondern im Atem der Frauen auf der Straße.
In der Geschichte dieser Partei sind die Frauen jedoch keine Zierde, sondern ein Gründungselement.
Dass Atatürk die Republik auf den Schultern von Frauen errichtete, ist keine Romantik, sondern die Realität der Organisation.
Die Nachkommen der Frauen, die im Unabhängigkeitskrieg Kugeln trugen, sind die Frauen, die heute Ideen in Parteigebäude tragen.
Sie sind das Gewissen der Republik, der Sauerteig der Organisation.
Und genau aus diesem Grund ist der bevorstehende Kongress nicht nur ein Regierungswechsel, sondern auch ein Test dafür, ob die CHP ihre Schuld gegenüber der Frauenarbeit begleichen wird.
Die Erhöhung des Frauenanteils in Bürgermeisterämtern, Gemeinderäten, Provinz- und Bezirksverwaltungen, Parteiversammlungen und allen Entscheidungsmechanismen ist nicht länger eine Gefälligkeit, sondern eine historische Notwendigkeit.
Es entspricht weder der Gerechtigkeit, noch der Organisationskultur, noch dem Gründungsgeist der Republik, Frauen die Last im Feld zu überlassen und sie am Entscheidungstisch zu ignorieren.
Wenn die CHP wirklich einen Wandel will, muss sie zuerst die Stimmen der unsichtbaren Helden der Organisation - der Frauen auf der Straße - in die Entscheidungsmechanismen tragen.
Nicht die Vorzeigefrauen, die im Saal beklatscht werden, sondern die Frauen der Organisation, die seit Jahren den Preis dafür zahlen, sollten ein Mitspracherecht haben.
Es gibt keine Demokratie ohne gerechte Vertretung.
Ohne Demokratie hat diese Partei der Nation nichts zu sagen.
Wenn diese Frauen zum Schweigen gebracht werden, geht es nicht nur darum, eine Einzelperson zum Schweigen zu bringen.
Es geht darum, das Gewissen der Partei und das Herz der Organisation auszuschalten.
Wenn die Frau schweigt, schweigt die Nachbarschaft; wenn die Nachbarschaft schweigt, stirbt die Organisation; wenn die Organisation stirbt, bleibt die Partei nur ein Aushängeschild.
Kongresse enden, Sitze wechseln, Namen kommen und gehen...
Das eigentliche Erbe, die Trägerin und das Gedächtnis der CHP sind jedoch die Frauen, die während der Wahlperiode im Regen Flugblätter verteilten.
Die Partei verliert manchmal die Orientierung, aber diese Frauen tun das nie, denn ihr Kompass ist nicht der Sitz, sondern das Land.
Ihre Politik ist keine Karriere, sondern ein Gewissen.
Ihre Parteilichkeit ist kein Interesse, sondern ein Kampf.
Wenn die CHP zu ihrem Wesen zurückkehren will, muss sie zunächst die Herzen dieser Frauen verstehen und ihnen in jedem Pulsschlag Platz einräumen.
Denn wenn dieses Herz gebrochen wird, wird nicht nur eine Frau, sondern eine ganze Geschichte gebrochen.
Ein Kampf ist still.
Eine Republik verstummt.
Und das sollte nicht vergessen werden:
Die Zukunft der CHP liegt nicht im Lärm der Männer auf der Tribüne, sondern im Atem der Frauen auf der Straße.
Wenn dieser Atem stärker wird, schreibt die Partei Geschichte; wenn dieser Atem abgeschnitten wird, wird die Republik isoliert.
