HALKWEBTagesordnungWas sind die Epstein-Akten? Warum es die Türkei betrifft

Was sind die Epstein-Akten? Warum es die Türkei betrifft

Politiker fordern eine gründliche Prüfung der Akten und die Klärung der Verbindungen zur Türkei.

Das US-Justizministerium hat einen umfangreichen Teil der Ermittlungsakten über den Milliardär Jeffrey Epstein veröffentlicht. Rund 3 Millionen Seiten Dokumente, 180.000 Fotos und 2.000 Videos beleuchten die Beziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und Machtzentren auf der ganzen Welt, werden aber noch geprüft.

Diese Akten enthalten neue Aufzeichnungen, die Epstein mit früheren Verurteilungen wegen des Betriebs eines Netzwerks für sexuellen Missbrauch und der Beteiligung an Gewaltdelikten in Verbindung bringen. Auch wenn in diesen Dokumenten bekannte Personen und politische Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern genannt werden, wird betont, dass die Erwähnung ihrer Namen nicht bedeutet, dass sie schuldig sind.

Die Türkei-Verbindung: Gibt es “Türken” in den Dokumenten?

a) Namen und Behauptungen aus der Türkei

In einigen Aussagen werden in den Akten die Namen von zwei Frauen türkischer Herkunft, “B.K.” und “Banu K.”, erwähnt. Ihre Verbindung zu Epstein, ihre Beteiligung als Opfer und ihre Identitäten bleiben unklar. Die Behörden haben keine bestätigten Details geliefert.

b) Soziale Medien und politische Anschuldigungen

In den sozialen Medien wurden Behauptungen verbreitet, einige der Akten enthielten Aussagen, wonach minderjährige Mädchen aus der Türkei im Zusammenhang mit Epstein transportiert worden seien - diese Behauptungen beruhen jedoch nicht auf offiziellen, überprüften Quellen.

c) Debatten in der Welt der Politik

In der Türkei erklärten einige Politiker, sie hätten einen parlamentarischen Antrag gestellt, um die türkischen Verbindungen zu den Akten zu untersuchen; dieser Antrag sei angeblich schon seit langem anhängig. Darüber hinaus berichtete ein anderer Abgeordneter, er habe die Ministerien um Informationen über “mögliche kindliche Opfer in den Epstein-Akten” gebeten.

Mutmaßliche Entführung von Kindern aus der Türkei

Eine weitere Behauptung, die in den sozialen Medien und in politischen Kreisen im Zusammenhang mit den Dokumenten kursierte, war, dass auch Kinder aus der Türkei in den Epstein-Akten enthalten seien. In einigen Beiträgen wurde behauptet, dass im Zusammenhang mit den Akten festgestellt wurde, dass minderjährige Kinder aus der Türkei zu Epsteins Netzwerk gehörten; diese Behauptungen bleiben zum jetzigen Zeitpunkt als kontextfreie Spekulationen bestehen, eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

Die weltweite Dimension des Falles außerhalb der Türkei

Die Epstein-Akten betreffen nicht nur die Türkei; viele Politiker, Milliardäre, Geschäftsleute und Prominente aus den USA, Europa und dem Nahen Osten werden in den Akten genannt. Einige ehemalige Staatsoberhäupter, Hollywood-Größen und die globale Elite sind auf der Grundlage von E-Mails oder Fotos, in denen er Beziehungen zu ihnen aufnahm, in den Vordergrund getreten.

Keine dieser Personen wird automatisch kriminalisiert; ihre Erwähnung in den Dokumenten bezieht sich eher auf Zusammenhänge wie soziale Kontakte, berufliche Beziehungen oder die Zugehörigkeit zu denselben Kreisen.

Reaktionen und Überlegungen in der Türkei

Politiker fordern eine gründliche Prüfung der Akten und die Klärung der Verbindungen zur Türkei.

Eine Reihe von Verbänden und zivilgesellschaftlichen Gruppen fordern zudem die Ausweitung der bestehenden Ermittlungen im Zusammenhang mit den in den Akten enthaltenen Vorwürfen.

Themen wie Kinderrechte und internationale Missbrauchsnetzwerke werden über die sozialen Medien auf die öffentliche Tagesordnung gesetzt.

Warum ist das wichtig?

Die Veröffentlichung dieser Dateien:

Sie heizt die weltweite Debatte über Transparenz und Rechenschaftspflicht an.

Sie bringt die Verbindungen von Machtnetzen und Elitenzirkeln in den internationalen Beziehungen wieder auf die Tagesordnung.

Im türkischen Kontext löst sie Debatten über die Rechte von Kindern und internationale kriminelle Netzwerke aus.

Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Ankara

Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara leitete am 23. Dezember 2025 eine Untersuchung ein, um die Vorwürfe zu prüfen, die auf einem Tweet von Turhan Çömez, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der İyi-Partei, vom 22. Dezember 2025 beruhen.

Çömez schrieb in seinem X-Beitrag Folgendes:

“Das US-Justizministerium hat einige Informationen und Dokumente im Fall Epstein veröffentlicht. In diesen Dokumenten heißt es, dass junge Mädchen aus der Türkei auf die Insel des Missbrauchs gebracht wurden. Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Kinder Schwierigkeiten hatten, weil sie kein Englisch sprachen. Mit einem Wort, ein schreckliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Vor Jahren habe ich dem damaligen Innenminister Aksu ein Dossier über weltweite Kindermissbrauchsbanden übergeben, und einige Verbrecher wurden gefasst.”

 

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