HALKWEBAutorenSpannungen zwischen den USA, der EU und der G7 und feudale Agonie in der Technologie

Spannungen zwischen den USA, der EU und der G7 und feudale Agonie in der Technologie

Das "Armdrücken", das wir sehen, ist kein Versuch von Staaten, sich gegenseitig zu stürzen, sondern vielmehr ein Prozess des globalen Kapitals, das die nationalstaatliche Struktur nach seinen eigenen Bedürfnissen umgestaltet.

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Ab Anfang 2026 ist die G7 zu einem Machtkampf geworden, in dessen Schatten nicht nur Staaten stehen, sondern auch die von uns vorhergesagten “neuen Feudalherren” (Technologieriesen und gigantische Kapitalblöcke).

Staaten oder Wolken im G7-Labyrinth?

Ein neues techno-feudales Armdrücken:
Wenn wir uns heute die Tagesordnung der G7 ansehen, sehen wir oberflächlich betrachtet die bitteren “Grönland-Spannungen” zwischen den USA und der EU und die gegenseitigen Drohungen mit Zöllen (von Wein bis Automobil). Wenn man die Geschehnisse auf dieser Bühne jedoch ausschließlich mit den geopolitischen Ambitionen der Nationalstaaten erklärt, sieht man nur die Spitze des Eisbergs.

1-Souveränität der Algorithmen, nicht der Staaten:
Die Staats- und Regierungschefs, die heute am G7-Tisch sitzen, sind in der Tat gefangen zwischen dem unbegrenzten Appetit des “Cloud-Kapitals” und der traditionellen Souveränität des Nationalstaates. Hier kommt das Konzept des Techno-Feudalismus ins Spiel, das Sie ebenfalls erwähnt haben: Die Marktkapitalisierung von Giganten wie Apple, Nvidia, Microsoft und Amazon übersteigt bereits das BIP einiger Mitglieder der G7. Diese Unternehmen betreiben nicht mehr nur Handel, sondern agieren wie eine neue Generation von Oberherren, die die digitale Infrastruktur kontrollieren und die Staaten dazu bringen, ’Miete“ zu zahlen.

2-EU-US Spannungen: Eine kapitalistische Konstruktion?
Der Aufbau protektionistischer Mauern durch die USA nach dem Motto “America First” und das Streben der EU nach “strategischer Autonomie” sind in Wirklichkeit die Strategien des globalen Kapitals, um eine neue Position zu erlangen. Das globale Kapital hetzt die Nationalstaaten gegeneinander auf;

Sie schützen ihre eigenen Steuerparadiese,
Schwächung der Vorschriften über künstliche Intelligenz und Dateneigentum,
Sie zielt darauf ab, Arbeit in einem System der “digitalen Leibeigenschaft” noch billiger zu machen.

3-G7 in den Fängen des Überwachungskapitalismus 
Die Spannungen zwischen den G7-Ländern sind auch ein Kampf darum, wer den “Überwachungskapitalismus” beherrschen wird. Wer die Daten hat, ist der Herr der neuen Weltordnung. Während die USA diese Daten durch ihre eigenen Technologieriesen monopolisieren, versucht die EU, unter dem Namen “digitale Souveränität” einen Anteil an diesem riesigen Kapitalfluss zu erhalten.

Kurz gesagt;
Das “Armdrücken”, das wir beobachten, ist kein Versuch der Staaten, sich gegenseitig zu stürzen, sondern vielmehr ein Prozess des globalen Kapitals, das die nationalstaatliche Struktur nach seinen eigenen Bedürfnissen umgestaltet. Die Bedeutung der innenpolitischen und öffentlichen Haltung, die ich im “Produktionsmanifest” hervorgehoben habe, wird mit jedem Tag wichtiger, an dem die Staaten vor dieser technologischen Hegemonie kapitulieren.

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