“Stadt des Einverständnisses, Leben mit Einverständnis” ist nicht nur eine poetische Phrase, sondern auch eine tiefgründige Lebensphilosophie, die ihre Entsprechung im alevitischen Denken hat. Im Alevitentum wird dieses Verständnis als “Stadt des Einverständnisses” ausgedrückt und beschreibt eine ideale Gesellschaftsordnung.
In dieser Ordnung lebt der Mensch nicht trotz des Menschen, sondern mit dem Menschen und zu dessen Einverständnis. Keiner nutzt seine Macht, um über andere zu herrschen. Rechte, Recht und Gerechtigkeit werden nicht nur durch Regeln, sondern auch durch das Gewissen geschützt. Denn nach der alevitischen Lehre ist ohne Zustimmung weder der Gottesdienst vollständig noch kann die Gesellschaft friedlich sein.
Nicht umsonst wird in den Cems die Frage gestellt: “Sind alle miteinander glücklich?”. Diese Frage ist eigentlich wie eine Zusammenfassung eines ganzen Lebens. Wenn das Recht des einen beim anderen verbleibt, wenn ein Herz gebrochen ist, haben weder Anbetung noch Worte in dieser Gesellschaft einen Wert. Genau deshalb ist die “Stadt der Zustimmung” eher ein Zustand der Moral und des Bewusstseins als ein Ort.
Leben mit Zustimmung;
nicht mit Gewalt, sondern mit dem Herzen,
nicht durch Zwang, sondern durch Gerechtigkeit,
ist es, nicht aus Eigennutz, sondern aus Recht zu existieren.
In der heutigen Welt, inmitten von Kriegen, Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, mag dies wie ein fernes Ideal erscheinen. Aber die Wahrheit ist, dass jede Ordnung, die ohne Zustimmung entsteht, unvollständig ist; sie bringt keinen Frieden, sondern nur den Anschein von Ordnung.
Die Lehre des Alevitentums von der “Stadt der Zustimmung” und der Ausdruck “Stadt der Zustimmung” gehen Hand in Hand:
Eine Welt, in der die Menschen leben, ohne andere zu verletzen, ohne ihre Rechte zu verletzen, und in der sie die Zustimmung des anderen annehmen.
Denn wenn es keine Zustimmung gibt, gibt es auch keine Gerechtigkeit.
Ohne Gerechtigkeit ist keine Stadt wirklich “lebenswert”.
