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Mottos zum Thema Armut

Während die Armut mit einem ideologischen Deckmantel legitimiert wird, wird bei diesen lauten Slogans übersehen, dass nicht "Silvester", sondern "die Würde des Menschen" gefeiert wird.

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Früher haben wir uns gefragt: “Wie können wir unsere Träume verwirklichen?” Heutzutage besteht unser größter Luxus darin, dieser schweren Realität, die uns umgibt, zu entfliehen und einen Moment lang zu träumen. Mit anderen Worten: Wir träumen nicht mehr davon, aus dem Traum in die Realität zu flüchten, sondern aus der Realität in den Traum.

Çünkü asgari ücretin açlık sınırıyla bitmeyen imtihanı, market raflarında her gün değişen etiketler ve her ay açıklanan o meşhur TÜİK rakamları, yaşama sevincimizi birer birer buduyor. Gıda enflasyonunun %70’lerin altına inmediği bir iklimde gerçekler bu kadar çıplakken; birileri ısrarla bu yoksulluğun üstüne süslü mottolar örtmeye çalışıyor.

Von der Gleichheit im Pyjama zur Hoffnung in Gramm

An der Schwelle zum Jahr 2026 blicken wir zurück und stellen fest, dass uns nicht nur ein Jahr, sondern ein ganzes Leben fehlt. In der Silvesternacht in der alten Türkei erwärmte das herannahende neue Jahr unsere Herzen mit der berühmten ’Was wäre wenn“-Möglichkeit. Der Lottoschein, der beim Händler in der Nachbarschaft gekauft wurde, der für den Abend vorbereitete Truthahntisch, die sorgfältig ausgewählten Nüsse und die Cola für die Kinder... Das war das bescheidene, aber friedliche Ritual einer durchschnittlichen Familie. Das Wichtigste aber war dies: An diesem Tisch gab es keine Reichen und Armen, alle waren gleich an Spaß und Freude beteiligt.

Bugün ise o “eğlence eşitliği” mottoların altında ezilerek yok oldu. Bir asgari ücretlinin maaşının %40’ından fazlasını sadece temel gıdaya ayırmak zorunda olduğu bu devirde, o sofrayı kurabilmek artık imkânsıza yakın. Bırakın hindiyi, fıstığın bile gramla tartıldığı, bir şişe kolanın veya gazozun fiyatının bir saatlik çalışma ücretine yaklaştığı bir dönemde; umut bile en maliyetli kalem haline geldi.

Der erste Stein der Herrschaft: Gerechtigkeit

Wie sind wir also von dieser kindlichen Begeisterung zu dieser grauen Verzweiflung gekommen? Dies ist kein Unfall, sondern die Geschichte eines systematischen Zusammenbruchs. Wir haben alles mit einem Dominoeffekt zum Einsturz gebracht: Zuerst haben wir die Justiz korrumpiert, die korrumpierte Justiz hat die Wirtschaft erschüttert, die korrumpierte Wirtschaft hat die Demokratie verkrüppelt. In einem Land, das im Rechtsstaatlichkeitsindex zurückgefallen ist, hat die Wirtschaft unweigerlich die Leistungsgesellschaft liquidiert. Wo die Ordnung zusammenbricht, stirbt die Hoffnung als erstes. Diejenigen, die meinen, dass das Fehlen des Gestern heute ein “Nachteil” sei, irren sich; in der Türkei der Vergangenheit mag es nicht viel gegeben haben, aber eine so tiefe Verzweiflung gab es nicht.

Viktimisierung und Viktimisierung

Diejenigen, die Licht in dieses dunkle Bild bringen sollten, leben in einer völlig anderen Welt, in den von ihnen geschaffenen Mottos. An der Spitze der Politik wird nicht um das Feuer auf den Tischen der Menschen gekämpft, sondern um die Frage “Wer ist mehr Opfer?” oder “Wer ist mehr Sieger?”. Während die Opposition ihre Strategie ausschließlich auf Viktimisierung aufbaut, versucht die Regierung, ihre Macht in ein Instrument der “Viktimisierung” zu verwandeln. Die Öffentlichkeit hingegen ist zu einem Klima verurteilt, das zwischen diesen beiden Egos, zwischen Viktimisierung und Viktimisierung, eingeklemmt ist.

Das nützlichste Cover: “Muslime feiern kein Silvester”

Außerdem ist das altbackene Stück, das am Ende jedes Jahres aufgeführt wird, wieder im Theater zu sehen: “Muslime feiern kein Neujahr”. Dieser Ausdruck ist zum nützlichsten Motto geworden, um eher die soziale Armut als eine religiöse Sensibilität zu verbergen. Die Sprache, die den Truthahn, die Nüsse, ja sogar ein Glas Cola oder Limonade auf den Tischen der Menschen in Frage stellt, dient in Wirklichkeit dazu, die Tatsache zu verbergen, warum der Tisch leer ist.

Während die Armut mit einem ideologischen Deckmantel legitimiert wird, wird bei diesen lauten Slogans übersehen, dass nicht “Neujahr”, sondern “die Würde des Menschen” gefeiert wird. Der Versuch, den Mangel an Essen auf dem Tisch mit dem Glauben zu erklären, ist nichts anderes als die Heiligung der Ungerechtigkeit.

Schlussfolgerung

Diese Reihenfolge muss sich ändern, aber diese Änderung kann nur möglich sein, indem Gerechtigkeit und Verdienst zu den Eckpfeilern des Systems gemacht werden, nicht indem die Zahlen geändert werden. Andernfalls wird sich, wenn die Kalender das Jahr 2026 anzeigen, nur eine Zahl geändert haben.

Denn wir wissen, dass in einer Ordnung, in der Gerechtigkeit teurer ist als Brot, jeder Slogan, der auf den Tisch kommt, nicht dazu dient, den Magen zu füllen, sondern den Hunger zu verbergen. Das Jahr 2026 sollte nicht nur ein Blatt im Kalender sein, sondern der Meilenstein eines ehrenhaften Lebens.

Wann haben Sie das letzte Mal geträumt, ohne an “Zahlen” und Kosten zu denken, ohne sich in den Schatten eines Mottos zu flüchten?

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