HALKWEBAutorenDie Bruchstelle der nationalen Souveränität: Bergwerke

Die Bruchstelle der nationalen Souveränität: Bergwerke

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Einer der wichtigsten Faktoren für die Zukunft eines Landes ist seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, denn wenn die Wirtschaft schwächelt, schwindet auch das Gewicht des Staates. Wenn wir uns die letzte Periode des Osmanischen Reiches ansehen, sehen wir eines der deutlichsten Beispiele dafür: Die langfristigen Bergbaukonzessionen, die ausländischen Unternehmen erteilt wurden, waren so weitreichend, dass sie in vielen Angelegenheiten ein Mitspracherecht hatten, vom Ort, an dem sie graben würden, bis zu dem, was sie an den Staat zahlen würden. Das Land gehörte uns, aber das Urteil lag in den Händen von anderen. Genau das war der Hauptgrund für Atatürks radikale Änderung dieses Systems im Jahr 1926.

Mit der Gründung der Etibank und der MTA im Jahr 1935 stellte die Türkei ihre unterirdischen Reichtümer auf eine wissenschaftliche und nationale Basis. Damals wurden die Bergwerke nicht als kurzfristige Einnahmequelle betrachtet, sondern als strategisches Element zur Stärkung der Unabhängigkeit des Landes. Diese Entschlossenheit war der konkreteste Indikator für den Willen der jungen Republik, auf eigenen Füßen zu stehen.

Es herrschte Armut, aber was die Richtung des Landes bestimmte, war eine antiimperialistische Linie der Unabhängigkeit; die Frage war, wem die Richtung der Souveränität offen gelassen wurde.

In den folgenden Jahren wurde diese Linie allmählich gelockert. In den 1950er Jahren kehrten ausländische Unternehmen auf das Feld zurück, und auch die Kontrolle wurde unklar. Der eigentliche Bruch kam nach 1980: Die Gesetze wurden geändert, die Etibank wurde privatisiert, die Genehmigungsverfahren wurden beschleunigt. Langfristige Planungen wurden zurückgedrängt, und der Bergbau wurde allmählich den täglichen Lizenzentscheidungen überlassen.

Bugün tablo oldukça açık: Ruhsat sayısı son yirmi yılda beş kat artmış durumda. İlk bakışta kalkınma hamlesi gibi görünse de aslında planlama eksikliğinin işareti. Devlet payının dünya ortalamasının altında tutulması da bu tabloyu ağırlaştırıyor. Altın için bizde %2–4 olan devlet payı Kanada’da %11–16. Aradaki fark bu kadar büyükken “Biz kendi değerimizi neden bu kadar düşükten veriyoruz?” sorusu kendiliğinden ortaya çıkıyor.

Die Zahlen machen die Situation noch deutlicher: Die jährlichen Bergbaueinnahmen der Türkei belaufen sich auf 11,5 Milliarden Dollar, von denen nur 2 Milliarden Dollar an den öffentlichen Sektor zurückfließen. Die Goldproduktion fiel von 42 Tonnen im Jahr 2020 auf 31,4 Tonnen im Jahr 2023. Auch wenn die Produktion zurückgeht, zeigt die Tatsache, dass sich die meisten Unternehmen in ausländischem Besitz befinden, dass ein erheblicher Teil des aus der Mine erzielten Wertes aus dem Land fließt. Waldflächen gehören zu den Werten, die am schnellsten verloren gehen. In den letzten zehn Jahren wurde eine Fläche von der fünffachen Größe der Wälder genehmigt; allein im Jahr 2023 wurden fünfzehntausend Hektar Wald für den Bergbau freigegeben. Dies ist das konkreteste Beispiel dafür, wie ein Land über so viele Ressourcen verfügen und dennoch verarmt sein kann.

Das Problem liegt nicht in der Quelle, sondern in der Art und Weise, wie sie verwaltet wird

Unser Potenzial ist groß, aber die derzeitige Politik lässt nicht den Willen erkennen, dieses Potenzial zum Vorteil des Landes zu nutzen.
Die geringen Einnahmen der Türkei aus dem Bergbau sind kein Zufall, sondern das natürliche Ergebnis der seit Jahren praktizierten Präferenzen.
Solange sich diese Sichtweise nicht ändert, ist es nicht realistisch, dass sich die Ergebnisse ändern werden.

Minen, einst ein Symbol der Souveränität, haben ihren strategischen Wert verloren und sind auf Lizenzen reduziert worden. Wenn die Politik eines Landes die Wertschöpfung seiner eigenen Ressourcen anderen überlässt, führt dies zu einer Erosion der strategischen Unabhängigkeit des Landes.

Zu Atatürks Zeiten waren sowohl die oberen als auch die unteren Schichten des Landes die Ehre der Nation. Heute befinden wir uns in einem System mit niedrigem Einkommen und hohen Kosten, das vom Ausland dominiert wird. Dies ist nicht mehr nur eine Bergbaudebatte, sondern ein Spiegel dafür, ob dieses Land sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann. Und wenn ich in diesen Spiegel schaue, dann fällt mir nur ein Satz ein: So darf es nicht weitergehen.

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