HALKWEBAutorenHeute ist der Internationale Tag der Kinderrechte: Was ist mit morgen?

Heute ist der Internationale Tag der Kinderrechte: Was ist mit morgen?

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Heute tauschen alle Fotos aus... Blumen, Nachrichten, Wünsche... Und morgen?
Wird morgen wieder die Träne eines Kindes still in der Erde vergraben sein?
Werden wir morgen ein Neugeborenes mit seinem letzten Atemzug in einem Krankenhausflur liegen lassen und vorbeigehen?

Wie schnell haben wir die Yenidogan-Bande vergessen, nicht wahr?
Seit wann steht der Schmerz von Kindern, die an den Toren von Krankenhäusern und auf den Straßen von Krankenhäusern sterben, nicht mehr auf der Tagesordnung?
Weil wir an Schmerz gewöhnt sind.
Denn der Tod von Kindern, der sich in Statistiken niederschlägt, verursacht bei niemandem mehr Gewissensbisse.

Allerdings gibt es in der Türkei 21 Millionen 817 Tausend 61 Kinder im Alter von 0-17 Jahren.
Diese Zahl ist nicht nur eine Hoffnung; jeder von ihnen ist ein Leben, das geschützt, ernährt und ausgebildet werden muss und dessen Gesundheit gesichert werden muss.

Und die Wahrheit ist ein Schlag ins Gesicht:

Im Jahr 2023 starben 13.043 Kinder im Alter von 1 bis 17 Jahren aufgrund von äußeren Verletzungen und Vergiftungen.
Dies ist kein Unfallbericht, sondern die schwere Bilanz von Fahrlässigkeit, Unsicherheit und mangelnder Überwachung.

Nach Angaben der FISA starben im Jahr 2024 mindestens 777 Kinder an ’vermeidbaren“ Ursachen.
Jeder einzelne von ihnen bedeutet, dass der Atem einer Familie kurz ist.

Kinderarbeit ist immer noch die schmutzige Realität in diesem Land.
Nach Angaben des OHS Council starben in diesem Jahr mindestens 82 Kinder bei der Arbeit.
Kinder, die in der Schule sein sollten, sterben bei Arbeitsmorden.

Die Zahlen zum sexuellen Missbrauch sind die dunkelste Seite der Schande:
In der Türkei werden jedes Jahr etwa 30 Tausend Kinder sexuell missbraucht.
Die jährliche Zahl der offiziell erfassten Fälle liegt bei etwa 31 Tausend; die tatsächliche Zahl ist aufgrund der Dunkelziffer viel höher.
Die Zahl der in den letzten 10 Jahren eingereichten Klagen liegt bei über 250 Tausend.

Und noch ein gravierendes Bild: der Zustand der Ernährung und der Entwicklung von Kindern.
In diesem Land wachsen Kinder nicht nur sterbend und missbraucht, sondern auch in Armut auf.

Unterentwicklung im Alter von unter 5 Jahren: %5.5 - %6

Starke Verkümmerung: %1,5

Geringes Gewicht: %1,5

Eisenmangel / Anämie: %6,3
Dies sind nicht nur Zahlen, sondern die stummen Schreie von Tausenden von Kindern, denen das Recht genommen wurde, erwachsen zu werden.

Was ist mit den Kindern, die in Krankenhäusern sterben?
Die amtlichen Daten sind lückenhaft, die Kategorisierungen sind unzureichend, die Todesorte sind unklar.
Es gibt immer noch keine Transparenz, um den Schmerz der Familien zu lindern.
Denn in diesem Land verliert sich selbst der Tod eines Kindes in den dunklen Korridoren der Bürokratie.

Wer wird diesen Schmerz lindern?

Werden die Familien aufhören zu trauern?
Nein, nein, nein.

Werden die Reden der Politik beruhigend wirken?
Nein, nein, nein.

Was wird es verschwinden lassen?

Transparente Daten,

Rechenschaftspflichtige Organisationen,

Inspektion von Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten,

Sichere Arbeitsplätze,

Ein starkes sozioökonomisches Modell zur Beseitigung der Armut, die Kinderarbeit und -missbrauch begünstigt,

Wirksame Sozialpolitik,

Und das Wichtigste: ein echter politischer Wille.

Heute ist der Welttag der Kinderrechte...
Aber die eigentliche Frage ist:
Wird sich dieses Land erst heute an die Rechte seiner Kinder erinnern?
Morgen?
Wie viele Kinder werden morgen noch still und leise sterben?
Wie viele werden ausgebeutet?
Wie viele werden unterernährt sein?
Wie viele werden ignoriert werden?

Wenn der Tod, die Misshandlung und die Armut von Kindern immer noch nur Statistiken sind, dann haben wir als Gesellschaft noch viele Prüfungen vor uns.

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