“Wenn es Reichtum unter der Erde gibt, ist er oft auch über der Erde blutig”.”
Die Geschichte der Menschheit ist voll von unzähligen Beispielen für diese Tatsache.
Gold, Erdöl, Erdgas, seltene Mineralien... Theoretisch sollte dies der Reichtum eines Landes sein. Doch in der Praxis stellt sich oft das Gegenteil heraus. Denn der Reichtum unter der Erde weckt den Appetit nicht nur des Landes, sondern auch der Welt. Und wenn der Appetit geweckt ist, sind Begriffe wie Gerechtigkeit, Recht und Frieden oft die ersten, die aufgegeben werden.
Der Nahe Osten ist dafür das beste Beispiel. Nach der Entdeckung des Erdöls wurde die Region nicht nur zu einem Energiezentrum, sondern auch zu einer Geografie der Putsche, Kriege, Stellvertreterkonflikte und endlosen Krisen. Ein Naher Osten ohne Öl wäre heute wahrscheinlich ein viel ruhigerer Ort.
Eine ähnliche Situation wurde im Kaukasus beobachtet. Energielinien, strategische Transitkorridore und Minen haben kleine geografische Gebiete plötzlich ins Zentrum des globalen Machtwettbewerbs gerückt. Von diesem Zeitpunkt an werden selbst lokale Probleme Teil des internationalen Schachbretts.
In der Literatur wird dies manchmal als “Ressourcenfluch” bezeichnet. Mit anderen Worten: Natürlicher Reichtum kann, wenn er schlecht verwaltet wird, ein Land destabilisieren, anstatt es zu bereichern. Denn mit wachsendem Reichtum wächst auch der Kampf um dessen Besitz.
Ein Blick in die Geschichte offenbart manchmal diese bittere Ironie:
Manche Länder können keinen Frieden finden, nicht weil sie arm sind, sondern weil sie zu reich sind.
Vielleicht verbirgt sich deshalb in diesem Satz die bittere Wahrheit der Weltpolitik:
Während der Reichtum unter der Erde zunimmt, nimmt der Wert des Friedens über der Erde ab.
