*Berichtigung eines historischen Missverständnisses
Das Konzept des “dritten Weges”, das seit kurzem in der CHP diskutiert wird, wird von einigen Kreisen so dargestellt, als handele es sich um eine neue Parteigründung oder ein politisches Ingenieursmanöver. Dieses Konzept hat jedoch seine Wurzeln in dem von Mustafa Kemal Atatürk aufgezeigten Wirtschafts- und Sozialmodell. Bei den Diskussionen in der CHP geht es nicht um die Suche nach einem neuen politischen Weg, sondern um die Erinnerung und Aktualisierung der türkischen Vision von Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit.
Atatürk betonte in diesem Zusammenhang Folgendes:
“Für das Wohlergehen unseres Volkes ist die Wirtschaft eine staatliche Politik; sie erfordert ein System, das nicht nur vom freien Markt, sondern auch vom Staat gelenkt wird.”
Atatürks wirtschaftliche Vision: Das Gleichgewicht zwischen Staat und Privatsektor
Atatürk betonte, dass die wirtschaftliche Unabhängigkeit ebenso wichtig sei wie die politische Unabhängigkeit. Weder ein vollständig kapitalistischer freier Markt noch ein sozialistisches Modell der Verstaatlichung waren für die Türkei geeignet. Stattdessen schlug Atatürk einen “dritten Weg” vor, bei dem der Staat eine aktive Rolle in der Wirtschaft übernahm und öffentliche Investitionen und den privaten Sektor in ausgewogener Weise unterstützte.
Dieses Modell beinhaltete einen wirtschaftlichen Ansatz, der Produktion, Industrialisierung und Beschäftigung in den Vordergrund stellte. Staatliche Investitionen in strategische Sektoren wie Textilien, Eisen und Stahl, Energie und Verkehr bildeten die Grundlage für wirtschaftliche Unabhängigkeit und nationale Sicherheit. Atatürks Vision basierte auf Produktion, Arbeit und dem Wohlergehen des Volkes, nicht nur auf Kapital und Miete.
Einer von Atatürks Aphorismen lautet wie folgt:
“Das Glück unserer Nation ist mit einer Wirtschaft möglich, die auf Produktion und harter Arbeit basiert.”
Debatten über den “Dritten Weg” in der CHP
Der “dritte Weg”, der heute in der CHP wieder auf der Tagesordnung steht, ist eine moderne Interpretation des historischen Erbes. Ziel ist nicht die Gründung einer neuen Partei, sondern die Rückbesinnung auf die wirtschaftliche Vision Atatürks, bei der Produktion und Arbeit im Mittelpunkt standen.
Es ist ein Modell, das soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Unabhängigkeit und Produktion in den Vordergrund stellt. Während der Staat eine stabilisierende und lenkende Rolle spielt, wird der Privatsektor unterstützt, und Produktion und Beschäftigung haben Vorrang. Dieser Ansatz ist nach wie vor ein gültiges und notwendiges Entwicklungsmodell für die heutige Türkei.
Historische Perspektive gegen Fehlwahrnehmungen
“Wenn er falsch interpretiert wird, kann der ”dritte Weg" als ein vorübergehendes politisches Manöver angesehen werden. Die Haltung der CHP in dieser Frage ist jedoch ein strategischer Schritt, um das historische Erbe zu würdigen und den Entwicklungsweg der Türkei zu sichern. Es ist die Anwendung von Atatürks Zielen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit und sozialen Gerechtigkeit auf die heutige Türkei.
In einem anderen Zitat sagte Atatürk:
“Die Wirtschaft ist die Kraft der Nation; Unabhängigkeit und Entwicklung sind nur durch Produktion möglich.”
Schlussfolgerung: Loyalität gegenüber Atatürks Vermächtnis
Der “dritte Weg”, der in der CHP diskutiert wird, ist nicht die Suche nach einer neuen Partei, sondern die Anwendung der Gründungsideale der Republik auf die moderne Türkei. Er ist ein konkreter, visionärer Schritt in Richtung wirtschaftlicher Unabhängigkeit und sozialer Gerechtigkeit, der gleichzeitig dem historischen Erbe treu bleibt. Die Haltung der CHP ist eine Strategie, die darauf abzielt, die Entwicklung der Türkei auf der Achse der Produktion, der Beschäftigung und der Gerechtigkeit und nicht nur des Wirtschaftswachstums zu gewährleisten.
Das Konzept des dritten Weges ist historisch gesehen eine Vision zur Modernisierung der Sozialdemokratie und zur Herstellung eines wirtschaftlichen Gleichgewichts. Einige in der CHP verwenden dieses Konzept jedoch als Modebegriff unabhängig von der Geschichte und freuen sich über “wir werden eine neue Partei gründen, wir werden einen neuen Weg finden”. Dieser vom historischen Kontext losgelöste Ansatz birgt weder ideologische Tiefe noch politische Verantwortung; er ist lediglich Ausdruck der Suche nach figurativen Helden und kurzfristigem Populismus.
Die Geschichte wird die Verursacher dieser Fehlinterpretation nicht vergessen: Diejenigen, die den Begriff nach ihren eigenen Vorstellungen interpretieren, ohne seine Wurzeln zu verstehen, werden als Wegbereiter der politischen Schande in die Geschichte eingehen. Der dritte Weg ist eine historische Vision; “die Aufregung, eine neue Partei zu gründen” ist ein historischer Irrtum.
Soziale und historische Analysen zeigen, dass die Befreiung einer Nation nicht von figurativen Helden oder einheitlichen Wirtschaftsmodellen abhängt, die die sozioökonomische Situation der einzelnen Länder ignorieren; im Fall der Türkei wurde Atatürk zum Hauptakteur der nationalen Unabhängigkeit und Entwicklung. Daher können die nationale Entwicklung und der soziale Fortschritt durch das Verständnis und die Orientierung an seinen Ideen und Prinzipien erreicht werden.
