HALKWEBAutorenThe People's Trust und die Kosten für die Änderung von Dienstausweisen

The People's Trust und die Kosten für die Änderung von Dienstausweisen

Eine Partei, die durch den Wechsel von Abzeichen wächst, wird nicht stärker. Eine Partei, die an der Wahlurne wächst, kann nicht besiegt werden.

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Die Politik in der Türkei ist nicht nur zu einer Bühne für Ideen und Projekte geworden, sondern auch für Abzeichenwechsel, politische Wanderungen und Aufstiege ohne Wahlurnen. Es wird als ein gewöhnliches politisches Manöver dargestellt, wenn Personen, die mit den Stimmen der Wähler Abgeordnete oder Bürgermeister werden, diesen Willen ignorieren und innerhalb kurzer Zeit zu anderen Parteien wechseln. Dabei handelt es sich jedoch nicht nur um einen einfachen Wechsel der Präferenzen, sondern auch um eine eindeutige Krise der Repräsentation.

Die Wähler stimmen nicht für eine Person, sondern für ein Programm, eine Weltanschauung und eine politische Linie. Heute sehen wir jedoch, dass das, wofür gewählt wird, oft nur ein Name ist. Abzeichen wechseln, Positionen werden beibehalten, persönliche Karrieren schreiten voran, während der Wille des Volkes bestehen bleibt. Abgeordnete können in die Reihen anderer Parteien wechseln, indem sie ihren Sitz im Parlament sichern, und Bürgermeister, indem sie ihren Sitz sichern.

Diese Situation untergräbt nicht nur die moralische Grundlage der politischen Institution, sondern bringt auch die institutionelle Struktur der Demokratie zum Einsturz.

Besonders bemerkenswert ist, dass ein erheblicher Teil dieser Übergänge von der Rechten zur Linken stattgefunden hat. Akteure, die ihre Macht verloren haben, deren Machtbereich geschrumpft ist oder die ihre politische Zukunft woanders suchen, sehen in der Linken, insbesondere der CHP, einen sicheren Hafen. Diese Orientierung bedeutet jedoch nicht, dass die Linke gestärkt wird. Im Gegenteil, sie birgt das Risiko, die Linke zu transformieren und auszuhöhlen.

Denn mit diesen Transfers werden nicht nur Namen, sondern auch ein zentristisches, pragmatisches, hierarchisches und vom Volk losgelöstes Politikverständnis transportiert. Die egalitäre, publizistische und arbeitnehmerzentrierte Linie der Sozialdemokratie wird im Schatten persönlicher Berechnungen und konjunktureller Schachzüge unsichtbar.

Genau an diesem Punkt gewinnen die Nominierungsverfahren für die Kandidaten und die Frage der Vorwahlen an entscheidender Bedeutung.

Wenn die innerparteiliche Demokratie nicht funktioniert, d.h. wenn Abgeordnete und Bürgermeister durch zentrale Ernennung und nicht durch das Votum der Mitglieder bestimmt werden, wird der Politiker nicht von der Partei, sondern von der Partei abhängig. In diesem System, in dem die Basis ausgeklammert wird, schwächt sich die Bindung des Gewählten an die Wählerschaft ab, und seine wahre Loyalität gilt den engen Entscheidungsmechanismen, die ihn ins Amt gebracht haben.

Für einen Politiker, der dem Zentrum und nicht den Wählern verpflichtet ist, ist es nicht schwer, sein Abzeichen zu wechseln. Denn es gibt keine Wahlurne, die ihn aufhält. Wer ohne Wahlurne kommt, geht ohne Wahlurne.

Genau das ist der Grund für die politischen Veränderungen, die wir heute im Parlament und in den lokalen Verwaltungen erleben.

Wäre die CHP eine Partei, die ihre Kandidaten durch echte und verbindliche Vorwahlen und durch den Willen ihrer Mitglieder bestimmt, wäre es nicht möglich, dass Politiker von rechts so viel Platz finden.

Denn die Organisation würde fragen;
Was haben Sie für diese Menschen getan?
Welchen Preis haben Sie für diese Party bezahlt?
Wie gut kennen Sie diese Stadt, dieses Viertel, diese Arbeit?

Wenn es keine Vorwahlen gibt, gibt es keinen Mechanismus, um diese Fragen zu stellen.

Politische Transfers sind daher nicht nur ein individuelles oder moralisches Problem. Es ist unmittelbar ein ideologisches Problem. Mit jeder Versetzung, mit jedem Wechsel des Abzeichens verschwimmt die Identität der Partei ein wenig mehr. Wird die CHP die Partei der Arbeit, des Laizismus und des Bürgersinns, oder wird sie zu einer neuen Anlaufstelle für machtmüde Politiker?

Das ist genau die Frage, die sich die Wähler heute stellen.

Die historische Stärke der CHP bestand nicht darin, dass sie alle Farben und alle Bewerber akzeptierte, um an die Macht zu kommen, sondern dass sie eine klare politische Linie vertrat. Wenn diese Linie verwischt wird, wächst die Partei nicht, sondern löst sich auf.

Der Wechsel von Abgeordneten und Bürgermeistern sendet folgende Botschaft an die Wählerschaft
“Dein Spiel ist weniger wichtig als meine Karriere”.”

In dem Maße, in dem sich dieses Verständnis durchsetzt, wird die Politik entwertet, das Vertrauen in die Wahlurnen schwindet und die Demokratie verfault von innen heraus.

Die Lösung ist klar;
Vollständige Vorwahlen, starke Organisation, bürgernahe Politik.

Die CHP wächst nicht durch die Anzahl der Sitze oder Gemeinden, die sie gewinnt, sondern durch die Werte, die sie vertritt. Der Weg zum Schutz dieser Werte führt über die Basis, nicht über das Zentrum.

Eine Partei, die sich durch den Wechsel von Abzeichen vervielfältigt, wird nicht stärker.
Eine Partei, die an den Wahlurnen wächst, kann nicht besiegt werden.

Die Ämter des Landtagsabgeordneten und des Bürgermeisters sind nicht das Eigentum Einzelner, sondern eine Stiftung des Volkes.
Diejenigen, die die Reliquie in Umlauf bringen, machen keine Politik, sondern nur sich selbst.

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