HALKWEBAutorenIm Schatten der Gerechtigkeit: Spricht das Recht oder die Macht?

Im Schatten der Gerechtigkeit: Spricht das Recht oder die Macht?

Gerechtigkeit ist nicht nur das Urteil, das in Gerichtssälen gefällt wird. Gerechtigkeit beginnt im Gewissen des Menschen.

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Heute ist der Tag der Anwälte...
Der Tag der Verteidiger des Rechts, der Vertreter der Gerechtigkeit...
Aber eine Frage quält uns alle:
Wie viel Recht, wie viel Gesetz?
Die Antworten von Saros Research auf die Frage “Gibt es ein Gerechtigkeitsproblem in der Türkei?” sind bemerkenswert:
%84,3 “Ja.”, %8,4 “Teilweise”...
Mit anderen Worten: .7 der Gesellschaft ist der Meinung, dass es ein Problem mit der Gerechtigkeit gibt.
Diese Quote ist keine Statistik...
Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz erschüttert ist.

Gerechtigkeit ist nicht nur eine Gerichtsentscheidung

Gerechtigkeit ist nicht nur das Urteil, das in Gerichtssälen gefällt wird.
Gerechtigkeit beginnt im Gewissen des Menschen.
Der Heilige Qur'an besagt:
“O ihr, die ihr glaubt! Seid diejenigen, die die Gerechtigkeit gewissenhaft aufrechterhalten und für Allahs Sache Zeugnis ablegen, auch wenn es gegen euch selbst, eure Eltern und eure Verwandten geht.”
(Surah al-Nisa, Vers 135)
Genau das ist das Thema, um das es heute geht:
Wirkt die Gerechtigkeit nach dem Recht oder nach der Person?

Der Riss im System

Auch das folgende Verständnis, das in der Justiz gelegentlich geäußert wird, ist an sich schon ein Problem:
“Verhaften wir ihn, das höhere Gericht wird es schon richten...”
Natürlich handelt es sich bei dieser Erklärung nicht um einen offiziellen Ansatz.
Sie ist jedoch zu einer Meinung geworden, die von den Bürgern geäußert und durch Mundpropaganda verbreitet wird.
Diese Art des Diskurses auf der Straße - ob er nun wahr ist oder nicht - weist auf ein viel größeres Problem hin:
Beeinträchtigung des Vertrauens der Öffentlichkeit in das Justizsystem.
Denn Gerechtigkeit bedeutet nicht nur, die richtige Entscheidung zu treffen,
Es geht auch darum, sicherzustellen, dass der Wahrheit geglaubt wird.
Wenn im Kopf des Bürgers:
“Wenn der Eindruck entsteht, dass ”das höhere Gericht es sowieso korrigieren wird",
Es handelt sich nicht mehr nur um ein Anwendungsproblem,
Es gibt eine Vertrauenskrise.
Entscheidungen, die im Schatten dieses Ansatzes getroffen werden,
reduziert das menschliche Leben auf ein Verfahren.
Freisprüche nach Monaten...
Stille Räumungen
Und in den meisten Fällen nicht einmal eine Entschuldigung.
Warum ist das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz erschüttert?
Heute stellen sich die Bürgerinnen und Bürger eine Frage:
“Soll ich einen guten Anwalt nehmen oder einen mit guten Beziehungen?”
Diese Frage ist an sich schon eine Krise.
Unser Prophet (saas) sagte:
“Deshalb sind die Menschen vor euch untergegangen: Sie ließen die Starken frei und bestraften die Schwachen.”
(Bukhari, Muslim)
Wenn das die Gesellschaft so sieht,
Es gibt nicht nur ein Wahrnehmungs-, sondern auch ein ernsthaftes Vertrauensproblem.
Was ist also die Lösung?
Es reicht nicht aus, Kritik zu üben.
Konkrete Schritte sind für die Wiederherstellung der Gerechtigkeit unerlässlich:
1. die Verhaftung sollte eine Ausnahme sein
Arrest ist eine Maßnahme, keine Strafe. Sie sollte nicht willkürlich angewendet werden.
2. die richterliche Unabhängigkeit sollte garantiert werden
Richter und Staatsanwälte sollten in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, ohne unter Druck zu stehen.
3. ein System der Rechenschaftspflicht einrichten
Fehlentscheidungen müssen zur Rechenschaft gezogen werden, es muss eine Kultur der Verantwortlichkeit geschaffen werden, nicht eine Kultur des “Sorry”.
4. die Verdienste sollten als Grundlage dienen
Das Justizsystem funktioniert auf der Grundlage von Zuständigkeiten, nicht von Beziehungen.
5. das Interview-System sollte abgeschafft oder transparent gemacht werden
Richter- und Staatsanwaltskandidaten,
“nicht ”wen soll ich finden?",
“Wenn ich es verdiene, werde ich sowieso ernannt”.
Bei einer Befragung besteht das folgende Risiko:
Man wird kein Mann der Gerechtigkeit, sondern ein Mann derer, die sich wählen lassen.
Die Unparteilichkeit eines Richters, der durch Vorstellungsgespräche und nicht aufgrund seiner Verdienste ausgewählt wird,
wird sie überhaupt erst umstritten.
Deshalb:
Das Interview-System sollte entweder ganz abgeschafft werden
-Oder es sollte mit Kameraaufzeichnung, objektiven Kriterien und transparenter Punktevergabe überprüfbar gemacht werden.
6. das soziale Gewissen zu stärken
Gerechtigkeit ist nicht nur die Aufgabe der Juristen, sondern auch die gemeinsame Aufgabe der Gesellschaft.
Heute ist der Tag der Anwälte...
Aber in Wirklichkeit ist dies der Tag für alle, die Gerechtigkeit suchen...
Wenn die Menschen in einem Land Gerechtigkeit erfahren, dann nicht vor einem Gericht,
wenn er nach Verbindungen suchen würde...
Das Problem liegt hier nicht nur im Rechtssystem,
ist der Geist der Gerechtigkeit.
Und das sollte nicht vergessen werden:
Gerechtigkeit ist die Grundlage des Eigentums.
Wenn das Fundament beschädigt ist, kann kein Bauwerk stehen.
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