HALKWEBAutorenHeimat, Familie und Zukunft: Die stille Krise der Türkei

Heimat, Familie und Zukunft: Die stille Krise der Türkei

Dieses Problem ist weder unmöglich noch ein Traum. Mit einer guten Planung, einer transparenten Verwaltung und einem starken Willen kann die Türkei diese beiden großen Probleme in kurzer Zeit lösen.

Die Türkei erlebt ihre größten Probleme manchmal nicht lautstark, sondern in tiefer Stille. Heute befinden wir uns mitten in einer dieser Stillephasen: der Wohnungskrise. Doch bei diesem Thema handelt es sich nicht nur um ein “Wohnungsproblem”, sondern um einen strukturellen Bruch, der die Familie, die Gesellschaft und letztlich die Zukunft des Landes unmittelbar betrifft.

Son beş yılda konut fiyatları ve kiralar öyle bir noktaya geldi ki artık mesele “ev almak” değil, “barınabilmek” hâline dönüştü. Rakamlar bize acı bir gerçeği söylüyor: Türkiye’de hanelerin yaklaşık %43-44’ü kendi evine sahip değil. Daha çarpıcı olanı ise şu: Milyonlarca insan ya kirada ya da başkasının çatısı altında yaşam mücadelesi veriyor.

Es gibt noch ein viel besorgniserregenderes Bild. In der Türkei stehen etwa 8,5 Millionen Wohnungen leer. Ja, Sie haben richtig gelesen: Es gibt Wohnungen, aber niemand wohnt darin. Denn der Wohnungsmarkt ist kein Ort mehr, an dem Menschen leben können; er hat sich zu einem Investitionsobjekt gewandelt.

Heutzutage ist es leicht, junge Menschen anzusprechen und zu fragen: “Warum heiratet ihr nicht?” Aber niemand stellt die Frage: “Wie sollen sie denn heiraten?”
Früher gab es eine Lebensformel: Arbeit finden, ein Haus kaufen, heiraten. Heute ist diese Formel hinfällig. Junge Menschen können sich nicht einmal die Miete leisten, geschweige denn ein Haus kaufen.

Schlussfolgerung.
Hochzeiten werden verschoben. Die Scheidungsrate steigt. Junge Menschen, die bereits 30 Jahre alt sind, leben immer noch bei ihren Eltern. Das ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch ein psychologischer Bruch. Wenn man sich kein eigenes Leben aufbauen kann, verliert man auch sein Selbstvertrauen.

Schlimmer noch: Junge Menschen wählen ihren Beruf nicht mehr nach ihren Träumen, sondern nach den Mietpreisen. Der Traum vom Studium in den Großstädten wird wegen der hohen Wohnkosten auf Eis gelegt. Und die bittere Wahrheit: Dieses Land bringt nicht nur obdachlose junge Menschen hervor, sondern auch Menschen, die ihre Hoffnung verloren haben … und schickt sie dann ins Ausland.

Gibt es denn keine Lösung? Doch, die gibt es. Aber nicht mit den klassischen Methoden.

Benim savunduğum model çok net: Devletin kasasından tek kuruş çıkmadan bu sorun çözülebilir. Türkiye’nin en büyük gücü aslında gözümüzün önünde duruyor: Hazine arazileri. Ülke yüzölçümünün yaklaşık %28’i. Yani doğru planlandığında milyonlarca insanı ev sahibi yapabilecek bir potansiyel.

Diese Grundstücke sollten im Rahmen transparenter und fairer Verträge mit Bauunternehmern genutzt werden. Beim Modell des Baus gegen Eigentumsanteile sollten keine Gewinne, sondern Rechte verteilt werden. Was den Bürgern gehört, muss wieder an die Bürger zurückgegeben werden.

Das System sollte einfach sein:
In 81 Provinzen und allen Landkreisen werden Anträge entgegengenommen, die Wohnungen sollen innerhalb eines Jahres übergeben werden.
Es wird keine Zinsen geben.
Die Zahlungen werden an das Gehalt gekoppelt sein.
Und vor allem: Dieses System wird niemanden ausschließen. Mindestlohnempfänger, Rentner, Studenten, Menschen mit Behinderung … Jeder, der kein Eigenheim besitzt, wird Teil dieses Systems sein.

Aber dabei können wir es nicht belassen. Denn die Wohnungsfrage ist unmittelbar mit der Bevölkerungsfrage verbunden.

Das Bevölkerungswachstum in der Türkei gibt Anlass zur Sorge. Die Familien werden kleiner, die Geburtenraten sinken. Das ist nicht nur eine demografische Tatsache, sondern eine Warnung für die Zukunft.

Wenn Menschen kein Zuhause finden, können sie keine Familie gründen. Eine Gesellschaft, die keine Familien gründen kann, verliert ihre Zukunft.

Deshalb ist der zweite Schritt von entscheidender Bedeutung: die Familie zu stärken.

“Er arbeitet für den Mindestlohn, seine Frau ist Hausfrau und sie haben fünf Kinder …”
Wir müssen dieses Familienmodell unterstützen. Regelmäßige Unterstützung für jedes Kind, ein sicheres Einkommen ab dem fünften Kind und ein Anspruch auf Rente für Mütter…

Das ist keine “Hilfspolitik”, sondern ganz einfach eine “Investition in die Zukunft”.”

Heute geben die europäischen Länder Milliarden aus, um die Bevölkerungskrise zu lösen. Wir hingegen verfügen sowohl über die Ressourcen als auch über die Menschen. Das Einzige, was fehlt, sind ein entschlossener Wille und ein geeignetes System.

Was die Türkei braucht, sind keine Projekte, die nur kurzfristig Abhilfe schaffen, sondern Maßnahmen, die das System grundlegend verändern.

Ich, Abdullah Arzakçı, bin der Überzeugung, dass:
Dieses Problem ist weder unmöglich noch ein Traum. Mit einer guten Planung, einer transparenten Verwaltung und einem starken Willen kann die Türkei diese beiden großen Probleme in kurzer Zeit lösen.

Denn es geht nicht nur darum, ein Haus zu bauen.
Es geht darum, sich ein neues Leben aufzubauen.

ANDERE SCHRIFTEN DES AUTORS