In Saraçhane bei Nacht...
Es gibt Musik, es wird getanzt, die Hände sind in der Luft.
Die Telefone stehen nicht still, die Geschichten sind im Umlauf.
Es werden Slogans gerufen, aber es wird auch gelacht.
Man kommt nicht umhin, sich das zu fragen:
Ist das jetzt der “Kampf”?
Denn ein Kampf findet nicht in einer “Afterparty”-Atmosphäre statt.
Der Widerstand wächst nicht im Scheinwerferlicht, sondern im Schatten der Entschlossenheit.
Dabei geht es nicht darum, Spaß zu haben, sondern darum, nicht aufzugeben.
Wenn wir uns heute umschauen, sehen wir ein anderes Bild.
Das Geschrei ist dem Rhythmus gewichen.
Die Wut ist den gefilterten Beiträgen gewichen.
Und das Schmerzhafteste...
Das Gewicht dessen, was im Gefängnis geschah, wurde durch die Leichtigkeit auf dem Platz erdrückt.
Wenn wir wirklich von Widerstand sprechen wollen, dann ist es Widerstand:
Er löst sich am Ende der Nacht nicht auf.
Ein Lied hört nicht auf, wenn es aufhört.
Es ist nicht vollständig, wenn Sie einen Beitrag schreiben.
Widerstandsfähigkeit;
wo die Menschen an einem Strang ziehen,
als eins,
ist ein Wille, der nicht nachlässt.
Saraçhane kann voll sein.
Doch Fülle bedeutet nicht immer Tiefe.
Wenn es wirklich um das Gewissen geht,
dass das Gewissen nicht durch Musik unterdrückt werden kann.
Wenn es wirklich um Gerechtigkeit geht,
dass die Gerechtigkeit nicht in die “Geschichte” passt.
Die Plätze könnten heute überfüllt sein,
aber die Frage bleibt:
Leisten wir wirklich Widerstand,
oder machen wir nur eine Menschenmenge?
