HALKWEBAutorenUnmoral kennt keine Sprache, Religion, Ethnie oder Status

Unmoral kennt keine Sprache, Religion, Ethnie oder Status

Die Gesellschaft muss Hand in Hand gegen die Unmoral kämpfen

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“Die Unmoral kennt keine Sprache, keine Religion, keine Ethnie und keinen Status.” Diese kraftvolle Aussage erinnert uns an eine der grundlegendsten Wahrheiten der Menschheit: Das Böse und die Unmoral kennen keine Grenzen. Sie versteckt sich weder hinter einer Sprache, noch im Schatten einer Religion, noch erklärt sie sich durch die Merkmale einer Ethnie, noch wird sie durch die Privilegien des sozialen Status legitimiert. Die Unmoral ist universell, denn die dunkle Seite der menschlichen Natur kann sich überall und zu jeder Zeit auf die gleiche Weise manifestieren.

Im Laufe der Geschichte hat die Menschheit diese Wahrheit anhand unzähliger Beispiele gelernt. Grausamkeit, Korruption, Lügen, Ungerechtigkeit... Diese sind nicht spezifisch für eine bestimmte Nation, einen Glauben oder eine Klasse. Diebstahl zum Beispiel gibt es in jeder Gesellschaft: In einem reichen Land manifestiert er sich als institutionalisierte Korruption, in einem armen Land als alltäglicher Diebstahl. Aber der Kern ist derselbe - die Aneignung der Rechte eines anderen. Auch die Unterdrückung ist universell. Die Unterdrückung des eigenen Volkes durch einen Diktator, die Brutalität eines Kolonisators in einem fremden Land oder die Gewalt eines Einzelnen gegen die ihm Nahestehenden - sie alle sind Produkte desselben moralischen Abgrunds.

Wir sehen diesen Ausdruck oft in politischen oder sozialen Debatten. Wenn jemand beschuldigt wird, beginnt die Verteidigung sofort mit “Aber er ist von unserer Religion/Sprache/Rasse”. Nein! Unmoral hat keinen Personalausweis. Wenn ein Politiker korrupt ist, ist es falsch, dies mit seiner “Partei” oder “Sekte” zu erklären. Ebenso ist es ungerecht, wenn ein religiöses Oberhaupt eine unmoralische Handlung begeht, dies auf seine “Religion” zu schieben. Wahre Frömmigkeit setzt bereits Moral voraus; Frömmigkeit ohne Moral ist ein Widerspruch.

Aber warum schieben manche Menschen die Unmoral auf die “anderen”? Weil es eine einfache Möglichkeit ist, ihre eigenen Fehler zu verbergen. Deshalb sind Rassismus, Nationalismus oder Sektierertum so gefährlich: Indem sie das Böse bestimmten Gruppen zuschreiben, leugnen sie seine Universalität. Doch die Geschichte zeigt uns, dass die größten Massaker, Völkermorde und Ungerechtigkeiten von Menschen aller Ethnien und Religionen begangen wurden. Die Geschichte der Menschheit ist eine Galerie, die beweist, wie grenzenlos die Unmoral ist.

Was ist die Lösung? Erstens, die Moral unabhängig von Identitäten zu beurteilen. Bei der Beurteilung einer Handlung sollte man nicht fragen: “Wer hat es getan?”, sondern “Was hat er getan?”. Bildung, Rechtssysteme und das individuelle Gewissen sind der Schlüssel dazu. Moral kann unabhängig von Religionen oder Kulturen existieren, weil sie auf Empathie und Gerechtigkeit beruht. Regeln wie nicht zu töten, nicht zu stehlen und nicht zu lügen sind universelle Werte, die fast allen Gesellschaften gemeinsam sind - denn sie sind es, die die Gesellschaften am Leben erhalten.

Abschließend sei gesagt, dass diese Aussage eine Warnung an uns ist: Wenn wir gegen die Unmoral ankämpfen, sollten wir sie nicht als etwas betrachten, das nur “den anderen” eigen ist. Sie existiert im Potential von uns allen. Wahre Tugend ist es, sich gegen die Unmoral in uns selbst und in unserer Umgebung zu stellen - unabhängig von Sprache, Religion, Ethnie, Status. Denn das Laster kennt keine Grenzen, aber die Moral auch nicht. Auch sie ist universell und das stärkste Band, das uns eint.

Die Gesellschaft muss Hand in Hand gegen die Unmoral kämpfen. .

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