HALKWEBAutoren5. Dezember Internationaler Tag der Frauenrechte: Eine stille Geschichte des Kampfes

5. Dezember Internationaler Tag der Frauenrechte: Eine stille Geschichte des Kampfes

Gleichstellung ist nicht nur eine Forderung, sondern eine Verpflichtung, die die Zukunft der Gesellschaft bestimmt.

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Eine Welt, in der Frauen im öffentlichen Leben unsichtbar gemacht werden, ist in der Tat eine unvollständige Welt.
Die Bedeutung des 5. Dezember beginnt genau hier. Dieses Datum ist nicht nur ein Fest, sondern der Meilenstein einer jahrhundertelangen Suche nach Rechten.

In einer Zeit, in der Frauen systematisch in allen Bereichen - von der Bildung bis zur Politik, vom Arbeitsleben bis zum Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen - ausgeschlossen waren, sammelte sich überall auf der Welt eine stille Wut an. Ende des 19. Jahrhunderts, als der Funke, der von den Webereiarbeiterinnen in New York mit ihren Forderungen nach “gleichem Lohn und menschenwürdiger Arbeit” übersprang, mit der aufkommenden feministischen Welle in Europa zusammenkam, gab es kein Zurück mehr.

Diese Bewegung hat den folgenden Satz auf die Bühne der Geschichte gezeichnet;
“Rechte werden nicht gegeben, sie werden genommen”.”

In der Türkei hatte dieser Kampf eine ganz andere Bedeutung. Denn mit der Gründung der Republik begann einer der radikalsten gesellschaftlichen Umbrüche, der das Schicksal der Frauen veränderte.

Der 5. Dezember 1934 war nicht nur der Tag, an dem die türkischen Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhielten, sondern auch der Tag, an dem die Stimme der Hälfte der Gesellschaft zum ersten Mal in der staatlichen Ordnung gehört wurde.
Damals, als viele entwickelte Länder der Welt dieses Recht noch nicht anerkannten, öffnete die Türkei mit großem Mut eine neue Tür.

Aber eines darf nicht vergessen werden:
Die Tage, an denen Rechte erkämpft werden, gehen in die Geschichte ein; wenn sie jedoch nicht geschützt werden, werden sie still und leise wieder abgeschafft.
Wenn Frauen heute immer noch Opfer von Gewalt, Ungleichheit, wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und Hindernissen bei der politischen Vertretung sind, erinnert uns diese Geschichte an eine Pflicht, nicht an eine Prahlerei.

Denn der 5. Dezember ist nicht nur der Jahrestag eines in der Vergangenheit errungenen Rechts.

Es ist der Spiegel eines Landes, in dem Frauen noch immer um Gleichheit, Sicherheit und Gerechtigkeit kämpfen müssen.

Und wenn ich heute in den Spiegel schaue, sehe ich dies:
Wenn die Stimme einer Frau verstummt, verstummt auch das Land.
Wenn der Wille einer Frau gestärkt wird, erhebt sich die Gesellschaft.

Deshalb ist der 5. Dezember kein Tag zum Feiern, sondern ein Aufruf, sich immer wieder an seine Bedeutung zu erinnern.

Gleichstellung ist nicht nur eine Forderung, sondern eine Verpflichtung, die die Zukunft der Gesellschaft bestimmt.

Diese Zukunft wird mit der Präsenz und der Stimme der Frauen gestaltet werden.

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