Um Geschichte zu schreiben...
Nicht um zu behaupten, sondern um zu erinnern und nicht zu vergessen.
6. Februar 2023 - Tag der Stille
Der 6. Februar. Es ist kein gewöhnlicher Tag im Kalender; es ist der Tag, an dem sogar die Natur stillsteht und die Zeit für einen Moment anhält.
Eine Katastrophe in elf Provinzen, in denen fast alle Häuser in einem Augenblick zerstört wurden, wobei kein Stein auf dem anderen blieb. In der Folge kam es zu einer Völkerwanderung von Millionen und fast fünfzigtausend Menschenleben, die in den offiziellen Aufzeichnungen verzeichnet sind...
Aber es gab noch eine andere Zerstörung, die sich mit Zahlen nicht beschreiben und mit Statistiken nicht erfassen lässt:
Der Zusammenbruch des Gefühls des Vertrauens in den Menschen.
Dieser Text ist die Aufzeichnung einer Person, die diesen Einsturz miterlebt hat.
Vor der Katastrophe
Drei Tage vor dem Erdbeben befand sich mein Körper in einem seltsamen Zustand.
Lethargie
Der ständige Wunsch zu schlafen...
Es war, als würde sich mein Körper, nicht mein Geist, auf etwas vorbereiten.
Es war keine Prophezeiung. Ich war weder ein ”Prophet” noch ein ”Gott”.
Aber es gibt immer noch etwas, das nicht gelöst ist; dieses Gefühl, diese Emotion, diese Liebe und das Wissen, dass die Katastrophe kommt, das ist immer noch ein ”Geheimnis” und es ist nicht gelöst.
Ja, ja; ich habe das gerade miterlebt:
Die menschliche Verbindung mit Emotionen, Intuition, Empathie und kollektiver Spannung manifestiert sich manchmal als Schweregefühl im Körper.
Die Wissenschaft hat uns vieles gezeigt, aber sie hat nicht alles gelöst. Dieser Bereich ist immer noch nicht vollständig geklärt. Und vielleicht sollte man dieses Nichtwissen nicht mit Leugnung, sondern mit HUMILITÄT tragen.
Montag Ankündigung des Abrisses
Als ich die Nachricht am Montagmorgen hörte, wurden mir die Knie weich. Das war keine Reaktion auf Informationen. Das war eine Reaktion auf Trauer.
Ich konnte nicht zur Arbeit gehen. Ich bin erstarrt. Ich stecke fest.
Denn es waren nicht nur die Städte, die in diesem Moment zusammenbrachen. Ich war es auch.
Ich war nicht unter den Trümmern begraben, aber ich war unter dem Schmerz begraben. Deshalb ist der 6. Februar der Tag, an dem ich zusammengebrochen bin.
Eine kurze Anmerkung zur Intuition
Vor Katastrophen spüren manche Menschen etwas in ihrem Körper. Das ist kein Wissen über die Zukunft. Es ist das Ergebnis davon, dass man mit Liebe und Einfühlungsvermögen für das Leiden anderer offen ist.
So wie das Meer still ist, bevor die Wellen kommen. Dieser Schmerz hat mich zum Schweigen gebracht.
Diese Gefühle sollten weder vergöttert noch herabgewürdigt werden. Sie gehören zur zerbrechlichen, aber ehrenvollen Seite des Menschseins.
Und jeden 6. Februar spüre ich diese Zerbrechlichkeit auf meinen Schultern.
Kollektiver Schmerz und Erinnern
Der 6. Februar ist nicht nur der Tag der Erdbebenopfer. An diesem Tag wurde auch denjenigen etwas entrissen, die aus der Ferne zusahen.
Dieser Bruch ist unsichtbar, aber real. Und wenn er ignoriert wird, hinterlässt er ein tiefes Loch im Gedächtnis der Gesellschaft.
Das Vergessen ist manchmal eine zweite Zerstörung.
Nicht zu vergessen
Eine Notiz zur Erinnerung
Dieser Text ist kein Manifest. Er ist auch keine Forderung.
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Zeilen wurde weder eine Anschuldigung erhoben noch ein Anruf getätigt.
Dieser Text ist ein Zeugnis.
Es war nur die Aufzeichnung eines gelebten Augenblicks, eine Last, die man in sich trug.
Ich möchte, dass diese Zeilen wie eine Kerze stehen bleiben: Ohne Lärm zu machen, aber ohne zu erlöschen.
Am 6. Februar, als einer derjenigen, die nicht unter den Trümmern, sondern unter dem Schmerz gefangen waren, ist diese Notiz eine kleine Erinnerung an mich selbst und an die Gesellschaft.
Wenn ich heute noch Schmerzen habe, gibt es nur einen Grund dafür:
ICH HABE ES NICHT VERGESSEN.
6. Februar In respektvollem Gedenken an...
