{"id":283995,"date":"2026-03-21T04:30:22","date_gmt":"2026-03-21T04:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/halkweb.com.tr\/?p=283995"},"modified":"2026-03-21T04:30:22","modified_gmt":"2026-03-21T04:30:22","slug":"uber-die-identitatskrise-einer-politischen-partei-ozgur-ozel-chpsi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/halkweb.com.tr\/de\/uber-die-identitatskrise-einer-politischen-partei-ozgur-ozel-chpsi\/","title":{"rendered":"Die Identit\u00e4tskrise einer politischen Partei: \u00d6zg\u00fcr \u00d6zel \u00fcber die CHP"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man \u00fcber die Republikanische Volkspartei spricht, spricht man nicht \u00fcber irgendeine andere politische Partei in der T\u00fcrkei. Dieser Satz wird seit Jahren wiederholt und oft als Rhetorik angesehen, aber hinter dieser Rhetorik steht eine sehr konkrete Realit\u00e4t: Die CHP ist die politische Organisation eines Gr\u00fcndungswillens. Aus diesem Grund ist jeder Bruch in der CHP nicht nur eine parteiinterne Debatte, sondern steht in direktem Zusammenhang mit der staatlichen Tradition, der politischen Kultur und dem Sinn f\u00fcr die gesellschaftliche Ausrichtung.<\/p>\n<p>Genau aus diesem Grund ist das, was heute in der CHP geschieht, nicht allt\u00e4glich. Es handelt sich nicht um eine F\u00fchrungsdebatte. Es handelt sich nicht um eine Debatte \u00fcber Wahlstrategien. Es geht um etwas viel Tieferes: <strong>eine Identit\u00e4tskrise.<\/strong><\/p>\n<p><strong>DIE REALIT\u00c4T DER GR\u00dcNDUNGSPARTEI UND DAS BILD VON HEUTE<\/strong><\/p>\n<p>Das Hauptmerkmal einer von Atat\u00fcrk gegr\u00fcndeten Partei besteht darin, dass sie einen politischen Geist hervorbringt, der die Konjunktur gestaltet, anstatt von der Konjunktur gestaltet zu werden. Dies ist die historische Rolle der CHP. Diese Partei wurde nicht nur gegr\u00fcndet, um Wahlen zu gewinnen, sondern um eine Richtung vorzugeben, eine Gesellschaft aufzubauen und eine staatliche Ordnung zu schaffen.<\/p>\n<p>Das Bild, das sich heute ergibt, zeigt jedoch, dass sich der Abstand zwischen diesem Gr\u00fcndungscharakter und der heutigen Politik vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<p>CHP jetzt:<\/p>\n<ul>\n<li>nicht dirigieren, sondern reagieren<\/li>\n<li>Positionen beziehen, nicht Grunds\u00e4tze festlegen<\/li>\n<li>keinen Rahmen zu setzen, sondern sich an die Tagesordnung anzupassen<\/li>\n<\/ul>\n<p>driftet in Richtung einer Struktur.<\/p>\n<p>Dieser Wandel ist keine technische Ver\u00e4nderung. Es ist ein direkter Richtungsverlust.<\/p>\n<p><strong>ATAT\u00dcRKS STUHL: DAS GEWICHT DER HISTORISCHEN DARSTELLUNG<\/strong><\/p>\n<p>Der Vorsitz der CHP unterscheidet sich von anderen Parteivorsitzenden in der T\u00fcrkei. Es handelt sich nicht nur um einen Verwaltungsposten. Es ist dieser Sitz:<\/p>\n<ul>\n<li>stellt ein historisches Erbe dar<\/li>\n<li>tr\u00e4gt eine ideologische Kontinuit\u00e4t<\/li>\n<li>eine politische Verantwortung auferlegt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Von dem Inhaber dieses Amtes werden daher nicht nur F\u00fchrungsqualit\u00e4ten erwartet. Was von ihm\/ihr erwartet wird, ist die F\u00e4higkeit zur Vertretung.<\/p>\n<p>Genau das ist der Kern der Kritik, die heute an \u00d6zg\u00fcr \u00d6zel ge\u00fcbt wird:<\/p>\n<p><strong>Die Vertretung hat sich abgeschw\u00e4cht und das Management ist in den Vordergrund getreten.<\/strong><\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Das Problem ist nicht nur, was getan wird, sondern welche Art von Politik gemacht wird.<\/p>\n<p><strong>FMC UND PM: KADERWECHSEL ODER IDENTIT\u00c4TSWANDEL?<\/strong><\/p>\n<p>Eines der meistdiskutierten Themen w\u00e4hrend der Amtszeit von \u00d6zg\u00fcr \u00d6zel war die personelle Ver\u00e4nderung im FMC und in der Parteiversammlung. Auf den ersten Blick wurde dieser Wechsel als \u201cErneuerung\u201d dargestellt. Die innerhalb der Partei und in der \u00f6ffentlichen Meinung ge\u00e4u\u00dferte Kritik zeigt jedoch, dass dieser Prozess eine tiefere Bedeutung hat.<\/p>\n<p>Der Kern dieser Kritik ist der folgende:<\/p>\n<p><strong>Es handelt sich nicht nur um einen Personalwechsel, sondern auch um eine Neuausrichtung.<\/strong><\/p>\n<p>Die innerhalb der Partei ge\u00e4u\u00dferte Kritik, dass \u201crechte Kader in die F\u00fchrungsebenen vorgedrungen sind\u201d, mag zwar oberfl\u00e4chlich betrachtet wie eine harte Aussage erscheinen, ist aber in Wirklichkeit ein \u00e4u\u00dferer Ausdruck einer Zugeh\u00f6rigkeitskrise.<\/p>\n<p>Denn die Frage des Kaders einer Partei ist nicht nur eine Frage des Namens. Kader bedeutet auch Richtung. Kader bedeutet auch Sprache. Kader bedeutet auch einen ideologischen Rahmen.<\/p>\n<p>Daher f\u00fchrt die Diskussion \u00fcber das FMC und das PM direkt zu der folgenden Frage:<\/p>\n<p><strong>Ist die CHP noch die CHP?<\/strong><\/p>\n<p><strong>NEOLIBERALE POLITIKEN UND DIE ABKEHR VOM \u00d6FFENTLICHEN EIGENTUM<\/strong><\/p>\n<p>Das historische R\u00fcckgrat der CHP ist der Nationalismus. Dabei handelt es sich nicht nur um eine wirtschaftliche Pr\u00e4ferenz, sondern auch um eine politische Haltung. Die Beziehung der CHP zum Staat basiert auf der Publizit\u00e4t.<\/p>\n<p>Heute wird jedoch innerhalb der Partei zunehmend Kritik ge\u00e4u\u00dfert:<\/p>\n<p><strong>Die CHP ist auf eine neoliberale Politik ausgerichtet.<\/strong><\/p>\n<p>Diese Kritik wird unter den folgenden \u00dcberschriften zusammengefasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Zunahme der Marktsprache<\/li>\n<li>Schw\u00e4chung der Betonung des Sozialstaates<\/li>\n<li>pragmatische L\u00f6sungen statt \u00f6ffentlichem Interesse<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das hat nicht nur mit der Wirtschaftspolitik zu tun. Es steht in direktem Zusammenhang mit dem ideologischen Aspekt.<\/p>\n<p>Und dieser Richtungswechsel vergr\u00f6\u00dfert die Distanz zwischen der CHP und ihrer historischen Identit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>SERKAN \u00d6ZCAN UND DIE SYMBOLISCHEN ENTSCHEIDUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Manche Entscheidungen in der Politik sind nicht technisch. Sie sind symbolisch.<\/p>\n<p>In diesem Sinne ist die Tatsache, dass Serkan \u00d6zcan die f\u00fcr die Eid-Besuche gebildete Delegation leiten wird, keine gew\u00f6hnliche Aufgabe. Diese Entscheidung hat innerhalb und au\u00dferhalb der Partei die folgende Frage aufgeworfen:<\/p>\n<p><strong>Wen vertritt die CHP und welche politische Sprache w\u00e4hlt sie?<\/strong><\/p>\n<p>Denn in der Politik sind die Menschen nicht nur Individuen. Sie sind auch Botschaften.<\/p>\n<p><strong>AUSSCHUSS F\u00dcR NATIONALE EINHEIT UND SOLIDARIT\u00c4T: DIE UNSICHERHEIT DER HALTUNG<\/strong><\/p>\n<p>Die Positionsdebatten innerhalb der Kommission f\u00fcr nationale Einheit und Solidarit\u00e4t sind ebenfalls Teil dieser Richtungskrise. Auch wenn dieses Thema technisch erscheinen mag, ist es in Wirklichkeit ideologisch.<\/p>\n<p>Hier geht es um Folgendes:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie definiert die CHP das Konzept der nationalen Einheit?<\/li>\n<li>In welchem politischen Rahmen spricht er dieses Konzept an?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Mangel an Klarheit bei der Beantwortung dieser Fragen verst\u00e4rkt die Kritik, dass die Haltung der Partei unklar geworden ist.<\/p>\n<p><strong>WO IST DER WIRKLICHE DURCHBRUCH?<\/strong><\/p>\n<p>Das bisherige Bild zeigt einen Richtungsverlust. Der wirkliche Bruch ist jedoch noch nicht da.<\/p>\n<p>Der echte Durchbruch:<\/p>\n<ul>\n<li>Entlassungen<\/li>\n<li>Kilicdaroglu-Verfahren<\/li>\n<li>in der Sprache der Politik<\/li>\n<li>und Vertrauenskrise<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>ENTLASSUNGEN, DOLCHSTOSSPOLITIK, ARIN\u00c7-SCHATTEN UND VERTRAUENSVERLUST<\/strong><\/p>\n<p>Um die Debatte in der CHP zu verstehen, reicht es nicht mehr aus, auf die Schlagzeilen zu schauen, die an der Oberfl\u00e4che kursieren. Denn was an der Oberfl\u00e4che erscheint, ist in Wirklichkeit die Manifestation eines tieferen Bruchs.<\/p>\n<p>Das ist der Name der Unterbrechung:<\/p>\n<p><strong>ist der Zusammenbruch des Vertrauens.<\/strong><\/p>\n<p>Und dieser Zusammenbruch ist in vier Bereichen am deutlichsten sichtbar:<\/p>\n<ul>\n<li>Entlassungen<\/li>\n<li>Kilicdaroglu-Verfahren<\/li>\n<li>die Sprache der Politik<\/li>\n<li>und ideologischer Referenzwechsel<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>EXPULSIONEN: KONTRAKTION, NICHT DISZIPLIN<\/strong><\/p>\n<p>Der Ausschluss von drei\u00dfig Bezirksleitern und Hunderten von Parteimitgliedern kann technisch als Disziplinarverfahren definiert werden. In der Politik kommt es jedoch nicht auf die technischen Definitionen an, sondern auf das Ergebnis.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist das folgende:<\/p>\n<p><strong>Die CHP ist nicht in der Lage, die Mehrheit in sich selbst zu tragen.<\/strong><\/p>\n<p>Wer sind diese Leute?<\/p>\n<ul>\n<li>der in der Jugendabteilung aufgewachsen ist<\/li>\n<li>war immer vor Ort, nicht in Wahlkampfzeiten<\/li>\n<li>die Organisation \u00fcber Wasser halten<\/li>\n<li>die sich ohne pers\u00f6nliches Interesse f\u00fcr die Partei eingesetzt haben<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kader.<\/p>\n<p>Der Ausschluss dieser Kader ist nicht nur eine organisatorische Entscheidung. Er zeigt die Schw\u00e4chung des Verh\u00e4ltnisses der Partei zu ihrem eigenen Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl, das sich an diesem Punkt einstellt, ist eindeutig:<\/p>\n<p><strong>Loyalit\u00e4t wird nicht belohnt, Abweichungen werden bestraft.<\/strong><\/p>\n<p><strong>ANH\u00c4UFUNG VON WIDERSPR\u00dcCHEN: VERLUST DES MASSES<\/strong><\/p>\n<p>Einerseits sollen Namen entlassen worden sein, weil sie ein Foto mit G\u00fcrsel Tekin gemacht haben...<\/p>\n<p>Andererseits ist der schwache Reflex gegen die schweren Beleidigungen gegen K\u0131l\u0131\u00e7daro\u011flu und seine Familie...<\/p>\n<p>Dieses Bild ist kein singul\u00e4rer Widerspruch. Es weist auf ein tieferes Problem hin:<\/p>\n<p><strong>Verlust des Ma\u00dfes.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn das Ma\u00df in der Politik verloren geht, erscheint keine Entscheidung mehr gerecht. Und wenn das Gerechtigkeitsempfinden besch\u00e4digt ist, l\u00f6sen sich die innerparteilichen Bindungen schnell auf.<\/p>\n<p><strong>DER KILI\u00c7DARO\u011eLU-PROZESS: WIE IST EINE \u00c4RA ZU ENDE GEGANGEN?<\/strong><\/p>\n<p>Der Wechsel an der Spitze der CHP kann nicht als klassischer politischer Wandel verstanden werden. Denn dieser Prozess ist nicht nur ein Wahlergebnis, sondern auch ein Wandel der politischen Kultur.<\/p>\n<p>Heute gibt es eine offen ausgesprochene Erkl\u00e4rung innerhalb der Partei:<\/p>\n<p><em>\u201c\u00d6zg\u00fcr \u00d6zel hat Kemal K\u0131l\u0131\u00e7daro\u011flu in den R\u00fccken gestochen.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Diese Aussage mag \u00fcbertrieben sein. Wichtig ist jedoch nicht die Wahrheit der Aussage, sondern ihre Existenz.<\/p>\n<p>Diese Aussage bedeutet, dass:<\/p>\n<p><strong>Der F\u00fchrungswechsel innerhalb der CHP f\u00fchrte zu einer gewissen Zerrissenheit.<\/strong><\/p>\n<p>Und die kritischere Frage ist:<\/p>\n<p>Was wurde durch diese Unterbrechung ersetzt?<\/p>\n<p>Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort.<\/p>\n<p>Und jede L\u00fccke ohne Antwort erzeugt Misstrauen in die Politik.<\/p>\n<p><strong>POLITISCHE SPRACHE: UNSICHERHEIT, NICHT H\u00c4RTE<\/strong><\/p>\n<p>Die Sprache, die heute innerhalb der CHP kursiert, ist bemerkenswert:<\/p>\n<ul>\n<li>falsche Anschuldigungen<\/li>\n<li>Ger\u00fcchte \u00fcber geheime Absprachen<\/li>\n<li>Anspielungen und Polemik<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Sprache ist hart. Aber die H\u00e4rte ist nicht das Problem.<\/p>\n<p>Der Punkt ist folgender:<\/p>\n<p><strong>Diese Sprache schafft kein Vertrauen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Sprache in der Politik ist nicht nur ein Mittel der Kommunikation. Sie ist auch ein Indikator f\u00fcr das institutionelle Gewicht. Wenn sich die Sprache aufl\u00f6st, l\u00f6st sich auch die Institution auf.<\/p>\n<p><strong>DIE ARINC-KONTROVERSE: MEHR ALS EIN SYMBOL<\/strong><\/p>\n<p>Und nun kommen wir zu einem der kritischsten Punkte der Debatte:<\/p>\n<p><strong>Die Ausgabe von B\u00fclent Ar\u0131n\u00e7.<\/strong><\/p>\n<p>Eine der historischen Referenzen der CHP ist B\u00fclent Ecevit. Ecevit steht f\u00fcr die moralischen und ideologischen Grenzen dieser Partei.<\/p>\n<p>Heute jedoch wird die folgende Frage innerhalb der CHP offen gestellt:<\/p>\n<p><strong>Welchem B\u00fclent folgt \u00d6zg\u00fcr \u00d6zel?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Frage ist keine Polemik. Es ist eine Frage der Richtung.<\/p>\n<p>Denn diese Frage stellt sich wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li>Geht die KWK mit ihren eigenen Referenzen vor?<\/li>\n<li>Oder ger\u00e4t sie unter den Einfluss einer anderen politischen Tradition?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Debatte steht in direktem Zusammenhang mit der Identit\u00e4t der CHP.<\/p>\n<p><strong>DISTANZIERUNG VON ECEVI\u0307T: NICHT NUR EINE FRAGE DES NAMENS<\/strong><\/p>\n<p>Die Politik von Ecevit:<\/p>\n<ul>\n<li>sauber<\/li>\n<li>Netz<\/li>\n<li>populistisch<\/li>\n<li>prinzipiell<\/li>\n<\/ul>\n<p>war eine Linie.<\/p>\n<p>Heute sagen die Kritiker:<\/p>\n<ul>\n<li>schwacher Reflex gegen Korruptionsvorw\u00fcrfe<\/li>\n<li>die Sprache der Politik basiert auf Polemik<\/li>\n<li>Pragmatismus statt Prinzip<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Unterschied ist kein Unterschied im Stil.<\/p>\n<p><strong>Dies ist ein Unterschied in der Richtung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>INTENSIT\u00c4T DER VORW\u00dcRFE: HAUPTFRAGE<\/strong><\/p>\n<p>Heute kursieren zahlreiche Anschuldigungen gegen die CHP:<\/p>\n<ul>\n<li>Bestechungsvorw\u00fcrfe<\/li>\n<li>Gespr\u00e4che \u00fcber die Finanzbuchhaltung<\/li>\n<li>Prozesse im Zusammenhang mit den Gemeinden<\/li>\n<li>politische Forderungen auf der Grundlage pers\u00f6nlicher Beziehungen<\/li>\n<li>Debatten \u00fcber Eigentum und Transparenz<\/li>\n<li>Der Diskurs \u00fcber \u201c32 Stunden Filmmaterial\u201d im Kontext von Manavgat<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jeder dieser Vorw\u00fcrfe kann separat bewertet werden.<\/p>\n<p>Aber das eigentliche Problem ist folgendes:<\/p>\n<p><strong>Warum k\u00f6nnen so viele Anschuldigungen gleichzeitig und so stark in Umlauf gebracht werden?<\/strong><\/p>\n<p>Die Antwort ist einfach:<\/p>\n<p><strong>Das Vertrauen ist geschw\u00e4cht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>MANAVGAT UND IMPLIKATIONSPOLITIK<\/strong><\/p>\n<p>\u201cDer Diskurs \u00fcber \u201d32 Stunden Filmmaterial\" ist eine gef\u00e4hrliche Schwelle in der Politik.<\/p>\n<p>Dieser Diskurs f\u00fchrt zu zwei M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>oder es gibt Informationen, die nicht offengelegt wurden.<\/li>\n<li>oder es ist ein Instrument der Unterdr\u00fcckung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beide M\u00f6glichkeiten sind problematisch.<\/p>\n<p>Weil Politik:<\/p>\n<ul>\n<li>nicht ohne Weiteres<\/li>\n<li>geht mit Transparenz<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>DER F\u00dcNF-STEINE-KREIS UND DIE FRAGE DER WAHRNEHMUNG<\/strong><\/p>\n<p>Die Eigentumsdiskussionen \u00fcber \u00d6zg\u00fcr \u00d6zel beruhen auf demselben Grund.<\/p>\n<p>Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist eine andere Frage.<\/p>\n<p>Aber das Wichtigste ist Folgendes:<\/p>\n<p><strong>Die Wahrnehmung wird geformt.<\/strong><\/p>\n<p>Und die Politik wird nicht nur von Fakten, sondern auch von der Wahrnehmung gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>KEINE KRISE, SONDERN EIN TAUWETTER<\/strong><\/p>\n<p>Die heutige Situation in der CHP l\u00e4sst sich in einem einzigen Wort zusammenfassen:<\/p>\n<p>Wir befinden uns nicht in einer Krise.<\/p>\n<p><strong>Dies ist ein Tauwetter.<\/strong><\/p>\n<p>Weil:<\/p>\n<ul>\n<li>Vorw\u00fcrfe montieren<\/li>\n<li>Erkl\u00e4rungen greifen zu kurz<\/li>\n<li>das Vertrauen schwindet<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jetzt sind alle Teile zusammengef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Es gibt nur noch eine Frage:<\/p>\n<p><strong>Wohin wird die CHP mit diesem Bild gehen?<br \/>\nUnd wer ist f\u00fcr dieses Bild verantwortlich?<\/strong><\/p>\n<p><strong>NICHT DIE PERSON MUSS GERETTET WERDEN, SONDERN DIE PARTEI SELBST<\/strong><\/p>\n<p>Es besteht keine Notwendigkeit mehr, das Bild neu zu definieren.<br \/>\nDie Teile f\u00fcgten sich zusammen. Schlagzeilen \u00fcberschnitten sich. Debatten h\u00e4uften sich.<\/p>\n<p>Von diesem Punkt an geht es nicht mehr um einzelne Vorf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Der Punkt ist folgender:<\/p>\n<p><strong>Die Republikanische Volkspartei befindet sich in einem Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen ihrer historischen Identit\u00e4t und ihrer aktuellen politischen Praxis.<\/strong><\/p>\n<p>Und diese Spannung kann nicht l\u00e4nger ignoriert werden.<\/p>\n<p><strong>KUMULIERUNGEN: EINE SYSTEMATISCHE TABELLE<\/strong><\/p>\n<p>Vereinfachen wir das Bild, das sich heute ergeben hat:<\/p>\n<ul>\n<li>Hunderte von ausgeschlossenen Parteimitgliedern und schrumpfende Organisationsstruktur<\/li>\n<li>Der Bruch w\u00e4hrend des K\u0131l\u0131\u00e7daro\u011flu-Prozesses und der \u201cDolch\u201d-Diskurs<\/li>\n<li>Personalpr\u00e4ferenzen, die im FMC und in der Parteiversammlung diskutiert werden<\/li>\n<li>\u201cKritik am \u201dRechtsruck\" und ideologische Flexibilit\u00e4t<\/li>\n<li>Bewertung der Abkehr von der Publizistik<\/li>\n<li>Debatten \u00fcber neoliberale Tendenzen<\/li>\n<li>Debatte \u00fcber den Vorsitz des Eid-Ausschusses durch Serkan \u00d6zcan mit symbolischer Botschaft<\/li>\n<li>Ungewissheit \u00fcber die Position innerhalb der Kommission f\u00fcr nationale Einheit und Solidarit\u00e4t<\/li>\n<li>Zunehmende Entfernung von der Ecevit-Linie<\/li>\n<li>Die Infragestellung der Richtung durch die B\u00fclent Ar\u0131n\u00e7-Kontroverse<\/li>\n<li>Ver\u00f6ffentlichte Bestechungsvorw\u00fcrfe und finanzielle Vorg\u00e4nge<\/li>\n<li>Debatten \u00fcber Eigentum und Transparenz<\/li>\n<li>Der \u201cImage\u201d-Diskurs im Kontext von Manavgat<\/li>\n<li>Die wiederkehrenden Debatten \u00fcber \u201cScham\u201d und \u201cVertrauen\u201d<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jedes dieser Themen kann f\u00fcr sich allein er\u00f6rtert werden.<br \/>\nAber in der Summe ist das Ergebnis eindeutig:<\/p>\n<p><strong>Es handelt sich nicht mehr um ein Problem einzelner Ereignisse, sondern um ein Problem der Richtung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>VON DER IDENTIT\u00c4TSEROSION ZUR IDENTIT\u00c4TSKRISE<\/strong><\/p>\n<p>Politische Parteien ver\u00e4ndern sich im Laufe der Zeit. Das ist ganz nat\u00fcrlich. Dieser Wandel muss jedoch eine Richtung und eine Grenze haben.<\/p>\n<p>Der Wandel in der KWK f\u00fchrt heute eher zu Unsicherheit als zu einem Wandel.<\/p>\n<ul>\n<li>Das Prinzip wird geschw\u00e4cht<\/li>\n<li>Kaderdiskussionen nehmen zu<\/li>\n<li>Die politische Sprache fragmentiert sich<\/li>\n<li>Schwindendes Vertrauen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieses Bild ist keine \u201cErosion\u201d, sondern ein weiterer Schritt nach vorn:<\/p>\n<p><strong>Eine Identit\u00e4tskrise.<\/strong><\/p>\n<p><strong>WAS ES BEDEUTET, DIE PARTEI VON ATAT\u00dcRK ZU SEIN<\/strong><\/p>\n<p>Darin unterscheidet sich die CHP von anderen Parteien.<\/p>\n<p>Diese Partei ist nicht nur eine politische Organisation.<\/p>\n<p>Diese Partei<\/p>\n<ul>\n<li>Der Gr\u00fcndungswille der Republik<\/li>\n<li>Tr\u00e4ger der staatlichen Tradition<\/li>\n<li>Das Zentrum der politischen Orientierung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Normen f\u00fcr KWK sind daher unterschiedlich.<\/p>\n<p>In dieser Partei:<\/p>\n<ul>\n<li>Vertrauensdebatte ist kein Luxus<\/li>\n<li>Transparenz ist keine Option<\/li>\n<li>Das Prinzip ist keine Option<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sie sind ein Muss.<\/p>\n<p><strong>VERANTWORTUNG: UNPERS\u00d6NLICH, ABER PERS\u00d6NLICH<\/strong><\/p>\n<p>An dieser Stelle ist es notwendig, eine klare Unterscheidung zu treffen:<\/p>\n<p>Dabei geht es nicht nur um eine Person.<\/p>\n<p>Aber auch das ist klar:<\/p>\n<p><strong>Im Mittelpunkt dieses Bildes steht die F\u00fchrung.<\/strong><\/p>\n<p>Weil:<\/p>\n<ul>\n<li>Die F\u00fchrung bestimmt die Kader<\/li>\n<li>Leadership bestimmt die Sprache der Politik<\/li>\n<li>Es ist die F\u00fchrung, die die Strategie entwirft<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daher liegt die Verantwortung f\u00fcr das sich ergebende Bild auch bei diesem Zentrum.<\/p>\n<p>Dies ist keine pers\u00f6nliche Anschuldigung.<\/p>\n<p>Dies ist eine nat\u00fcrliche Folge der politischen Verantwortung.<\/p>\n<p><strong>NICHT MEHR EINE FRAGE, SONDERN EIN MOMENT DER ENTSCHEIDUNG<\/strong><\/p>\n<p>An dem heute erreichten Punkt hat die CHP zwei Wege vor sich:<\/p>\n<p>Weg eins:<br \/>\nNormalisieren Sie dieses Bild und gehen Sie weiter.<\/p>\n<p>Zweiter Weg:<br \/>\nErkennen Sie dieses Bild als Krise und leiten Sie einen Wiederaufbauprozess ein.<\/p>\n<p>Diese beiden Wege k\u00f6nnen nicht gleichzeitig beschritten werden.<\/p>\n<p><strong>DIE KLARSTE WAHRHEIT: KEINE POLITIK OHNE VERTRAUEN<\/strong><\/p>\n<p>Die Grundlage der Politik ist Vertrauen.<\/p>\n<p>Wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>wenn die Vorw\u00fcrfe nicht ausger\u00e4umt werden<\/li>\n<li>die Diskussionen nehmen zu<\/li>\n<li>wenn die Fragezeichen in der Gesellschaft zunehmen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das eigentliche Problem dabei sind nicht die einzelnen Vorf\u00e4lle, sondern der Vertrauensschaden.<\/p>\n<p>Und der Vertrauensverlust ist die gr\u00f6\u00dfte Krise der Politik.<\/p>\n<p>Die Republikanische Volkspartei ist eine Struktur, die \u00fcber den Menschen steht.<\/p>\n<p>Niemand ist gr\u00f6\u00dfer als die CHP.<\/p>\n<p>Aber die CHP kann sich nicht mit einem Bild darstellen, das st\u00e4ndig Kontroversen hervorruft.<\/p>\n<p>Es ist also klar, was getan werden muss:<\/p>\n<p>Entweder sollten diese Diskussionen in einer offenen, transparenten und nicht kontroversen Weise beendet werden,<br \/>\noder dass das Amt nicht im Schatten dieser Diskussionen ausge\u00fcbt werden sollte.<\/p>\n<p>Beim heutigen Stand der Dinge ist die klarste Option zur Wahrung des historischen Gewichts der Republikanischen Volkspartei die folgende:<\/p>\n<p><strong>\u00d6zg\u00fcr \u00d6zel muss diese Vertrauenskrise entweder ein f\u00fcr alle Mal beseitigen,<br \/>\noder von seinem Amt zur\u00fccktreten, um die Gr\u00fcndungsidentit\u00e4t der Partei zu sch\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n<p>Denn es geht nicht um eine einzelne Person.<\/p>\n<p><strong>Es geht um die Zukunft der von Atat\u00fcrk gegr\u00fcndeten Partei.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Debatte in der CHP zu verstehen, reicht es nicht mehr aus, auf die Schlagzeilen zu schauen, die an der Oberfl\u00e4che kursieren. 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