{"id":281972,"date":"2026-01-25T20:02:22","date_gmt":"2026-01-25T20:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/halkweb.com.tr\/?p=281972"},"modified":"2026-01-26T07:53:17","modified_gmt":"2026-01-26T07:53:17","slug":"steuerverfassung-und-steuerliche-regeln-der-ungerechtigkeit-in-der-turkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/halkweb.com.tr\/de\/steuerverfassung-und-steuerliche-regeln-der-ungerechtigkeit-in-der-turkei\/","title":{"rendered":"Steuern, Verfassung und Macht: Das fiskalische Regime der Ungerechtigkeit in der T\u00fcrkei"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-281973\" src=\"https:\/\/halkweb.com.tr\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1v.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"853\" srcset=\"https:\/\/halkweb.com.tr\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1v.jpg 1280w, https:\/\/halkweb.com.tr\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1v-18x12.jpg 18w, https:\/\/halkweb.com.tr\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1v-300x200.jpg 300w, https:\/\/halkweb.com.tr\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1v-696x464.jpg 696w, https:\/\/halkweb.com.tr\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1v-1068x712.jpg 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>Die Steuer ist keine technische Einnahmequelle des modernen Staates. Die Steuer ist das unverh\u00fcllteste politische Instrument, das zeigt, wen der Staat beg\u00fcnstigt, welche Klassen er sch\u00fctzt und welche Gruppen er zur Kasse bittet. Aus diesem Grund ist die Besteuerung keine Frage der Steuertechnik, sondern eine Frage der Verfassung, des Regimes und der Klassenpolitik. Die Frage, die heute in der T\u00fcrkei diskutiert werden muss, ist nicht, ob die Steuer \u201choch\u201d oder \u201cniedrig\u201d ist, sondern wem sie auferlegt wird, zu welchen Kosten und mit welcher politischen Logik.<\/p>\n<p>Das Steuersystem in der T\u00fcrkei basiert formell auf Artikel 73 der Verfassung von 1982. Dieser Artikel legt fest, dass die Besteuerung zur Deckung der \u00f6ffentlichen Ausgaben im Rahmen der Grunds\u00e4tze der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, der Steuerkraft, der Allgemeinheit, der Gleichheit und der gerechten und ausgewogenen Verteilung der Steuerlast erhoben wird. Diese Bestimmung ist im Zusammenhang mit den Grunds\u00e4tzen der Rechtsstaatlichkeit, der Sozialstaatlichkeit und der Rechtssicherheit zu sehen, die sich aus der gesamten Verfassung ergeben. Das Problem in der T\u00fcrkei ist jedoch nicht das Fehlen von Verfassungsgrunds\u00e4tzen. Das Problem ist die politische Aufhebung dieser Prinzipien. Das Steuersystem ist nicht das Ergebnis des von der Verfassung vorgesehenen sozialstaatlichen Modells, sondern das Produkt eines anderen wirtschaftlichen und politischen Denkens, das sich dagegen stellt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist vor allem Folgendes zu betonen: Das Steuersystem in der T\u00fcrkei ist das Ergebnis einer politischen Pr\u00e4ferenz, nicht einer verfassungsrechtlichen Verpflichtung. W\u00e4hrend die Verfassung eine Besteuerung nach der Finanzkraft vorschreibt, werden in der Praxis die B\u00fcrger mit indirekten und regressiven Steuern auf den Verbrauch belastet. Diese Situation ist kein Verfassungsversto\u00df, sondern eine Dysfunktionalisierung der Verfassung. Der Rechtstext bleibt bestehen, aber die politische Macht neutralisiert diesen Text durch die Steuerpolitik. Die Verfassung ist somit kein normativer Rahmen mehr, sondern wird zu einem symbolischen Dokument degradiert.<\/p>\n<h3>Liquidierung des Sozialstaatsprinzips durch Besteuerung<\/h3>\n<p>Ein Sozialstaat ist nicht nur ein Staat, der Beihilfen verteilt. Ein Sozialstaat ist ein Staat, der die vom Markt geschaffenen Ungleichheiten durch Steuern ausgleicht. Die Steuer ist das wichtigste Instrument dieses Ausgleichs. Wenn ein Steuersystem die Verteilung von Einkommen und Verm\u00f6gen nicht korrigiert, sondern im Gegenteil verzerrt, wird das Prinzip des Sozialstaats de facto abgeschafft.<\/p>\n<p>Genau das tut die Steuerpolitik in der T\u00fcrkei. Die Steuerlast wird durch indirekte Steuern systematisch auf den Konsum der B\u00fcrger verlagert. Das ist kein Fehler. Es ist eine bewusste Entscheidung. Denn indirekte Steuern sind politisch bequem. Sie verteilen sich auf eine breite Basis, individualisieren die Reaktion und st\u00f6ren das Kapital nicht. Und die Gesellschaft zahlt den Preis daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Der Ausdruck \u201cLiquidierung des Wohlfahrtsstaates\u201d ist hier nicht bildlich gemeint. Wenn das Steuersystem die Umverteilungsfunktion des Wohlfahrtsstaates beseitigt, reduziert sich der Staat auf einen blo\u00dfen Einnahmeapparat. Die Steuern dienen nicht der Finanzierung \u00f6ffentlicher Dienstleistungen, sondern der Verwaltung von Haushaltsdefiziten und der Aufrechterhaltung der zugunsten des Kapitals errichteten Wirtschaftsordnung. In diesem Fall wird die Steuer nicht zum Instrument des Gesellschaftsvertrags zwischen B\u00fcrger und Staat, sondern zum Instrument der hierarchischen Beziehung zwischen Macht und Gesellschaft.<\/p>\n<h3>Aush\u00f6hlung des Grundsatzes der Gleichheit in der Besteuerung<\/h3>\n<p>Artikel 10 der Verfassung schreibt die Gleichheit vor dem Gesetz vor, und Artikel 73 schreibt die Besteuerung nach der finanziellen Leistungsf\u00e4higkeit vor. Gleichheit in der Besteuerung bedeutet nicht, dass alle mit dem gleichen Satz besteuert werden. Steuergerechtigkeit bedeutet, dass jeder nach seiner Leistungsf\u00e4higkeit besteuert wird. Die Verwirklichung dieses Grundsatzes liegt in der Verantwortung des Gesetzgebers.<\/p>\n<p>In der T\u00fcrkei nutzt der Gesetzgeber diese Befugnis jedoch nicht, um Steuergerechtigkeit zu gew\u00e4hrleisten, sondern um politische und klassenbezogene Priorit\u00e4ten zu setzen. Durch Befreiungen, Ausnahmen, Anreize, Amnestien und vor\u00fcbergehende Erm\u00e4\u00dfigungen hat das Steuersystem aufgeh\u00f6rt, ein Mechanismus zu sein, der Gleichheit gew\u00e4hrleistet.<br \/>\nDiese Struktur zeigt, dass das Steuerprivileg, nicht die Steuergleichheit, institutionalisiert wurde. Anstatt den Grundsatz der gleichen Staatsb\u00fcrgerschaft zu st\u00e4rken, vertieft das Steuersystem die Unterscheidung zwischen Kapital und B\u00fcrgern. W\u00e4hrend der Gleichheitsgrundsatz in den Texten weiterbesteht, ist er in der Praxis durch selektiven Protektionismus ersetzt worden.<\/p>\n<h3>Die Wahrheit in Zahlen<\/h3>\n<p>Etwa 65-70 % der gesamten Steuereinnahmen entfallen auf indirekte Steuern. Mehrwertsteuer und Sonderverbrauchssteuer machen zusammen etwa die H\u00e4lfte der gesamten Steuereinnahmen aus. Der Anteil der K\u00f6rperschaftssteuer betr\u00e4gt dagegen nur 10-12 %. Ein erheblicher Teil der Einkommenssteuer beruht nicht auf einer Erkl\u00e4rung, sondern auf Abz\u00fcgen von den Lohnempf\u00e4ngern an der Quelle.<\/p>\n<p>Diese Tabelle zeigt, dass die Steuerlast nicht das Kapital, sondern das t\u00e4gliche Leben der B\u00fcrger belastet.<\/p>\n<p>Es ist jedoch unzureichend, diese Tabelle nur als numerisches Ungleichgewicht zu betrachten. Diese Zahlen zeigen deutlich den Klassencharakter der Besteuerung. Indirekte Steuern belasten einkommensschwache Gruppen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark, da sie unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he des Einkommens von allen zum gleichen Satz erhoben werden. Dies macht das Steuersystem regressiv und verzerrt die Einkommensverteilung.<\/p>\n<h3>Wo f\u00e4ngt die Steuer an? Im Leben eines B\u00fcrgers<\/h3>\n<p>In der T\u00fcrkei beginnt die Besteuerung im Leben, nicht beim Gewinn. Die B\u00fcrger werden mit der Quellensteuer besteuert, bevor sie ihr Einkommen erzielen. Sobald sie ihr Einkommen ausgeben, werden sie ein zweites und drittes Mal besteuert. Aus diesem Grund erscheint die Steuerlast nicht in den Bilanzen der Unternehmen, sondern in der K\u00fcche, in der Rechnung, in der Schuld.<\/p>\n<p>Die Steuer ist f\u00fcr den B\u00fcrger keine abstrakte finanzielle Belastung, sondern ein st\u00e4ndiger Begleiter des t\u00e4glichen Lebens. Der Staat greift dem B\u00fcrger direkt in die Tasche, wenn der Stromschalter gedr\u00fcckt wird, wenn der Herd in der K\u00fcche eingeschaltet wird, wenn das Telefon ber\u00fchrt wird, wenn das Auto gefahren wird. F\u00fcr das Kapital hingegen ist die Steuer ein Posten, der durch Buchhaltungstechniken oft aufgeschoben, reduziert oder ganz eliminiert werden kann.<\/p>\n<h3>Die konkrete Anatomie der Steuerlast: Geld, das aus der Tasche des B\u00fcrgers zum Staat flie\u00dft<\/h3>\n<p><strong>B\u00fcrger, die ein Auto kaufen<\/strong><br \/>\nDer steuerfreie Fahrzeugpreis betr\u00e4gt 500.000 TL. *<br \/>\nSCT 80 Prozent: 400.000 TL.<br \/>\nMehrwertsteuer 20 Prozent auf den Betrag einschlie\u00dflich SCT: 180.000 TL.<br \/>\nDie Gesamtsteuer betr\u00e4gt 580.000 TL.<br \/>\nDer Verkaufspreis betr\u00e4gt 1.080.000 TL.<br \/>\nDer B\u00fcrger zahlt mehr Steuern an den Staat als das Auto.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrger, der ein Telefon erh\u00e4lt<\/strong><br \/>\nDer steuerfreie Preis betr\u00e4gt 30.000 TL. *<br \/>\nSCT 50 Prozent: 15.000 TL.<br \/>\nMEHRWERTSTEUER: 9.000 TL.<br \/>\nAndere Anteile liegen bei etwa 1.000 TL.<br \/>\nDie Gesamtsteuer betr\u00e4gt etwa 25.000 TL.<br \/>\nDie Steuer wird auf dem Telefon selbst bezahlt.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrger, die ein Haus kaufen<\/strong><br \/>\nDer neue Hauspreis betr\u00e4gt 2.000.000 TL. *<br \/>\nMehrwertsteuer 10 Prozent: 200.000 TL.<br \/>\nGeb\u00fchr f\u00fcr die Eigentumsurkunde 4 Prozent: 80.000 TL.<br \/>\nDie sonstigen Geb\u00fchren betragen etwa 10.000 TL.<br \/>\nDie anf\u00e4ngliche Gesamtsteuerlast betr\u00e4gt etwa 290.000 TL.<br \/>\nGrundsteuer, Umweltreinigungssteuer und Mehrwertsteuer auf Rechnungen folgen.<\/p>\n<p><strong>Elektrizit\u00e4t, Wasser, Erdgas<\/strong><br \/>\nDer Anteil der Steuern und Abgaben auf Strom betr\u00e4gt 18-20 %.<br \/>\nDie Mehrwertsteuer auf Erdgas betr\u00e4gt 20 Prozent.<br \/>\nDie Gesamtbelastung des Wassers betr\u00e4gt etwa 20 Prozent.<br \/>\nDie B\u00fcrger zahlen Steuern, weil sie leben.<\/p>\n<p><strong>Kraftstoff<\/strong><br \/>\nEtwa 40-45 % des Kraftstoffpreises an der Tankstelle bestehen aus indirekten Steuern wie SCT und Mehrwertsteuer.<\/p>\n<p><span style=\"background-color: #ffffff; color: #ff0000;\">(DIE ZAHLEN SIND ALS BEISPIEL ANGEGEBEN)<\/span><\/p>\n<h3>Was zahlt das Unternehmen?<\/h3>\n<p>Auf dem Papier betr\u00e4gt die K\u00f6rperschaftssteuer 25 Prozent.<br \/>\nDurch Ausnahmen, Anreize, Amnestien und Umstrukturierungen sinkt der effektive Satz auf unter 10 %.<br \/>\nW\u00e4hrend der B\u00fcrger 116 Prozent Steuern auf ein Auto zahlt, zahlt das Unternehmen 10 Prozent auf den Gewinn.<br \/>\nDieser Vergleich ist der offenkundigste Indikator f\u00fcr steuerliche Ungerechtigkeit. Die auf den Verbrauch der B\u00fcrger erhobene Steuer ist absolut und unvermeidlich. Die Unternehmensgewinne hingegen k\u00f6nnen ausgehandelt, verschoben und oft durch politische Mechanismen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<h3>Der bewusste Bruch mit der OECD und dem neoliberalen Regime<\/h3>\n<p>In den OECD-L\u00e4ndern liegt der Anteil der indirekten Steuern im Durchschnitt bei 30-35 %. Unternehmens- und Verm\u00f6genssteuern bilden das R\u00fcckgrat des Systems. In der T\u00fcrkei ist diese Struktur genau umgekehrt. Dies ist keine R\u00fcckst\u00e4ndigkeit, sondern eine bewusste Pr\u00e4ferenz des Regimes. Der Neoliberalismus minimiert nicht den Staat, sondern er ver\u00e4ndert, wen der Staat sch\u00fctzt. In der T\u00fcrkei hat sich der Staat vom Kapital zur\u00fcckgezogen und sich im Leben der B\u00fcrger niedergelassen.<\/p>\n<p>Diese Bevorzugung ist nicht auf eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern auf eine politische Ausrichtung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das Steuersystem ist als Instrument zur Beschleunigung der Kapitalakkumulation und zur Disziplinierung von Arbeit und Konsum konzipiert. Daher ist das Steuersystem in der T\u00fcrkei keine Wirtschaftstechnik, sondern ein Mechanismus der Klassenherrschaft.<\/p>\n<h3>Steueramnestie, Wahl\u00f6konomie und der Zusammenbruch der Rechtssicherheit<\/h3>\n<p>Steueramnestien sind nicht mehr die Ausnahme, sondern ein g\u00e4ngiges Instrument der Wahlwirtschaft. Diese Situation zerst\u00f6rt die Steuermoral, untergr\u00e4bt die Rechtssicherheit und benachteiligt die Steuerzahler. Die Steuer ist keine \u00f6ffentliche Aufgabe mehr und wird zu einer aufschiebbaren Schuld.<\/p>\n<p>Die Steueramnestie zerst\u00f6rt die Vorhersehbarkeit, eines der grundlegendsten Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit. Der Staat selbst erkl\u00e4rt, dass die Regeln nur vor\u00fcbergehend gelten. Diese Situation zerst\u00f6rt nicht nur das Finanzsystem, sondern auch den Sinn f\u00fcr soziale Gerechtigkeit.<\/p>\n<h3>Informelle Wirtschaft: Chronologie der bewussten Toleranz in der T\u00fcrkei<\/h3>\n<p>Die informelle Wirtschaft in der T\u00fcrkei ist keine vor\u00fcbergehende Verirrung, sondern eine kontinuierliche Verwaltungspraxis. Mit den Beschl\u00fcssen vom 24. Januar wurde die Kontrolle gelockert, nicht angemeldete Besch\u00e4ftigung wurde toleriert und Amnestien wurden normalisiert. In den 1990er Jahren wurde die Kreditaufnahme bevorzugt, in den 2000er Jahren wurde das Anreizsystem ausgeweitet, und nach 2010 wurde die Umstrukturierung dauerhaft. Die informelle Wirtschaft ist kein Misserfolg, sondern eine kontrollierte Bevorzugung.<\/p>\n<h3>L\u00f6sung: Politischer Umbruch, keine Reform<\/h3>\n<p>Dieses System kann nicht durch technische Anpassungen korrigiert werden. Ein Sozialstaat kann nicht aufgebaut werden, ohne die Steuerlast auf Unternehmen, Gro\u00dfkapital und Verm\u00f6gen zu verlagern.<br \/>\nDie K\u00f6rperschaftssteuer sollte der Haupttr\u00e4ger des Haushalts werden.<br \/>\nAusnahmen und Befreiungen sollten abgeschafft werden.<br \/>\nEs sollten Verm\u00f6gens- und hohe Verm\u00f6genssteuern erhoben werden.<br \/>\nRentensuchende Sektoren sollten au\u00dferordentlich hoch besteuert werden.<br \/>\nDie Gewinnabsch\u00f6pfung durch multinationale Unternehmen muss verhindert werden.<br \/>\nDie Mehrwertsteuer und die Verbrauchssteuern auf Wasser, Lebensmittel, Energie und Kommunikation sollten abgeschafft werden.<br \/>\nEs handelt sich nicht um technische Vorschl\u00e4ge, sondern um politische Pr\u00e4ferenzen. Ohne die Verwirklichung dieser Pr\u00e4ferenzen k\u00f6nnen Steuergerechtigkeit, Sozialstaatlichkeit und gleiche B\u00fcrgerrechte nicht erreicht werden.<\/p>\n<h3>Schlussfolgerung<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Steuerregelung ist keine steuerliche Frage, sondern eine Pr\u00e4ferenz der Regierung.<\/li>\n<li>Das Problem in der T\u00fcrkei sind nicht falsche Steuers\u00e4tze, sondern bewusste Ungerechtigkeit. Die Steuer wird auf das Leben erhoben, nicht auf den Gewinn.<\/li>\n<li>Das Kapital wird gesch\u00fctzt und die B\u00fcrger werden diszipliniert. W\u00e4hrend die Verfassung den Sozialstaat vorschreibt, wird er durch die Steuerpolitik de facto abgebaut.<br \/>\nGleiche Staatsb\u00fcrgerschaft steht in den Texten, aber nicht im Haushalt. Indirekte Steuern erhalten die Armut aufrecht und f\u00fchren zu Politiklosigkeit.<\/li>\n<li>Steueramnestien korrumpieren das Recht, Anreize korrumpieren die Justiz, und die Informalit\u00e4t korrumpiert den Staat. Dieses Bild ist keine Fehlfunktion, sondern ein funktionierendes System.<\/li>\n<li>Das Steuersystem ist nicht korrupt, es ist richtig gew\u00e4hlt, gegen wen es arbeitet. Es gibt keinen Sozialstaat ohne Steuergerechtigkeit.<\/li>\n<li>Es kann keine Demokratie ohne Sozialstaat geben. Die Frage ist nicht technischer Natur. Es ist eine politische Frage: Wessen Staat wird dieser Staat sein?<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses System kann nicht durch technische Anpassungen korrigiert werden. 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